Eine Nierenbeckenentzündung ist eine ernsthafte gesundheitliche Gefahr

Eine Nierenbeckenentzündung ist eine der häufigsten Erkrankungen, von der die Nieren betroffen sind. Dabei wird eine akute von einer chronischen Variante der Krankheit unterschieden. Im Gegensatz zu einer Blasenentzündung handelt es sich dabei allerdings um eine ernste Gefahr für die Gesundheit, die so bald wie möglich behandelt werden sollte.

In der medizinischen Fachsprache wird eine Nierenbeckenentzündung Pyelonephritis genannt. Eine Nierenbeckenentzündung hat entgegen der üblichen Bezeichnung aber nichts mit dem Nierenbecken zu tun, sondern ist eine Erkrankung der Niere selbst, die in den meisten Fällen auf einer bakteriellen Infektion basiert. Man unterscheidet dabei zwischen einer akuten und einer chronischen Nierenbeckenentzündung. Frauen sind dabei von der Krankheit deutlich häufiger betroffen als Männer. Aufgrund der kürzeren Harnröhre erkranken Frauen mehr als doppelt so oft. Aber auch für Männer ist es durchaus möglich, an einer Nierenbeckenentzündung zu erkranken. Dies geschieht meist in einem etwas fortgeschrittenem Lebensalter und ist oft mit einer vergrößerten Prostata verbunden, die wiederum Auswirkungen auf den Harnabfluss hat.

Die Ursachen einer Nierenbeckenentzündung

Häufig geht einer Nierenbeckenentzündung eine Blasenentzündung voraus. Jede zweite Frau musste schon einmal die Beschwerden einer solchen Erkrankung ertragen. Auch wenn dabei ein äußerst unangenehmer und auch schmerzhafter Zustand verbunden ist, kann man eine Blasenentzündung in den meisten Fällen als eine eher harmlose Angelegenheit betrachten, die nach ein paar Tagen der Schonung meist wieder verschwindet. Die meisten Fälle von Blasenentzündung lassen sich mit Antibiotika relativ problemlos behandeln und heilen nach einer oder zwei Wochen vollständig ab. In der Regel ist eine Blasenentzündung auch nicht mit bleibenden  gesundheitlichen Schäden verbunden. Eine Blasenentzündung kann aber auch zu einer Nierenbeckenentzündung führen, wenn keine ärztliche Behandlung erfolgt. In der Regel entwickelt sich eine Nierenbeckenentzündung dadurch, dass Keime über den Harnleiter von der Blase aus nach oben in den Bereich des Nierenbeckens weitergeleitet werden. In den meisten Fällen ist das Bakterium Escherichia coli für eine Nierenbeckenentzündung verantwortlich. Ein geschwächtes Immunsystem, wie es beispielsweise bei einer HIV-Infektion oder einer Erkrankung an Diabetis Mellitus auftritt, kann die Entstehung einer Nierenbeckenentzündung zusätzlich begünstigen. Auch äußere Eingriffe, wie beispielsweise ein Blasenkatheder können in dieser Hinsicht Ursachen sein. In seltenen Fällen wird eine Nierenbeckenentzündung auch durch Nierensteine ausgelöst.

Therapiemöglichkeiten bei einer Nierenbeckenentzündung

Im Allgemeinen ist das Krankheitsgefühl bei einer Nierenbeckenentzündung stark ausgeprägt und kann von Betroffenen nicht ignoriert werden. Die Krankheit ist meist mit hohem Fieber und recht starken Schmerzen verbunden. Übelkeit und Erbrechen, heftige Schmerzen im Beckenbereich und schmerzhaftes Wasserlassen sind typische Symptome für eine akute Erkrankung. Weitere Anzeichen für eine Nierenbeckenentzündung ist trüber oder auch blutiger Urin. Teilweise tritt auch Bluthochdruck auf. Bei einer chronischen Nierenbeckenentzündung allerdings sind die Symptome eher individuell und lassen sich nicht so leicht bestimmen wie bei einem akuten Krankheitsfall. Manchmal sind die Symptome ähnlich denjenigen, die auch bei einer akuten Nierenbeckenentzündung auftreten. Das muss aber nicht der Fall sein. Aus einer akuten Nierenbeckenentzündung kann sich eine chronische entwickeln, wenn sie nicht oder nur unzureichend behandelt wird.
Im Gegensatz zu einer akuten, kann eine chronische Nierenbeckenentzündung auch eine ganze Weile ohne die typischen Krankheitszeichen verlaufen. Im Extremfall kann eine Nierenbeckenentzündung zu einem Versagen der betroffenen Niere führen. Schwerwiegende Folgen von einer unbehandelten Nierenbeckenentzündung sind eine Vereiterung der betroffenen Niere, worauf diese im Extremfall komplett entfernt werden muss. In einem fortgeschrittenem Krankheitsstadium können auch andere Organe von der Erkrankung angegriffen werden. Um herauszufinden, ob eine chronische Nierenbeckenentzündung vorliegt, ist zunächst eine Ultraschalluntersuchung notwendig. Außerdem kann eine Blut- und Urinabnahme zeigen, ob und welche Bakterien sich eventuell angesammelt haben. Eine Nierenbeckenentzündung wird in den meisten Fällen mit Antibiotika behandelt. Erhöhte Flüssigkeitszufuhr, Bettruhe und ein Verzicht auf nierenschädigende Medikamente ist für die weitere Genesung wichtig. Eine akute Nierenbeckenentzündung kann bei entsprechender ärztlicher Behandlung oft ohne weitere Probleme auskuriert werden. Ein Nierenschaden bleibt auch nicht zurück, wenn die Krankheit unerkannt und unbehandelt bleibt. Es empfiehlt sich aber, bei den beschriebenen Symptomen in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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