Entgiftung – Aberglaube oder nützliche Therapie?

Seit ein paar Jahren sind Entschlackungskuren geradezu ein Trend geworden. In der Schulmedizin aber ist die Entgiftung nach wie vor umstritten. Dabei gibt es ebensoviel Argumente für wie gegen die Entgiftung als therapeutische Maßnahme.
In der alternativen Medizin bedeutet Entgiftung und Entschlackung eigentlich dasselbe. Der Theorie nach entstehen im Körper Giftstoffe, die so einfach nicht wieder hinaustransportiert werden können. Diese wurden in der Vergangenheit "Schlacken" genannt. Es geht also darum, schädliche Stoffwechselprodukte auszuscheiden, was im Allgemeinen im Rahmen einer Diät oder durch Basenfasten erfolgt. Entgiftung bedeutet aber nicht, einfach auf jegliche Nahrungsaufnahme zu verzichten. In den meisten Fällen werden zusätzlich Abführmittel, wie beispielsweise Glaubersalz, eingenommen, um den Ausscheidungsprozess zu verstärken. Aus medizinischer Sicht ist die Wirkung einer Entgiftung sehr umstritten, da es eigentlich im Körper kein Gift und auch keine "Schlacken" ansammeln, die abtransportiert werden müssten. So gibt es bis heute keine einzige wissenschaftlich einwandfreie Studie darüber, dass sich die Entgiftung prinzipiell gesundheitsfördernd auswirkt.Ganz so einfach ist die Situation aber auch wieder nicht. Auch wenn die Schulmedizin Methoden der Entgiftung eher skeptisch sieht, gibt es eine sehr große Zahl von Menschen, die auf diese Methode der Diät schwören und sie regelmäßig und lange Zeit immer wieder praktizieren. Zwar könnte man das auf eine rein psychologische Weise interpretieren, aber die Anzahl der glücklichen Heilfasten-Anhänger ist doch auffällig.

Entgiftung ist mehr als Diät

Ein paar gesundheitsfördernde Wirkungen der Entgiftung kann auch die Medizin nicht von der Hand weisen: Die in der Regel stark beanspruchten menschlichen Ausscheidungsorgane wie Leber, Nieren, Darm, Blase und Haut werden durch eine Entgiftung entlastet. Und auch der Säuren-Basen-Haushalt des Körpers kann durch eine Engiftung wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Bei aller Kritik der Schulmedizin darf außerdem ein ganz zentraler Punkt nicht vergessen werden: Das Prinzip des Fastens steht immer auch mit einer seelischen Reinigung in Verbindung. Nimmt der Mensch eine zeitlang keine Nahrung zu sich, verändert sich natürlich seine Wahrnehmung auf sich und die Umwelt. Auch wenn viele Mediziner die Entgiftung als wissenschaftlich unnötig sehen, kennt die Kulturgeschichte dieses Prinzip seit Ewigkeiten. Ganz unnütz kann eine Entgiftung folglich nicht sein.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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