Vorbereiten aufs Alter: Die besten Tipps & Tricks

In Zeiten, in denen die gesetzliche Rente zum Leben oft nur knapp ausreicht, machen sich viele Menschen Gedanken über ihre zukünftige finanzielle Situation. Meist herrscht Verunsicherung, welche finanziellen Polster geschaffen werden müssen, um den eigenen Lebensstandard zu halten. Das sind die wichtigsten Strategien und Tipps, um der Altersarmut zu entgehen und vor dem Renteneintritt ausreichende Rücklagen zu bilden.

Eine Bestandsaufnahme der Rentenansprüche durchführen

Bevor konkrete Maßnahmen in Angriff genommen werden, sollte zunächst eine Bestandsaufnahme der bestehenden gesetzlichen Rentenansprüche sowie anderer regelmäßiger Einkünfte durchgeführt werden, die nach dem Rentenantritt bestehen bleiben. Nur wenn die Höhe der finanziellen Absicherung eingeschätzt werden kann, wird ersichtlich, welche Lücken bei der Altersversorgung geschlossen werden müssen. Als Richtwert benötigen Rentner ungefähr 80 Prozent ihres bisherigen Einkommens. Im Anschluss an die Bestandsaufnahme kann mit der privaten Absicherung begonnen werden.

Wichtig dabei: Die Inflationsrate muss miteingerechnet werden. Wird diese bei der Bestandsaufnahme nicht berücksichtigt, steht am Ende möglicherweise deutlich weniger Geld zur Verfügung, als zur Sicherung des Lebensstandards eigentlich notwendig wäre. Aus diesem Grund sind eine private Rentenvorsorge zusätzlich zur gesetzlichen Rente sowie weitere finanzielle Rücklagen meist unabdingbar.

Ebenfalls erwähnenswert: Für Frauen ist es sogar noch wichtiger, privat für das Alter vorzusorgen, als für Männer. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Aufgrund des geringeren Lohnniveaus fällt die gesetzliche Rente für Frauen meist deutlich niedriger aus als für männliche Rentner.
  • Außerdem kommt es bei weiblichen Arbeitnehmern häufiger zu Auszeiten in der Renteneinzahlung. Gründe dafür sind unter anderem Schwangerschaft, Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen.
  • Da Frauen tendenziell außerdem länger leben als Männer, muss das finanzielle Polster dementsprechend höher ausfallen. Die private Altersvorsorge ist in diesen Fällen also noch wichtiger, als ohnehin schon.

Strategien für jüngere und ältere Arbeitnehmer

Wer in jungen Jahren nicht frühzeitig für seine private Rente vorsorgt, steht später vor großen Herausforderunge. Quelle fotolia.com © Mangostar

Der wohl wichtigste Tipp, um Altersarmut zu vermeiden: So früh wie möglich in die private Altersvorsorge einzahlen. Grundsätzlich wird empfohlen, bereits nach Abschluss der Berufsausbildung beziehungsweise des Studiums und nach Antritt einer festen Stelle mit regelmäßigem Einkommen mit dem Sparen für die eigene Rente zu beginnen.

Für die meisten Arbeitnehmer kommt dieser Tipp zwar zu spät, doch wer erst in höheren Jahren mit der privaten Rentenvorsorge beginnt, verschenkt Zinsen und muss höhere Beträge einzahlen, um ein ausreichendes Niveau fürs Alter zu erreichen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Auch als älterer Arbeitnehmer lohnt es sich in den meisten Fällen noch privat vorzusorgen, um den eigenen Lebensstandard bei Renteneintritt zu sichern.

Die Strategien von jüngeren und älteren Arbeitnehmern hinsichtlich der Altersvorsorge unterscheiden sich allerdings erheblich: Während jüngere Arbeitnehmer ihr überschüssiges Einkommen durchaus in risikoreichere Kapitalanlagen wie Aktien investieren können, sollten ältere Arbeitnehmer lieber auf sichere Investitionen setzen.

Finanzielle Rückschläge sind mit über 50 meist schwerer zu verkraften und können bis zum Renteneintritt kaum mehr ausgeglichen werden, da die Rente schon kurz bevorsteht:

  • Nach einem finanziellen Verlust bleibt keine Zeit mehr, um neue Rücklagen zu bilden.
  • Zudem können Kursschwankungen nicht einfach ausgesessen werden, ohne große Verluste in Kauf zu nehmen.

