Sicherheit im Internet – Vorsicht beim Umgang mit Geld

Im Internet wird tagtäglich gespielt, miteinander kommuniziert, eingekauft oder es werden anderweitige Geldgeschäfte abgewickelt. Leider hört man immer wieder auch von Sicherheitslücken. Wer sie kennt, kann sich passend davor schützen.

Ganze Unternehmen werden durch unerlaubte Zugriffe lahmgelegt oder zumindest in ihren Abläufen stark behindert, Daten werden von Hackern gestohlen oder gelangen über verschiedene Kanäle auf irgendwelche Plattformen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, persönliche und zum Teil geheime Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist die Cybersicherheit. Spezialisierte Unternehmen versuchen mit verschiedenen Mitteln die Sicherheit im Internet zu erhöhen und die verschiedenen Formen der Internetkriminalität zu bekämpfen.

Onlineshopping und die damit verbundenen Risiken

Wer im Internet shoppen geht, der muss sich bewusst sein, dass es auch dabei einige Risikofaktoren gibt, durch die der Umgang mit Geld unsicher sein kann. Dies gilt vor allem für große Plattformen, auf denen eine große Zahl von Verkäufern ihre Produkte und Dienstleistungen zum Verkauf anbieten.

Risiko durch Anonymität

Viele Aktivitäten im Internet können anonym getätigt werden. Dies gilt auch für den Bereich Online-Shopping. Interessiert man sich für ein Produkt, lernt man den Anbieter, im Gegensatz zu einem Ladengeschäft, nicht persönlich kennen. Es bleibt bei einer rein virtuellen Begegnung. Dieser Umstand wird noch dadurch verstärkt, dass man auch über die Internetseite oft nur wenige Informationen über den Verkäufer erhält.

Bevor man etwas über einen Online-Shop kauft, sollte man deshalb zumindest einen Blick auf das (in Deutschland für Händler gesetzlich vorgeschriebene) Impressum des Unternehmens werfen. Vorsichtig sollte man bei Anbietern sein, deren Unternehmen im EU-Ausland oder in einem Staat außerhalb der Europäischen Union gemeldet ist. Aufgrund geltender Zollbestimmungen können nämlich zusätzliche Kosten für Zollgebühren oder ähnliche Aufwendungen anfallen.

Seriöse Anbieter erkennen

Nicht nur im Bereich Online-Shopping, auch bei anderen Plattformen, bei denen auf verschiedenste Weise Geld transferiert wird, können Sicherheitszertifikate ein Hinweis auf Seriosität sein. Solche Siegel gibt es sowohl im Bereich E-Commerce, als auch für andere Webplattformen, etwa im Bereich Online-Spiele. Dort ist es meist der TÜV, der die Anbieter prüft und Siegel vergibt. Darüber hinaus kann ein Blick in Forenbeiträge oder in Kundenbewertungen weiterhelfen. Sie zeigen, welche Erfahrungen andere Verbraucher mit dem Anbieter bereits gemacht haben.

Firmensitz im Ausland – schwierig bei Reklamation oder Rückerstattungen

Problematisch kann es werden, wenn man etwas über das Internet gekauft hat und es beispielsweise aufgrund von mangelhafter Qualität reklamieren und das bereits gezahlte Geld zurückerstattet bekommen möchte.

Solange der Online-Shop seinen Firmensitz im Inland hat, gibt es meistens wenig Probleme. Befindet sich der Sitz des Unternehmens hingegen im Ausland, gestaltet sich nicht nur die Rücksendung der Ware schwierig, es ist oft auch fast unmöglich sein Geld zurückzubekommen. Umfangreiche Verbraucherschutzrechte, wie sie hierzulande üblich sind, gelten dort meist nicht oder bieten weniger Schutz.

Sicherheitslücken bei den Zahlungsmethoden und Zugangsdaten

Leider gibt es zahlreiche schwarze Schafe im Bereich des E-Commerce und immer wieder hört man vom Missbrauch der Zugangsdaten von arglosen Kunden. Zudem arbeiten manche Unternehmen mit unsicheren Verschlüsselungen bei der Bezahlung. Hier ist es ratsam, sich den Standard der Verschlüsselung anzusehen, seriöse Anbieter verwenden die sogenannte SSL-Verschlüsselung.

Worauf man als Kunde beim Online-Shopping besonders achten sollte, sind nicht sofort erkennbare Zusatzkosten. Hier sollte man insbesondere bei der Buchung von Reisen im Internet vorsichtig sein.

Auf Abo-Fallen achten – Geld sparen

Vor allem im Bereich der Dienstleistungen haben einige Unternehmen die berühmten „Abo-Fallen“ eingebaut. Der Kunde nutzt ein vom Anbieter beworbenes Einstiegs-Abo zu besonders günstigen Konditionen, das dann, von ihm unbemerkt, automatisch in ein teures Dauer-Abo verwandelt wird.

Gegen solche Fallen kann man sich inzwischen gut wehren und der Gesetzgeber hat Vorkehrungen getroffen, um solchen Unternehmen den Betrug zu erschweren bzw. einen solchen völlig zu unterbinden.

Risiken beim Online-Banking vermeiden

So praktisch und zeitsparend das Online-Banking ist, der Umgang mit Geld im Internet birgt auch jede Menge Risiken. Als Grundregel raten die Experten jedem, die von der Bank vergebene PIN (Persönliche Identifikationsnummer) sowie die TANs (Transaktionsnummern) sicher zu verwahren. Werden sie gestohlen, hat der Dieb die Möglichkeit, auf das Konto des Bestohlenen zuzugreifen und in seinem Namen Geldgeschäfte zu tätigen.

