Kaffee, Kakao und Co. – Produkte aus fairem Handel kaufen

Während deutsche Konsumenten Produkte wie Kaffee immer billiger kaufen können, bekommen die Arbeiter auf den Feldern immer weniger Lohn. Das Geld landet bei Zwischenhändlern. Wer Produkte mit dem Fairtrade Gütesiegel kauft, verhilft den Arbeitern auf der anderen Seite der Welt zu einer gerechten Bezahlung und einem fairen Umgang.

Für Deutsche ist ein Kilo Kaffeebohnen ein Schnäppchen, in weit entfernten Ländern müssen Feldarbeiter dagegen die Bohnen in mühsamer Handarbeit pflücken. Aber während hierzulande pro Kopf jährlich sagenhafte 148 Liter Kaffee konsumiert werden, kommt bei den Kaffeebauern immer weniger Geld an. Gerade einmal fünf Prozent dessen, was man hier für eine Packung Kaffeebohnen bezahlt, bekommen diejenigen, die sie in mühsamer Handarbeit gepflückt haben. Dabei leben ganze 25 Millionen Menschen in Ländern wie Peru, Thailand oder Äthiopien von der Kaffeeernte. Der Preiskampf und immer weiter fallende Preise gehen damit auch zu Lasten der schwächsten Glieder in der Vermarktungskette. Kleinbauern können heute kaum mehr ihre Familie von der Ernte ernähren. Damit sich das ändert, gibt es viele Organisationen, die einen fairen Handel anstreben.Die bekannteste Vereinigung ist Transfair, die das Gütesiegel Fairtrade vergibt. Produkte, die mit diesem Siegel ausgezeichnet sind, sind in über 30.000 Supermarkt-Filialen zu kaufen und garantieren einen fairen Umgang mit den Arbeitern.

Fairer Handel anhand des Beispiels Kaffee

Der Weg etwa einer Kaffeebohne von der Pflanze bis in die deutsche Kaffeemaschine ist ein weiter. Auf diesem Weg gibt es viele Stationen, an denen jeder Beteiligte verdient. Die Organisationen, die sich für fairen Handel einsetzen, versuchen, den Einfluss der vielen Zwischenhändler einzudämmen. Die wichtigste und greifbarste Maßnahme von Fairtrade ist es allerdings, einen Mindestpreis etwa für das Kilo Kaffee festzulegen. Dieser Preis soll einen menschenwürdigen Arbeitslohn gewährleisten. Wenn ein Hersteller das Gütesiegel auf seiner Verpackung abbilden will, muss er mindestens diesen Festpreis bezahlen. Außerdem wird darauf geachtet, dass nur Hersteller das Gütesiegel erhalten, die sich an die Menschenrechte halten. Kinderarbeit, Sklaverei oder andere ungerechte Behandlungen gibt es nicht. Zusätzlich gelten feste Regeln für den Anbau, die von den Produzenten eingehalten werden müssen, etwa biologische Vorgaben um die Umwelt zu schützen. Fairer Handel bezieht sich also nicht allein auf eine gerechte Bezahlung der Arbeitskraft. Sondern auch einen fairen Umgang mit den Menschen, die mit schwerer körperlicher Arbeit dafür sorgen, dass wir am Morgen einen leckeren Kaffee trinken können.

Der Einfluss von Gütesiegeln wie Fairtrade steigt stetig an. Während vor 20 Jahren fair gehandelte Waren nur in Weltläden zu bekommen waren und sich kaum jemand dafür interessierte, sind sie heute in die Lebensmittelregale von Supermärkten und Discountern gerückt. Und während zu Beginn nur wenige Rohstoffe wie Kaffee und Kakaobohnen gefördert wurden, kamen im Laufe der letzten Jahre immer neue Produkte hinzu. Heute können rücksichtsvolle Kunden nicht nur fair gehandelte Bananen oder Tee kaufen. Auch handgefertigte Produkte können das Fairtrade Siegel erhalten, zum Beispiel Fußbälle. 70 Prozent aller weltweit gefertigten Fußbälle kommen aus Pakistan, dort werden sie von Hand mühsam zusammengenäht. Damit auch hier gerechte Arbeitsbedingungen gelten, gibt es immer mehr Hersteller, die auf fair gehandelte Fußbälle achten.

Kaffee aus fairem Handel ist überall zu haben

Auf der Webseite von transfair.com können sich interessierte Kunden informieren, welche Produkte aus fairem Handel stammen. Und sogar bei fertigen Produkten, also wenn man keine Kontrolle über die verwendeten Zutaten hat, kann man sich für einen fairen Handel entscheiden. Bekannte Kaffeehäuser und kleinere Bäckereiketten haben zum Beispiel fair gehandelten Kaffee im Angebot oder backen mit Fairtrade-Kakao. Hier weiß der Konsument ganz genau, was ihm in die Tasse oder auf den Teller kommt.

Achten Sie einfach beim nächsten Einkauf darauf, wie viele Produkte es bereits mit dem Fairtrade Gütesiegel gibt. Und oft sind die preislichen Unterschiede zu „normalen“ Produkten gar nicht so groß. 20 oder 30 Cent mehr zu bezahlen belastet zwar den Geldbeutel etwas mehr. Dennoch kann man sich bei Produkten mit dem Fairtrade Gütesiegel sicher sein, dass das Geld nicht den Taschen von Großhändlern landet, sondern auch da ankommt, wo am meisten Arbeit drinsteckt: Bei den Arbeitern auf den Kaffeefeldern oder etwa in Fußballfabriken.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion

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