Reiseberichte früher und heute

Wer eine interessante Wanderung hinter sich hat, möchte oft seine Erinnerungen festhalten. Reiseberichte gehören zu den ältesten Formen von Literatur überhaupt. Früher hatten die Texte vor allem informativen Wert, während sie heute subjektiver und künstlerischer geworden sind.

Literarische Reiseberichte haben eine lange Tradition. Die Schriftsteller Bruce Chatwin und Paul Theroux beispielsweise wurden durch ihre Reiseberichte weltberühmt. Und in Deutschland war es zuletzt der Komiker Hape Kerkeling, der mit seinem persönlichen Buch über eine Wanderung auf dem Jakobsweg eine ganze Weile die Bestsellerlisten anführte. Heute ist es durch das Internet sehr einfach, die eigenen Reiseberichte einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Es gibt eine Reihe von Internetseiten, die sich auf das Veröffentlichen von solchen Texten spezialisiert haben. Dort können sich Interessierte vor dem Antritt einer Reise oder Wanderung eine ganze Reihe qualitativ unterschiedlicher Reiseberichte zu Gemüte führen. In diesem Sinne ist die große weite Welt wirklich klein geworden. Ganz objektiv kann kein persönlicher Reisebericht sein, selbst wenn das der ursprüngliche Anspruch gewesen ist. Aber durch persönliche Verarbeitung des Erlebten haben Reiseberichte auch immer einen individuellen Charakter. Dadurch muss man keine fernen Länder besuchen, um eine spannende Schilderung zu verfassen. Fiktionale Reiseberichte sind in der Weltliteratur auch seit vielen Jahren eine Nische, die sich großer Beliebtheit erfreut. In der Tat kann ein guter Autor dem Leser ein frei erfundenes Land lebendig beschreiben. Nichts anderes macht ja die erfundene Literatur generell. Diese Reiseberichte werden allgemein "Robinsonaden" genannt.

Künstlerische und wissenschaftliche Reiseberichte

Zwar werden Reiseberichte generell künstlerische und wissenschaftliche Reiseberichte eingeteilt, aber je genauer man hinschaut, desto schwieriger wird diese Unterscheidung. Denn die Tatsache, dass jeder Mensch nur durch die eigenen Augen sehen kann, macht es schwer, persönlich Erlebtes zu einem objektiven Text umzuformen. Wirklich wissenschaftliche Reiseberichte, deren Ziel es ist, ein fremdes Land oder eine fremde Region dem Leser genau zu schildern, sind ohnehin ein Unterfangen, das eher der Vergangenheit angehört. Denn heute stehen Filmaufnahmen und Fotos auf dem Gebiet der Dokumentation neben dem geschrieben Wort. Noch vor hundert Jahren war das freilich völlig unterschiedlich, und man war häufig auf die Schilderung in Sätzen angewiesen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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