Idyllische Seen, raue Felsen: Schweden ist immer eine Reise wert

Astrid Lindgren, Ikea, Köttbullar. Das fällt sicher den meisten Deutschen zu Schweden ein. Doch das Land hat weitaus mehr zu bieten als Hackbällchen und Möbel zum Selbstaufbauen. Traditionen, Feste und wunderschöne Landschaften sind zu entdecken. Der nächste Urlaub kommt bestimmt!

Schweden ist größer als man denkt: Die Entfernung vom nördlichsten zum südlichsten Punkt beträgt etwa 1600 Kilometer, was ungefähr der Strecke von Berlin nach Moskau entspricht. Klar, dass es da verschiedene Landschaften mit unterschiedlichem Klima und verschiedenen Bräuchen und Gewohnheiten gibt. Da findet sich für jeden Geschmack etwas.

Schweden und seine Landschaften

In Schweden hat man die Wahl: Möchte man seinen Urlaub gesellig oder eher in der Ruhe der Natur verbringen? 85 Prozent der schwedischen Bevölkerung lebt in den drei großen Städten Stockholm, Göteborg und Malmö im Süden des Landes. Wer die Geselligkeit und das Stadtflair liebt, sollte seinen Urlaub dort verbringen.

Im Süden Schwedens liegt auch das durch Astrid Lindgren bekannt gewordene Småland. Hier findet man unberührte Natur, malerische Seen, idyllische Wälder und die urigen roten Holzhäuser, die man aus „Pippi Langstrumpf“ und „Michel aus Lönneberga“ kennt. Die Region bietet besonders in der Nebensaison reichlich unberührte Natur und menschenleere Weite zum Entspannen. Wer dann wieder etwas Zivilisation braucht, kann eine der Städte Smålands besuchen. In Kalmar laden die historische Altstadt und das Renaissance-Schloss zu einem Besuch ein, während man im so genannten "Glasreich" Kunsthandwerk der Spitzenklasse bewundern kann. So ist für Natur und Kultur gleichermaßen gesorgt. In der Hafenstadt Västervik, der „Perle der Ostküste“, kann man im Sommer ein paar Tage wunderbaren Badeurlaub erleben. Für Sonnenanbeter sind Juni, Juli und August die passende Reisezeit für Schweden. Besonders im Süden und in Mittelschweden kann die Temperatur im Sommer auf 30 Grad klettern.
Mittelschweden bietet neben vielen anderen Schönheiten auch die „schwedischste Landschaft Schwedens“: Die Region Dalarna. Dalarna ist für seine lebendigen Traditionen, Feste und Bräuche und für sein Kunsthandwerk bekannt. Dalarna ist auch die Heimat des schwedischen Künstlers Carl Larsson und der kleinen, roten Holzpferde, die Jahr für Jahr an Weihnachten bei Ikea die Regale bevölkern. In dieser Region von Schweden werden die Mittsommerfeiern im Juni ausgiebig mit Musik, Umzügen und dem berühmten Tanz um den Maibaum begangen. Besonders die Städte Rättvik, Leksand und Mora sind bekannt für ihre Mittsommerfeiern.

Durch die große Ausdehnung Schwedens in Nord-Süd-Richtung gibt es starke klimatische Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Wer also weniger Idylle und Wärme, sondern eher eine raue Witterung mag, wird sich im Norden wohl fühlen. In dieser wilden, ursprünglichen Region Schwedens sind die Winter schneereich, lang und kalt. Als Ausgleich scheint die Sonne in den kurzen Sommern rund um die Uhr. Im Norden, etwa in Schwedisch Lappland oder Norrbotten, kann die Temperatur im Winter auf bis zu -40 Grad sinken, während es dort im Sommer auch bis zu 30 Grad warm werden kann. Der Norden ist eine Region der Extreme. Da die Winter in Schweden meist sehr trocken sind, lässt sich die Kälte jedoch gut aushalten.
Schwedisch Lappland ist auch die Heimat der Sami, der Urbevölkerung der Region, deren Tradition und Kultur auch heute noch im Alltag gelebt werden.
Im Norden Schwedens haben viele bedrohte Tierarten ein Zuhause in einem der Nationalparks Abisko oder Sarek gefunden. Hier leben Bären, Elche, Seeadler und Polarfüchse. Auch das legendäre Nordlicht kann man in Nordschweden bewundern. Für Wintersportler empfehlen sich besonders März und April als Reisezeit. Die schlimmste Kälteperiode ist dann vorbei und die Tage werden wieder länger.

Auch Schweden hat Regeln

Schweden hat nur etwa neun Millionen Einwohner und viel unberührte Natur. Der Respekt vor der Natur und der umsichtige Umgang mit ihr sollten auch für Urlauber selbstverständlich sein. Zwar erlaubt es das schwedische „Jedermannsrecht“, überall sein Zelt für eine Nacht aufzuschlagen, Holz für ein Feuer zu sammeln und Beeren und Pilze zum Verzehr zu pflücken, doch sollte man Büsche und Bäume nicht mutwillig beschädigen und ein Feuer nur da entfachen, wo keine Waldbrandgefahr besteht. In den Nationalparks ist das „Jedermannsrecht“ allerdings stark eingeschränkt. Hier sollte man sich erkundigen, ob und wo man zelten darf. Auch die Rentierzucht darf auf keinen Fall behindert werden. Dazu gehört auch, die Rentiere nicht zu erschrecken und die Gatter wieder hinter sich zu schließen, wenn man eine Weide überquert hat. Grundsätzlich ist auch in Schweden das Angeln und Jagen ohne entsprechenden Schein verboten. Einzig an den großen Seen Vänern und Vättern und an der Küste ist Angeln auch ohne den „fiskekort“ erlaubt. 

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion

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