Die Erkrankungen an Morbus Crohn nehmen zu

In den letzten Jahren sind die Fälle von Morbus Crohn konstant gestiegen. Zwar handelt es sich dabei immer noch um eine eher seltene Erkrankung, aber mit dem allgemeinen Anstieg der Lebensdauer wird auch diese Form der Darmentzündung zu einem Problem.

Morbus Crohn ist eine spezielle Form von Darmentzündung. Eine Eigenart ist, dass diese Krankheit im gesamten Magen-Darm-Bereich auftreten kann. Meist allerdings ist der Dick- oder Dünndarm von Morbus Crohn betroffen. Eine Erkrankung an Speiseröhre und Mund ist zwar auch möglich, tritt allerdings eher selten auf. Fälle von Morbus Crohn sind in Deutschland noch relativ selten, nehmen aber tendenziell zu. Das wird mit der Tatsache in Verbindung gebracht, dass die generelle Lebenserwartung gestiegen ist. Betroffen von Morbus Crohn sind meist junge Erwachsene und ältere Menschen, wobei Männer und Frauen zu gleichen Teilen an Morbus Crohn erkranken. Ein typisches Merkmal von Morbus Crohn ist, dass die Darmschleimhaut an mehreren Stellen betroffen ist, die durch gesunde Teile unterbrochen sind. Dies nennt man in der Fachsprache segmentalen Befall.
Charakteristisch für die Krankheit ist, dass sie in Schüben auftritt. Die Symptome bei einer Erkrankung an Morbus Crohn können sehr unterschiedlich sein und sind nicht sehr spezifisch. Die ersten Anzeichen einer Erkrankung an Morbus Crohn können Schmerzen im Unterbauch und Müdigkeit sein, die über das normale Maß hinausgeht. Außerdem treten oft Durchfall, schubweise Fieber Gewichtsverlust und Übelkeit auf. Am häufigsten wird chronischer Durchfall mit flüssigem bis wässrigem Stuhl beobachtet, der in Verbindung mit Magenschmerzen und Krämpfen im rechten Unterbauch auftritt. In einigen Fällen ist dem Stuhl Blut oder Schleim beigemengt.

Ist Morbus Crohn eine Autoimmunerkrankung?

Über die Ursachen einer Erkrankung an Morbus Crohn kann die Medizin noch keine Antworten geben. Heute nimmt man an, dass eine ganze Reihe von unterschiedlichen Faktoren bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen. Dennoch wird Morbus Crohn heute als Autoimmunerkrankung charakterisiert. Diese Einteilung erfolgt durch die Tatsache, dass einerseits keine Erreger im Körper von Betroffenen nachgewiesen werden können, andererseits aber Medikamente, die das Immunsystem hemmen, wirken. Generell sind bei Autoimmunerkrankungen Ursachen nur schwer nachweisbar. Die Bezeichnung selbst ist dabei nur eine grobe Charakterisierung und ein Überbegriff für Erkrankungen, bei denen eine Fehlreaktion des körpereigenen Immunsystems eigenes Gewebe als Fremdkörper bekämpft.
Die Tatsache, dass bei Rauchern das Risiko an Morbus Crohn zu erkranken doppelt so hoch ist wie bei Nichtrauchern, ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass eine Verbindung besteht. Aber immer wieder wird von Fachleuten auch geäußert, dass aller Wahrscheinlichkeit nach eine genetische Veranlagung bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielt. Aber es gibt noch eine ganze Reihe von Umständen, von denen angenommen wird, dass sie mit der Erkrankung in Verbindung stehen. So treten beispielsweise Fälle von Morbus Crohn vermehrt in Gesellschaften auf, die einen hohen hygienischen Standard haben. Die Hypothesen über diesen Zusammenhang sind allerdings unterschiedlich und bis jetzt ist die Medizin in dieser Hinsicht auch noch zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen. Ernährungsgewohnheiten wurden in der Vergangenheit oft mit Erkrankungen an Morbus Crohn in Verbindung gebracht. Diese Ansicht gilt heute allerdings als widerlegt. Nach wie vor allerdings besteht der Verdacht, dass psychosomatische Gründe zu einem Ausbruch von Morbus Crohn führen können: Stress wirkt auf Magen und Darm gleichermaßen. Allerdings sind diese Annahmen alles andere als gesichert.

Behandlung von Morbus Crohn

Wird ein Patient mit Verdacht auf Morbus Crohn untersucht, werden neben Darmspiegelung außerdem Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, die mehr Information über den Charakter und den Stand der Erkrankung liefern können. Bildgebende und laborchemische Untersuchungen können heute diese Krankheit von anderen entzündlichen Darmerkrankungen abgrenzen. Eine erste Maßnahme besteht darin, den Durchfall zu stoppen, was mit Medikamenten geschieht. Entzündungshemmende Mittel wie Kortison werden häufig zusätzlich verschrieben. Ist die entzündliche Aktivität des Morbus Crohn groß, werden auch Medikamente eingesetzt, die das Immunsystem des Betroffenen hemmen. Operationen werden von der Medizin zwar nach Möglichkeit vermieden oder herausgezögert, sind allerdings bei 80 Prozent der Betroffenen nach einem Zeitraum notwendig. Verzögert werden kann eine Operation aber nicht, wenn bei Betroffenen infolge der Erkrankung ein Darmverschluss droht.
Die Behandlung und Therapie bei Morbus Crohn erfolgt in den meisten Fällen über mehrere Jahre hinweg. Die Ernährung spielt wie bei allen Magen-Darm-Erkrankungen auch im Fall von Morbus Crohn eine wichtige Rolle: Leichtverdauliche und gut verdauliche Speisen sollten dabei den Schwerpunkt bilden. Auch psychotherapeutische Maßnahmen werden außerdem häufig in Verbindung mit der medikamentösen Behandlung verschrieben. Auch wenn Morbus Crohn nicht vollständig heilbar ist, kann man die Krankheit in vielen Fällen doch soweit behandeln, dass Beschwerden verschwinden und dem Betroffen ein normales Leben ermöglicht wird. So ist eine Therapie für etwa siebzig Prozent der Betroffenen beschwerdefrei.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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