Honig – Die goldene Süße aus der Natur

Honig ist ein von Bienen erzeugtes Produkt mit dem wir unser Leben bereichern. Die Deutschen sind mit dem Pro Kopf Verbrauch von rund 1,5 Kilo Honig im Jahr Weltmeister im Honig essen. Aber ist er wirklich das Naturprodukt, für das ihn alle halten?

Wußten Sie eigentlich, dass es Honig gibt, der nicht ausschließlich von Bienen hergestellt wird? Der Begriff Honig stammt aus dem indogermanischen und bedeutet der Goldfarbene. Honig besteht aus verschiedenen Inhaltsstoffen, die je nach Honigsorte variieren. Die vielen unterschiedlichen Honigarten bestehen aus Fruchtzucker, Traubenzucker und Wasser. Die Sorten unterscheiden sich außerdem in Farbe, Konsistenz und im Geschmack. So wird es mit Honig keineswegs langweilig. Für Abwechslung ist gesorgt. Honig ist außerdem sehr vielseitig verwendbar. Ob als Süßungsmittel, ob als Brotaufstrich oder als Kosmetik. Nicht nur wegen der Bärenjagd, bei der früher Honig als Köder verwendet wurde, auch wegen seines köstlichen Geschmacks gibt es Honig als vielfach verwendetes Nahrungsmittel nachweislich schon seit der Steinzeit.

Honigs gilt als ein alternatives Süßungsmittel, das gesünder und schmackhafter ist als Industrie-Zucker. Zudem gilt Honig als ein Gegenentwurf zum modernen, billigen Industrie-Haushaltszucker. Der Jahresverbrauch von Honig in Deutschland liegt pro Kopf bei rund 1,4 kg. Der hohe Zucker- und der geringe Wassergehalt sorgen dafür, dass Honig sehr lange haltbar ist. Älterer Honig wird allerdings mit der Zeit fest. Das nennt man kristallisieren oder kandieren. Wann ein Honig kristallisiert hängt allerdings von der Honigsorte ab. Tannenhonig etwa bleibt monate- oder jahrelang flüssig. Fest gewordener Honig kann aber durch Erwärmen wieder flüssig gemacht werden.

Honig – Vielseitig und lecker

Honig ist das, was entsteht, wenn Bienen Nektar-Säfte und andere Pflanzensäfte sammeln und dann mit körpereigenen Stoffen anreichern. Die Bienen kultivieren diese Säfte in sogenannten Waben. Die während der Weitergabe unter den Bienen zugeführten Stoffe verändern das Zuckerspektrum der Nektarsäfte und reduzieren den Wassergehalt. Das ist der sogenannte Trocknungsvorgang des Honigs. Wenn der Honig dann schließlich reif ist, kann er vom Imker geerntet werden. Dafür muss dieser Bienen züchten und erreichen, dass diese mehr Honig produzieren als sie selbst verbrauchen. Der Honig ist die Energiequelle der Bienen, die sich von ihrem selbst hergestellten Produkt ernähren. Statt eines Winterschlafes oder einer Winterstarre, wie sie andere Tiere und Insekten als Überlebensstrategie haben, legen sich Bienen einen Honigvorrat an, um zu überleben.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Formen von Honig. Einmal gibt es Blütenhonig, der aus Blütennektar gewonnen wird. Dann gibt es Honigtauhonig, auch Waldhonig genannt, der den Ausscheidungen von pflanzen-saugenden Insekten entspringt. Waldhonig wird also nicht aus Nektar, sondern aus sogenanntem Honigtau hergestellt. Honigtau bezeichnet hier das, was Läuse und andere Insekten ausscheiden und tautropfenartig an Tannen und anderen Bäumen hängen bleibt. Waldhonig fällt eher durch einen herberen und kräftigen Geschmack auf. Honigtauhonig von Laubbäumen, im Gegensatz zu Nadelbäumen, ist dagegen eher karamellartig. Fichten-, Tannen-, und Waldhonig gehören zu den Honigtauhonigen.

