Capri-Fischer und Matrosen: Deutsche Schlagertexte der 50er Jahre

Es ging um roten Wein, Sonnenuntergänge am Meer, um Seefahrerromantik und natürlich um Liebe: Deutsche Schlagertexte aus den 50er Jahren behandeln meist sehr ähnliche Themen. Das hat seinen Grund im Charakter der Wirtschaftswunderzeit.

Meeresballaden und das romantische Italien: Deutsche Schlagertexte der Wirtschaftswunderzeit

Der Käfer war das beliebteste Auto, Heinz Erhard brachte die Deutschen zum Lachen, und Italien war ganz klar das liebste Urlaubsziel der Deutschen. Sehnsucht nach dem Süden und Fernweh allgemein sind die vorherrschenden Themen, mit denen sich deutsche Schlagertexte in den Jahren zwischen 1950 und 1960 befassen. Freddy Quinns Lied "Die Gitarre und das Meer" war 1959 ein großer Hit und ist wohl heute noch das bekannteste Beispiel für deutsche Schlagertexte über die Seefahrerei. Alle typischen Merkmale kommen darin vor: Unerfüllte Liebe, Gitarrenklänge und das Fernweh des Matrosen. Andere Lieder heißen „Ein Schiff wird kommen“, „Seemann, deine Heimat ist das Meer“ oder „Nimm uns mit Kapitän, in die Ferne“. Deutsche Schlagertexte, die diese Themen aufgreifen, werden manchmal auch „maritime Schlager“ genannt. Ein andere, vielleicht noch populärere Kategorie für deutsche Schlagertexte aus der Wirtschaftswunderzeit behandelt das beliebteste Urlaubsland der Deutschen: Italien. In den 50er Jahren war das Thema Italien überall präsent.

Deutsche Schlagertexte der 50er sind Wunschvorstellungen

In der Zeit des Wirtschaftswunders wollte man nach vorne sehen, die Vergangenheit hinter sich lassen und so sparsam und fleißig wie möglich sein. Neben Österreich entwickelte sich dabei Italien zum liebsten Urlaubsziel der Deutschen. Dabei war der Italienurlaub mehr Traum als Wirklichkeit: Die meisten Deutschen blieben zu Hause und träumten vom Süden. Das dürfte auch ein Grund sein, warum deutsche Schlagertexte hauptsächlich Themen behandelten, die mit Italien verknüpft waren. Das in deutschen Schlagertexten beschriebene Italien hatte dabei freilich mit der Wirklichkeit nur wenig zu tun. Es war vielmehr ein Land der Träume, das man sich auf diese Weise als Paradies ausmalen konnte.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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