Chinesisch, französisch oder englisch – internationale Küchen im Vergleich

Englisch kochen? Das klingt nach Lamm in Minzsoße, grauem Porridge und schwerem Plumpudding. Französische Küche hat eher den Ruf, Gourmets zu erfreuen, Freunde mediterraner Küche sollen uralt werden. Was ist dran an den Vorurteilen über die verschiedenen Länderküchen?

 

 

Wer schon einmal Urlaub in England gemacht hat, tat das sicher nicht wegen des guten Essens. Gourmetreisen unternimmt man eher nach Frankreich, denn die französische Küche hat einen hervorragenden Ruf. Zuhause kocht man, wenn nicht Hausmannskost, eher mediterran oder asiatisch als englisch. Aber englisch kochen ist besser als es zunächst klingt.

Englisch kochen birgt Überraschungen

Glauben Sie’s oder nicht: Die englische Küche hatte im 19. Jahrhundert einen besseren Ruf als die französische. Selbst die heiklen Franzosen lobten die „cuisine anglaise“ als besonders exquisit und erlesen. Grund für die Begeisterung war die große Vielfalt an Gewürzen und Geschmacksrichtungen der englischen Küche. Das britische Königreich hatte als Kolonialmacht problemlosen Zugriff auf sämtliche exotische Gewürze, die für andere Länder nur schwer zu bekommen waren. Mit dem Niedergang des Kolonialreichs schwand auch der Zugriff auf exotische Gewürze und die englische Küche verlor ihren Glanz. Heute ist sie stark von den kulinarischen Einflüssen der Einwanderer bestimmt. Besonders beliebt sind Lasagne, Pizza und indisches Chicken tikka masala. Wer traditionell englisch kochen will, kommt aber um „Yorkshire Pudding“, „Bubble and squeak“ und „Sheperd’s pie“ nicht herum. Englisch kochen erfordert eine Menge Fleisch, Fett und Offenheit für neue geschmackliche Impressionen. All zu sehr auf die Gesundheit achten sollte man als Fan der englischen Küche auch nicht, denn viele Gerichte sind sehr fett- und cholesterinhaltig und ein traditionelles englisches Frühstück mit Bohnen, Würstchen, Spiegelei und Toast garantiert einen ungesunden, schweren Start in den Tag. Dennoch hat auch die Küche der Insel viel Gutes zu bieten. Die Teezeremonie des Five o`clock tea zum Beispiel. Gegen die kleinen Köstlichkeiten, die dort geboten werden, haben es deutsche Butterbrote schwer. „Scones“ mit Erdbeerkonfitüre, Ingwer-Kekse, Schottisches Shortbread, Muffins, Früchtekuchen und verschiedene herzhaften Sandwiches gehören zu einer traditionellen Tee-Zeremonie unbedingt dazu. Wer möchte das nicht sofort ausprobieren?

Gesünder: mediterran statt englisch

Gesünder als englisch kocht man mit der mediterranen Küche. Auch hier wird viel Öl verwendet, doch handelt es sich meistens um Olivenöl, das den Cholesterinspiegel senkt. Typisch für die Küche der Mittelmeerländer ist ein Mix aus Salat, Gemüse, Obst, Brot und Hülsenfrüchten. Rind- und Schweinefleisch stehen selten auf dem Plan, wohl aber das gesündere Geflügel sowie frischer Fisch. Der große Anteil an Gemüse und Obst versorgt den Körper mit Ballaststoffen, Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Außerdem nimmt man wenig Kalorien zu sich, so dass Fettpölsterchen erst gar nicht entstehen können. Immer wieder belegen Studien, dass die mediterrane Küche vor Herzkrankheiten schützen kann. Auch die Deutsche Herzstiftung empfiehlt die Küche des Mittelmeerraums. Genug Gründe, sie einmal Zuhause auszuprobieren.

Englisch oder asiatisch kochen: größer kann der Unterschied kaum sein

Völlig anders als englisch oder mediterran kocht man in Asien. Bedeutet englisch zu kochen deftige Eintöpfe mit viel Fleisch und tierischem Fett zuzubereiten, zeichnet sich die asiatische Küche durch kleine, feine Mahlzeiten aus, bei denen man sich nicht satt, sondern glücklich essen soll. Asiatische Küche ist zugleich süß, sauer, scharf und mild. Und immer ist sie leicht und mit viel Liebe zum Detail zubereitet. Essen hat eine große Bedeutung in der asiatischen Alltagskultur, daher wird viel Wert auf hochwertige Zutaten und perfekte Verarbeitung gelegt. Hauptzutaten der asiatischen Küche sind Gemüse, Tofu, Sprossen, Fisch und natürlich Reis. Den typisch asiatischen Geschmack bekommen die Gerichte durch Gewürze wie Tamarinde, Ingwer, Fischsoße, Sojasoße oder Zitronengras. Da ähnlich wie in der mediterranen Küche viel Gemüse verarbeitet wird, ist asiatische Küche sehr gesund. Die Speisen werden nicht zerkocht und behalten so ihren hohen Vitamingehalt. Der viele frische Seefisch liefert Omega-3-Fettsäuren, die das Risiko für Herzerkrankungen senken. Sojaprodukte wie Tofu sind fett- und cholesterinarm und enthalten Phyto-Östrogene, die Beschwerden in den Wechseljahren mildern sollen. Auch dem grünen Tee, der traditionell zum Essen getrunken wird, werden gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt.

Englisch oder französisch, das ist Geschmackssache

Frankreich erfand die Haute Cuisine. Französische Köche kreierten die Sauce Hollandaise, die Sauce Robert, die Mayonnaise und die Béchamel. Aus Frankreich stammen einige der edelsten Käse und Weine der Welt. Berühmt sind auch französische Tartes, Crêpes oder „Mousse au chocolat.“ Frankreichs Küche ist zweifellos eine der besten überhaupt. Auch in der Alltagskultur Frankreichs hat Essen einen hohen Stellenwert. Ein Menü besteht grundsätzlich aus mindestens drei Gängen, auch wenn man nur in der Mittagspause essen geht. Jenseits von Hummer, „Foie gras“ und Schnecken bietet die französische Küche aber auch bodenständige ländliche Eintopfgerichte wie „Pot-au-feu“, „Coq au vin oder „Cassoulet“, ein beinah englisch anmutendes Schmorgericht aus weißen Bohnen, Speck, Schweinefleisch und Würstchen.
Unter dem Aspekt der Gesundheit unterscheidet sich die französische Küche nicht von der deutschen. Immer ist eine ausgewogene Zusammenstellung der Speisen wichtig. Zu viel tierisches Fett sollte man vermeiden und stattdessen viel Gemüse und Vollkornprodukte zu sich nehmen. Für welche Kochweise man sich auch entscheidet, englisch, mediterran, asiatisch oder französisch: Wichtig ist, dass das Kochen Spaß macht und die Gesundheit nicht zu kurz kommt.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion

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