Wer also in höheren Jahren noch für die Rente vorsorgen will, sollte auf risikoreiche Investitionen verzichten.

Wer sein Geld allerdings schon in jungen Jahren richtig eingesetzt hat, kann einfacher finanzielle Rücklagen fürs Alter bilden. Sparbuch, Festgeldkonto oder Staatsanleihen bringen meist nur geringe Zinsen und sind daher nicht unbedingt geeignet, um sein Kapital bis zur Rente zu vermehren.

Stattdessen sollten jüngere Arbeitnehmer ihr übriges Vermögen lieber investieren, wenn die eigenen Finanzen dauerhaft aufgebessert werden sollen. Dabei besteht zwar ein gewisses Risiko, doch die Renditen sind in den meisten Fällen deutlich höher.

Ein wichtiger Tipp bei jeder Investition: Niemals nur auf eine einzige Geldanlage setzen. Sind Immobilien heute vielleicht noch eine gute Anlagemöglichkeit, kann der Immobilienmarkt schon morgen ohne Vorwarnung zusammenbrechen. Gleiches gilt für Aktien und andere Investitionsmöglichkeiten. Es ist vorteilhaft, seine Anlagen zu streuen, um im Falle eines derartigen Crashs nicht finanziell ruiniert zu werden.

Derselbe Tipp kann auch auf die Altersvorsorge umgelegt werden: Statt komplett auf die gesetzliche Rente zu vertrauen, empfiehlt es sich, weitere Vorsorgemöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, um nicht von einer einzigen Geldquelle abhängig zu sein.

Sicherheit vor Risiko: Investieren in Fonds und ETFs

Ein deutlich geringeres Risiko als Aktien stellen sogenannte Investmentfonds und ETFs dar. Dementsprechend sind diese Anlageformen vor allem für ältere Investoren empfehlenswert. Bei Fonds werden die Anlagen auf verschiedene Branchen oder Unternehmen verteilt, der Anleger erwirbt Anteile daraus und muss sich nicht sonderlich um seine Investitionen kümmern.

Auch für Investmentfonds und ETFs gilt, in frühen Jahren zu starten. Quelle fotolia.com © Alex

Durch die breite Streuung der Anlagen bietet diese Investitionsmöglichkeit ein deutlich geringeres Risiko als klassische Aktiengeschäfte, aber höhere Renditen als klassische Sparbücher und Festgeldkonten.

Dennoch gilt auch hier: Die Anlagen des Investors sollten möglichst gestreut werden, um das Risiko für Verluste weiter zu minimeren.

Je früher gestartet wird, desto besser. Wer bereits in jungen Jahren investiert, kann Kursschwankungen besser überbrücken. Die Zeit, die bis zum Rentenbeginn überbrückt werden muss, ist deutlich länger als bei älteren Anlegern. Der Investor kann seine Auszahlung dadurch besser strecken und muss meist keine Verluste in Kauf nehmen. Wer sich ein finanzielles Polster fürs Alter schaffen will, kann dies mit Fonds und ETFs also relativ risikoarm erreichen.

Wohneigentum als Altersvorsorge: sinnvoll?

Ein Eigenheim gilt vielerorts immer noch als beste Geldanlage und damit auch als sinnvollste Absicherung für das Alter. Kein Wunder: Das Risiko ist vergleichsweise gering und wurde der Kredit erst einmal vollständig getilgt, steht dem Besitzer ein sicheres Dach über dem Kopf zur Verfügung oder er kann mit regelmäßigen Mieteinnahmen rechnen.

Doch auch für diese Anlageform gibt es keine eindeutige Empfehlung. Ob es günstiger ist, weiterhin zur Miete zu wohnen oder in Wohneigentum zu investieren, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Ältere Menschen haben sich meist bereits für einen Heimatort entschieden, Flexibilität spielt für sie weniger eine Rolle. Ein klares Argument dafür, sein Geld nicht mehr für Mieten auszugeben, sondern in eine eigene Immobilie zu investieren. Allerdings sollte die Finanzierung in der entsprechend kürzer zur Verfügung stehenden Zeit noch realisierbar sein.

