Heilende Pflanzen – Wirkung und Gestalt in alten Fachbüchern

Viele Pflanzen sind hierzulande für ihre Verwendung in Pharmazie und Homöopathie bekannt. Auch wenn bei einer kaum zu überblickenden Menge von Pflanzen Wirkung und Heilkraft dokumentiert sind, dürfte selbst erfahrene Kräuterkenner ein Blick auf traditionelle Fachliteratur überraschen.

Naturheilkunde ist immer auch traditionelle Heilkunde, denn natürliche Zutaten waren in der Vergangenheit die einzige Möglichkeit einer medizinischen Behandlung. Seit der Mensch existiert, hat er beim Konsum von Tieren und Pflanzen Wirkung und Gestalt seiner Nahrung dokumentiert. Diese Wissenschaft von Wechselwirkungen zwischen Stoffen und Lebewesen nennt man Pharmakologie. Dabei wird sich zunächst nur auf die Natur selbst ohne Rücksicht auf deren Nützlichkeit oder Schädlichkeit für den Menschen konzentriert. Der Nutzen bestimmter Pflanzen, Wirkung und eventuell heilende Effekte, wären erst in einem zweiten Schritt ein Gegenstand der Pharmakologie. In früheren Zeiten war man natürlich darauf angewiesen, bei Pflanzen Wirkung und Heilkraft in Selbstversuchen herauszufinden, was die frühe Pharmakologie zu einer nicht ganz ungefährlichen Angelegenheit werden ließ. Wann und auf welche Weise Pflanzen Wirkung zeigen, haben dabei unsere Vorfahren teilweise schmerzhaft erfahren müssen. Heute ist bei Pflanzen Wirkung und Zusammensetzung so weit dokumentiert, dass die Pharmakologie bei weitem nicht mehr ein ursprüngliches Abenteuer ist. Selbstversuche sind heute auch nicht mehr in vergleichbarem Maße notwendig und vor allem nicht mehr so gefährlich wie früher.

Dioskurides über Pflanzen, Wirkung von Pflanzen auf den Menschen und Arzneimittel

Der wohl berühmteste Pharmakologe des Altertums war der griechische Militärarzt Dioskurides. Sein Hauptwerk, die Materia Medica, besteht aus 16 Büchern und umfasst etwa 1000 Arzneimittel. Es listet bei Pflanzen Wirkung und Erscheinungsbild so genau auf, dass es im gesamten Mittelalter immer wieder zum Vorbild wurde. Die Materia Medica gilt heute als eines der wichtigsten medizinischen und pharmakologischen Nachschlagewerken überhaupt und war ein Vorbild für eine Reihe von Büchern, die im Mittelalter entstanden sind und bei Pflanzen Wirkung und Zusammensetzung weiter beschrieben haben. Zwar hat die moderne Technologie die gesamte Medizin verändert und erweitert, aber noch heute bleiben bei manchen Pflanzen Wirkung und Effekte unbekannt.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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