Meist begnügen sich die Diebe damit, möglichst viel Geld vom Konto abzuheben, was zu hohen Schadenssummen führen kann. Die meisten Banken haben verschiedene Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um eventuelle Schäden möglichst gering zu halten.

Mehr Sicherheit beim Online-Banking durch Foto-TAN-Verfahren

Die Anbieter von Online-Banking sind sich des Risikos bewusst, das durch gestohlene oder verlorene TANs entsteht. Verschiedene Verfahren gibt es derzeit – mit unterschiedlich hohem Sicherheitsstandard:

  • TAN-Liste in Papierform (klassische Variante mit von der Bank postalisch zugesandten Listen mit TANs)
  • iTAN (indizierte bzw. durchnummerierte TANs, von denen die Bank pro Vorgang eine bestimmte Nummer anfordert)
  • ChipTAN (benötigte TAN wird mithilfe eines TAN-Generators vom Kunden selbst erzeugt, sie ist nur für einen Vorgang zu einer bestimmten Zeit gültig, Unterformen sind optische oder manuelle Chip-TANs)
  • mTAN (bei der mobileTAN übermittelt die Bank dem Kunden die benötigte TAN per SMS auf sein Smartphone)
  • HBCI-Verfahren (Homebanking Computer Interface-Verfahren, funktioniert mithilfe installierter Software, eines Lesegerätes, einer Chipkarte sowie einer PIN, die beide bei jeder Überweisung zur Anwendung kommen müssen)

Um die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen, führen immer mehr Banken das sogenannte Foto-TAN-Verfahren ein. Das bedeutet, dass sich der Kunde zunächst eine spezielle App der Bank auf sein Smartphone laden muss. Möchte er dann eine Online-Überweisung tätigen, erscheint auf dem Bildschirm seines Computers ein QR-Code. Diesen muss der Kunde mit seiner App erfassen, worauf ihm von der Bank über sein Handy eine TAN übermittelt wird. Nur wenn er diese korrekt am Computer eingibt, wird der Überweisungsvorgang abgeschlossen.

Alternativ funktioniert das Verfahren mit einem speziellen TAN-Generator. Zur Erzeugung wird am Bildschirm ein flackernder Barcode angezeigt, der mithilfe des Gerätes entschlüsselt werden kann. Daraufhin wird eine einmalig gültige Transaktionsnummer generiert.

Phishing-Mails zum Diebstahl von Passwörtern oder Kreditkartennummern

Das Versenden von Phishing-Mails ist eine beliebte Methode, an Daten von Bankkunden zu gelangen. Das funktioniert, indem die Betrüger authentisch aussehende Mails verschicken und die Bankkunden in diesen bitten, ihre Kundendaten auf den neuesten Stand zu bringen. Als Gründe werden sehr oft angeführt:

  • Ablauf der bisherigen Kreditkarte
  • Notwendigkeit der Passwort-Erneuerung
  • Erfordernis der Bestätigung der Kundendaten

In der Mail findet sich ein Link, über den die Kunden auf die Website der Bank gehen und dort die angeforderten Daten eingeben sollen. Die Ziel-Website wirkt meist echt, ist allerdings gefälscht. Hier ist es wichtig zu wissen, dass Banken ihre Kunden nie per E-Mail um irgendwelche Zugangsdaten bitten oder dazu auffordern, persönliche Daten zu erneuern.

Trojaner und Würmer – Schadsoftware in E-Mails

Aufgrund der nicht vorhandenen Filialnetze sind Direktbanken darauf angewiesen, mit ihren Kunden mithilfe von Briefen, Anrufen und vor allem E-Mails zu kommunizieren. Das eröffnet leider Betrügern die Möglichkeit, tätig zu werden. Sie versenden wieder täuschend echt wirkende Mails an eine große Zahl von Personen und verstecken in den Anhängen Schadsoftware in Form von Würmern oder Trojanern.

Dabei spekulieren sie darauf, dass der Empfänger den Anhang öffnet. Tut er dies, wird die schädliche Software auf dem Computer des Opfers unbemerkt installiert. Bei seinem nächsten Besuch auf der Website seiner Bank späht die Software dann seine Zugangsdaten aus und schickt sie an die Absender. Bevor das Opfer merkt, dass er bestohlen wurde, haben die Betrüger Geld vom Bankkonto des Opfers auf ihre Konten überwiesen und sind über alle Berge.

Im Bereich der Cyberkriminalität sehr beliebte Spionage-Programme zum Ausspähen fremder Daten sind etwa sogenannte Keylogger (sie können die Tastatureingabe speichern und weiter- bzw. wiedergeben) oder Sniffer (sie spionieren PIN, TAN und Passwort aus und senden sie an die Betrüger weiter).

Ein absolut sicheres Internet ist eine Utopie

Die im Internet tätigen Unternehmen tun ihr Möglichstes, um ihre Kunden und deren Daten vor Cyber-Angriffen zu schützen. Es werden immer bessere Abwehrsysteme erfunden, die das Abschöpfen von Daten oder das Stören der Betriebsabläufe durch Schadsoftware verhindern sollen.

Trotzdem muss konstatiert werden, dass es einen absolut sicheren Umgang mit Geld im Internet vermutlich nicht geben wird. Zu schnell stellen sich Betrüger auf neue Sicherheitsmaßnahmen von Unternehmen ein und entwickeln immer neue Programme, um diese zu umgehen.

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