In den Weltraum reisen: Zukunftsmusik oder in greifbarer Nähe?

Auf Viele löst er unwiderstehliche Faszination aus: Der Weltraum mit seinen unendlichen Weiten. Die ganze Welt hielt den Atem an, als Neil Armstrong 1969 seinen Fuß auf den Mond setzte. Es war dieser Augenblick, der zeigte, dass das Unvorstellbare Wirklichkeit geworden war. Wie sieht es gute 50 Jahre später aus: Kann bald jeder ins All?

Es wiederholt sich immer wieder in der Geschichte des Reisens: Was die Menschen wenige Jahre zuvor noch für vollkommen unmöglich gehalten hatten, ist kurze Zeit später zur Selbstverständlichkeit geworden. So war es Anfang des 19. Jahrhunderts, als die ersten Eisenbahnen fuhren und die Menschen dachten, die hohe Geschwindigkeit könnte der menschliche Körper nicht verkraften. Als die Brüder Wright ihre ersten Flugapparate bauten, wurden sie zum Gespött ihrer Mitmenschen. Es konnte also nur eine Frage der Zeit sein, bis die nächste Steigerung denkbar war. Nun ist es soweit, denn das Reisen in den Weltraum rückt in immer greifbarere Nähe.

Urlaub im Weltraum

Bislang war die Reise ins All nur den wirklich schwer reichen Menschen vorbehalten. So kann man bereits seit 2001 zur Raumstation ISS reisen. Zweimal im Jahr (Frühling und Herbst) wird die jeweilige Besatzung der ISS im Weltraum abgelöst. Gut Betuchte können sich für einen Preis von etwa 25 Millionen Euro dem Ablöse-Team anschließen und sie bei ihrem Flug zur ISS begleiten. Je nach Mission ist der Reisende sieben Tage im Weltraum unterwegs, bevor er mit der abgelösten Crew wieder zurück zur Erde fliegt.
Ein absoluter Abenteuer-Urlaub, den sich jedoch nur sehr wenig Menschen leisten können. Dem Trip in den Weltraum geht ein sechsmonatiges Training voran, medizinische Untersuchungen müssen die Weltraum-Tauglichkeit des Reisenden bescheinigen und ein Russisch-Kurs ist inklusive, damit man sich mit der Besatzung auch verständigen kann. Von Urlaub im Sinne von Erholung kann bei dieser Reise in den Weltraum eher nicht die Rede sein. Komfort ist in der Weltraumstation nicht vorhanden. Doch auch daran wird inzwischen fieberhaft gearbeitet; denn der Andrang der Interessenten an Weltraum-Reisen ist generell hoch. So ist es gut vorstellbar, dass Reisen in den Weltraum in den nächsten Jahrzehnten nicht nur preiswerter werden, sondern auch immer höheren Ansprüchen gerecht werden können.

Einen Abstecher in den Weltraum

Ein Beispiel für die rasante Entwicklung im Weltraum-Reise-Geschäft ist das Unternehmen Virgin Galactic, dessen Geschäftsführer Richard Branson bereits durch seine spektakulären Ballon-Fahrt-Rekorde als Abenteurer berühmt wurde. Im Dezember 2009 stellte Branson in einer großen Show die Raumkapsel „SpaceShipTwo“ vor. Sie soll es nach einer circa zweijährigen Testphase ab 2012 möglich machen, Privatleute in den Weltraum zu fliegen. Hierbei wird es sich um Kurztrips von jeweils etwa zweieinhalb Stunden handeln.
Sechs Passagiere werden von zwei Piloten mithilfe eines Trägerflugzeugs in etwa 15 Kilometer Höhe gebracht, bevor sich das Raumflugzeug abkoppelt und per Raketenantrieb in den Weltraum steigt. In circa 110 Kilometern Höhe sind die Passagiere dann nicht nur einige Zeit schwerelos, sondern können einen einmaligen Blick auf den blauen Planeten werfen. Zwar hat dieser Ausflug in den Weltraum den immer noch stolzen Preis von circa 135.000 Euro, ist aber im Gegensatz zur ISS-Reise ein richtiges Schnäppchen. Nach Angaben von Virgin Galactic haben bereits 300 Menschen einen Flug in den Weltraum fest gebucht und Tausende ihr Interesse an einem solchen bekundet.
Dieser große Sprung, der es einer relativ großen Anzahl an Privatpersonen in naher Zukunft möglich machen wird, den Weltraum zu bereisen, zeigt, was alles noch möglich sein könnte.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion

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