Besonders bekannt unter den Blütenhonigen ist der Akazienhonig. Die Blüten der Akazie sind sehr reichhaltig an Nektar und der Geschmack des Akazienhonigs ist angenehm mild und doch aromatisch. Er fällt durch seine helle Farbe auf und gilt als besonders schmackhaft in Tees. Besonders helle Honigsorten, wie der Akazienhonig, sind mild und bekömmlich. Hier stechen Akazienhonig, Wildblütenhonig, Rapshonig und Lindenhonig besonderes hervor. Farblich unterscheiden sich Honigsorten auch sehr markant voneinander. Man kennt Honig eher als gold-gelb, doch er kann auch dunkelbraun wie der Kastanienhonig, rötlich-gelb wie der Heidehonig oder sehr hell und cremig weich wie der Lavendelhonig sein.

Was sie bei Honig beachten sollten

Laut EU Verordnung wird Honig nichts hinzugefügt oder entzogen und ist somit zu 100 Prozent ein Naturprodukt. Bei einer Erhitzung über 40 Grad werden wertvolle Inhaltsstoffe des Honigs zerstört. Zudem entsteht die Substanz Hydroxymethylfurfural, die sogar gesundheitsschädigend sein kann. Beachten Sie also: Honig ist zwar zu 100 Prozent ein Naturprodukt, doch manche Honigsorten werden bei der Herstellung doch noch verarbeitet, damit sie nicht fest werden. Darunter fallen die Honigsorten in den Spenderflaschen, die auf dem Kopf stehen. Honig ist keineswegs immer so naturbelassen wie er beworben wird. Auch bei Stiftung Warentest wurden bei getesteten Honigen in den letzten Jahren immer wieder Mängel festgestellt. Sogar Rückstände von Antibiotika und Bienenabwehrmittel wurden gefunden.

Zudem ist der Begriff ‚kaltgeschleudert‘ als Qualitätsmerkmal irreführend. Erst einmal sind alle Honigsorten kaltgeschleudert. Man unterscheidet nur Schleuderhonig und Presshonig voneinander, da Presshonig bei der Gewinnung erhitzt wird. Bei der Qualität eines Honigs und seiner Genießbarkeit kommt es dagegen eher auf die Art der Lagerung an. Der Honig sollte immer kühl gelagert und generell nicht erhitzt werden. Die kurzzeitige Erwärmung, wenn Sie Honig in ihren Tee geben, ist allerdings vertretbar, da diese relativ schnell wieder abkühlt. Heute weiß man zudem, obwohl früher Honig sehr häufig Säuglingen und Kindern verabreicht wurde, dass im Honig die Sporen von Bakterien überleben und das eine Gefahr für Säuglinge darstellen kann, da deren Darmflora noch nicht voll entwickelt ist. Aus diesem Grund wird geraten, Säuglingen unter 12 Monaten keinen Honig zu reichen.

Wenn Sie allerdings diese wenigen Hinweise beachten, wird Ihnen die köstliche und heilende Wirkung von Honig immer Freude bereiten. Denn vor allem eher unbekannte Sorten wie Manukahonig sind besonders durch ihre äußerst gesundheitsfördernden Eigenschaften aufgefallen. Der Honig, der aus Manuka, einer Pflanzenart in Neuseeland, entsteht, verfügt unter anderem über den Inhaltsstoff Methylglyoxal, welcher antibakteriell wirkt. Manukahonig hat hiervon eine viel höhere Konzentration als andere Honigsorten und ist frei von jeglichen Zusatzstoffen, daher die besonders wohltuende Wirkung. Daneben gilt auch Tannenhonig und Ingwer Honig als besonders gesund. Tannenhonig enthält ätherische Öle, die sehr wirksam bei Bronchialerkrankungen sein können.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion

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