Grundsätzlich birgt der Mythos Eigenheim als Altersvorsorge auch Nachteile und dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

Als Favorit ür die beste Geldanlage gilt vielerorts weiterhin die eigene Imobilie. Quelle fotolia.com © js-photo

Momentan bilden sich in vielen Großstädten gefährliche Immobilienblasen. Platzen diese irgendwann, sinkt der Wert der ursprünglich so angepriesenen Immobilie schnell auf einen Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Im schlimmsten Fall erzielen Investoren durch den Kauf einer Immobilie also sogar Verluste statt für das Alter vorzusorgen. Dies gilt übrigens auch, wenn der Kredit für das Objekt in Hochzinszeiten aufgenommen wurde und nur wenig Eigenkapital eingebracht wird.

  • Was außerdem gegen Immobilien als Altersvorsorge spricht: Kommt es zu einem finanziellen Engpass, kann das Investitionsobjekt meist nur mit einiger Vorlaufzeit in einen tatsächlichen finanziellen Wert verwandelt werden. Das Vermögen, das in einer Immobilie steckt, ist nicht liquide. Aus diesem Grund ist es nicht sinnvoll, auf Wohneigentum als einzige Altersvorsorge zu setzen.

Staatlich geförderte Rentenoptionen in Anspruch nehmen

Eine interessante Option für zukünftige Rentner: staatlich geförderte Rentenmodelle. Diese sind meist aus dem Grund rentabel, da sie bezuschusst werden oder sich ganz oder teilweise von der Steuer absetzen lassen. Momentan stehen Arbeitnehmern hierzulande zwei Modelle zur Verfügung:

  • die Riesterrente
  • die Rürup-Rente

Beide Rentenmodelle bieten sowohl Vorteile als auch Nachteile und lohnen sich definitiv nicht in jedem Fall. Aus diesem Grund stehen die beiden Optionen auch immer wieder in der Kritik. Es sollte vor einem Vertragsabschluss daher unbedingt geprüft werden, ob diese Rentenmodelle tatsächlich einen Vorteil bringen oder ob sich andere Investitionsmöglichkeiten eher lohnen.

Auch Arbeitnehmer 50 plus können theoretisch noch von diesen Modellen profitieren. Allerdings muss hier beachtet werden, dass die Riester-Bezüge auf etwaige Sozialleistungen angerechnet werden. Wer also aufgrund einer geringen Rente voraussichtlich auf Sozialleistungen angewiesen ist, sollte unbedingt vorher durchrechnen, ob sich der Abschluss einer Riester-Rente für ihn überhaupt lohnt.

Möglichkeiten einer Betriebsrente prüfen

Arbeitnehmer sollten als mögliche Altersvorsorge immer auch eine betriebliche Rente in Betracht ziehen. Bei der betrieblichen Altersvorsorge kann der Angestellte bei seinem Arbeitgeber auf eine Umwandlung von Teilen seines Gehalts zur Verwendung für die betriebliche Rente bestehen, was steuerliche Vorteile bietet.

Allerdings lohnt sich diese Option nicht in jedem Fall: Unterstützt der Arbeitgeber die Betriebsrente nicht durch einen finanziellen Zuschuss und liegt das eigene Jahreseinkommen unterhalb einer gewissen Grenze, fallen für die betriebliche Rente zusätzliche Steuern an. Es sollte daher geprüft werden, ob diese Option lohnenswert ist, um die eigene Altersvorsorge sicherzustellen.

Ebenfalls wichtig: Eine betriebliche Altersvorsorge kann nicht immer zu einem neuen Arbeitgeber mitgenommen werden. Wer die Arbeitsstelle häufig wechselt, sollte sich daher ebenfalls informieren, ob die betriebliche Rente tatsächlich sinnvoll ist. Gegebenenfalls lohnen sich andere Vorsorgemöglichkeiten eher.

Fazit: Altersvorsorge lohnt sich auch mit 50 plus

Obwohl jüngere Arbeitnehmer grundsätzlich am stärksten von einer privaten Altersvorsorge profitieren, lohnt es sich auch für die meisten Arbeitnehmer über 50 noch, privat vorzusorgen.

Hier müssen die verfügbaren Modelle allerdings genauer auf ihre Rentabilität geprüft werden, um keine Verluste zu riskieren. Mit geeigneten Strategien und Investitionsmöglichkeiten ist es also durchaus auch in höheren Jahren noch möglich, finanzielle Rücklagen für das Alter zu bilden.

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