Was Heilpraktiker leisten können – und was nicht

In der Vergangenheit war der Ruf dieser Tätigkeit sehr schlecht. Aber mit der Zunahme von Zivilisationskrankheiten und einer größeren Toleranz gegenüber medizinischen Alternativen verbesserte sich auch das Image der Heilpraktiker.

In Deutschland üben mittlerweile etwa 20 000 Heilpraktiker ihren Beruf aus. Das Spektrum ihrer Tätigkeiten ist entsprechend groß: Aromatherapie, Bioenergetik, Physiotherapie und autogenes Training sind nur ein paar Beispiele für unterschiedliche Fachrichtungen, auf die sich ein Heilpraktiker spezialisieren kann. Während einige der Methoden scharf kritisiert werden, sind andere mittlerweile auch von der Schulmedizin weitgehend anerkannt. Heilpraktiker ist dabei nur eine ungenaue Sammelbezeichnung. Gerade in Bereichen, bei denen die klassische Medizin machtlos ist, entdecken viele Menschen unkonventionelle Heilmethoden für sich. Vor allem in ergänzender Funktion kann der Heilpraktiker wichtige Impulse geben und zur Genesung des Patienten beitragen: So gibt es in Deutschland mittlerweile Praxisgemeinschaften, bei denen Arzt und Heilpraktiker gemeinsam Patienten betreuen. Die Tatsache, dass in Deutschland mittlerweile bestimmte Dienste von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, ist ein Argument dafür, dass manche Therapiemethoden gute und wichtige Erfolge verzeichnen.

Heilpraktiker in der Kritik

Während einige Fachrichtungen mittlerweile von der Schulmedizin anerkannt sind, werden andere wiederum teilweise scharf kritisiert. Besonders kritisch betrachtet wird dabei die Arbeit von Homöopathen: Methoden, die von Homöopathen angewendet werden, sind wissenschaftlich betrachtet nicht haltbar. Vereinzelte Wirkungen werden meist als Placeboeffekte verstanden, also scheinbare Erfolge, die nur mit dem Kontext der Behandlung in Verbindung stehen. Dennoch vertrauen viele Patienten auf die Methoden von Homöopathen. Letzten Endes ist es natürlich gleichgültig, ob es sich um einen scheinbaren oder einen wissenschaftlich nachweisbaren Effekt handelt, wenn das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Und wenn man die Homöopathie als wirksames Mittel für sich entdeckt hat, spricht absolut nichts dagegen, der sanften Heilmethode auch weiterhin zu vertrauen. Als genereller Kritikpunkt an der alternativen Medizin bleibt aber anzumerken, dass sich die sanften Methoden der Heilpraktiker bei bestimmten ernsthaften Erkrankungen als nutzlos erweisen müssen: Verschreibungspflichtige Medikamente und Betäubungsmittel bekommt man bei keinem Heilpraktiker. Als Interessierter sollte man sich vorher genau über die jeweilige Therapiemethode informieren und bei ernsthaften Beschwerden das Aufsuchen eines normalen Arztes immer in Erwägung ziehen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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