DVB-T – das neue Fernsehen für unterwegs

DVB-T steht für Digital Video Broadcasting Terrestrial (Digitaler terrestrischer Video- Rundfunk). Dies umschreibt die terrestrische, also erdgebundene, Verbreitung von digitalen Radio-, Fernseh- und Datensignalen. Für die digitale Übertragung werden dieselben Kanäle genutzt, die auch schon zuvor für den "normalen" analogen Rundfunk zur Verfügung standen.

Vorteile von DVB-T

Kosten
Wer per DVB-T fernsehen möchte, hat keine monatlich laufenden Kosten mehr, wie etwa bei einem Kabelanschluss. Nur die GEZ-Gebühren sind wie üblich zu entrichten. Wer den heimischen Fernseher umrüsten möchte, muss sich ein Empfangsgerät besorgen. Ansonsten gibt es die Möglichkeit, sich für den Computer oder Laptop einen DVB-T Empfänger in Form eines USB-Sticks mit kleiner Antenne zu zulegen, Angebote gibt es ab circa 20 Euro. Die anfallenden Kosten sind also überschaubar.

Empfang ohne großes Equipement
Je nach Empfangsstärke reicht oft eine Zimmerantenne, ansonsten gibt es vielerorts noch Hausantennenanlagen, die einen guten Empfang gewähren. Neben dem mobilen Empfang per Laptop kann man sich auch einen portablen Fernseher zulegen, mit dem man dann ortsunabhängig per DVB-T fernsehen kann. Dies ist sicherlich ein erheblicher Vorteil gegenüber dem traditionellen Weg, den Fernseher zu nutzen.

Aufzeichnung
Das digitale Fernsehen bietet die Möglichkeit, ohne Verluste Sendungen aus dem Fernsehen aufzuzeichnen. Je nach Art des Empfangs sind hierfür noch Zusatzgeräte nötig. Wer über den Computer fernsieht, bekommt in der Regel die notwendige Software direkt mit dem Zubehör mitgeliefert.

Nachteile von DVB-T

Störungen
Die erdgebundenen Signale sind im Vergleich zu anderen störungsanfälliger. Oft kann der Empfang mittels Zimmerantenne schwierig sein, da Betonwände die Signale stark abschirmen. Hilfreich ist es daher, die Zimmerantenne in der Nähe eines Fensters aufzustellen. Auch andere elektrische Geräte wie zum Beispiel der Computer, Mobiltelefon oder Energiesparlampen können für einen Störpegel sorgen, um dies zu vermeiden, kann man in eine spezielle Zimmerantenne investieren, die zusätzlich störende Signale herausfiltert.

Bildqualität
Die Bildqualität kann sehr unterschiedlich sein. So mancher Kritiker hält sie für schlechter als beim analogen Kabelfernsehen. Bei zu geringen Übertragungsraten kann es tatsächlich zu unscharfen Bildern kommen. Die Datenreduktion, die bei jeder Digitalisierung notwendig ist, führt manchmal zu so genannten Kompressionsartefakten. Das heißt, dass sich zum Beispiel kleine Blöcke im Bild formen und die Bildqualität stark vermindern.

Übertragungsverzögerung
Ein weiterer Nachteil ist die Übertragungsverzögerung. Fußball-Fans werden sich noch an die Fußball-WM 2006 erinnern, die die meisten in geselliger Runde in Kneipen verbracht haben. Bei aufregenden Spielszenen kam es oft zu folgender Begebenheit: In Kneipen, deren Fernseher mit analogem Empfang ausgestattet waren, brach der Jubel oder der Aufschrei bis zu acht Sekunden vorher los als nebenan in Kneipen, die per DVB-T die Fußball-WM verfolgten. Ursache hierfür ist, dass das Signal erst codiert (digitalisiert) und beim Empfänger wieder decodiert werden muss.

DVB-T für alle?

Die Möglichkeit ortsungebunden fernsehen zu können, ist für viele Menschen attraktiv. So mancher verzichtet komplett auf einen Fernseher und bevorzugt das Fernsehen per Laptop. Momentan ist dies ohne Probleme in den größeren Städten Deutschlands möglich. Wer dagegen in ländlichen Regionen wohnt, sollte sich zuvor erkundigen, ob DVB-T überhaupt angeboten wird. Denn bisher ist DVB-T nicht flächendeckend verbreitet.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion

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