Bedeutet Laktose-Intoleranz Verzicht auf Milchprodukte?

Blähungen und Übelkeit sind Beschwerden, von denen wohl jeder schon betroffen gewesen ist. In den meisten Fällen haben sie keine schwerwiegende Bedeutung. Sie können aber auch Symptome einer Laktose-Intoleranz sein. Aber was genau ist Laktose-Intoleranz? Was sind die Anzeichen? Und was kann man dagegen tun?

Laktose-Intoleranz – Was passiert bei der Verdauung?

Laktose-Intoleranz ist die Unfähigkeit, Milchzucker im Körper abzubauen. Wenn man also Milch und Milchprodukte nicht oder nur schlecht verträgt, entstehen Verdauungsbeschwerden. Im Körper spielt sich dabei Folgendes ab: Normalerweise ist für die Verarbeitung des Milchzuckers der Dickdarm zuständig. Dort ist das Verdauungsenzym Laktase für den Abbau des Milchzuckers verantwortlich. Fehlt es oder ist es nur in geringer Menge vorhanden, spricht man von einer Laktose-Intoleranz. Bei einer solchen akuten Laktose-Intoleranz gelangt nach dem Konsum von Milchprodukten ungespaltener Milchzucker in den Dickdarm, was zu den bekannten Symptomen wie Blähungen und Übelkeit führt.
Das Thema Laktose-Intoleranz wird dabei erst seit wenigen Jahren in der Öffentlichkeit thematisiert und blieb in der Vergangenheit oft lange Zeit unerkannt. Allerdings ist Laktose-Intoleranz eigentlich keine Besonderheit, sondern der Normalfall: Der größte Teil der Weltbevölkerung ist nicht in der Lage, Milchzucker abzubauen. So sind 90 Prozent der Menschen in Asien und Afrika davon betroffen, während es in Deutschland nur zwischen 15 Prozent und 25 Prozent sind. Die Unfähigkeit des erwachsenen Menschen, Milchzucker abzubauen hat folgenden Grund: Laktase, das erwähnte zuständige Verdauungsenzym, spielt bei Menschen und allen anderen Säugetieren eigentlich nur eine Rolle während der Stillzeit. Laktaseaktivität bei Erwachsenen ist eigentlich von der Natur nicht vorgesehen. Die Tatsache, dass heute ein Teil der erwachsenen Weltbevölkerung problemlos auf Milch und Milchprodukte reagiert, lässt sich mit der generellen Anpassungsfähigkeit von Lebewesen erklären: Der Mensch hat sich im Lauf der Zeit durch Mutation daran angepasst. Das ist darauf zurückzuführen, dass in vielen Völkern seit sehr langer Zeit Milchwirtschaft betrieben wird. Der ursprünglichen natürlichen Veranlagung des menschlichen Körpers entspricht diese Anpassung aber nicht.

Laktose-Intoleranz bestimmen und darauf reagieren

Die Laktose-Intoleranz sollte nicht mit einer echten Allergie verwechselt werden. Die Milcheiweißallergie etwa tritt relativ selten auf und stellt ein weitaus ernsteres gesundheitliches Problem dar. Wie bei anderen aggressiven Allergien auch, sind die Symptome einer Milcheiweißallergie schwerwiegender: Anders als die beschriebenen Verdauungsstörungen bei einer Laktose-Intoleranz führt eine Milcheiweißallergie zu Haut- , Atem- und Herz-Kreislauf-Problemen.
Ob man zu der Gruppe der laktoseintoleranten Menschen gehört, lässt sich recht problemlos herausfinden. Am einfachsten ist sicher eine Diät, bei der auf Milchprodukte verzichtet wird. Verschwinden die Symptome, dann ist eine Intoleranz wahrscheinlich. Eine weitere Möglichkeit wäre, einige Tage auf Milchprodukte zu verzichten und anschließend ein Glas mit gelöstem Milchzucker zu trinken. Milchzucker ist in jeder Apotheke erhältlich. Wenn nach wenigen Stunden die bekannten Symptome auftreten, kann man davon ausgehen, dass man laktoseintolerant ist.
Wie bereits erwähnt, ist der Laktasemangel ein natürlicher Zustand und aus natürlicher Sicht keine Besonderheit. Das Problem kann aus diesem Grund allerdings auch nicht geheilt werden. Zwar lassen sich durch einen Verzicht oder eine Einschränkung des Konsums von Milch und Milchprodukten die Symptome stark reduzieren. Aber wer will schon sämtliche Milchprodukte vom Speiseplan streichen? Glücklicherweise ist das heutzutage auch nicht mehr nötig. Mittlerweile ist das Problem so bekannt, dass viele Anbieter Milchprodukte in laktosefreier Form im Programm haben. So ist Vollmilch, Butter, Sahne und Joghurt heute in laktosefreier Form fast überall erhältlich. Das war noch vor 20 Jahren etwa nicht der Fall. So gesehen gibt es keine Gründe, sich wegen einer Laktos-Intoleranz in der heutigen Zeit noch große gesundheitliche Sorgen zu machen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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