Gehirnerschütterung und ihre Folgen

Oft haben Stürze oder andere Unfälle, bei denen es zu einem Schlag auf dem Kopf kommt, eine Gehirnerschütterung zur Folge. Dabei handelt es sich um eine Schädigung des Gehirns, bei der ein kurzer Verlust des Bewusstseins für weniger als 30 Sekunden auftritt. In der Regel bleibt eine Gehirnerschütterung folgenlos.
Zwar sind die Gehirnfunktionen bei einer Gehirnerschütterung vorübergehend gestört, Schäden der Hirnstruktur sind aber nicht nachweisbar. Sobald die Ärzte nach einem Schlag auf den Kopf eine Verletzung des Gehirns erkennen, ist nicht mehr von einer Gehirnerschütterung die Rede, sondern beispielsweise von einer Gehirnblutung, Gehirnquetschung oder Gehirnprellung. Allerdings kann eine Gehirnerschütterung unterschiedliche Schweregrade haben, die von einem leichten Schädel-Hirn-Trauma über ein mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma bis hin zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma reichen.

Gehirnerschütterung – Schweregrad, Ursache und Symptome

Der Schweregrad einer Gehirnerschütterung wird anhand der Reaktionen der Betroffenen ermittelt. Dabei richten sich die Ärzte nach einem Punktewert in der sogenannten Glasgow-Coma-Skala (GCS). In dieser Skala werden bestimmte Reaktionen der Patienten einer bestimmten Punktzahl zugeschrieben. Diese Reaktionen, wie Augenöffnen, Schmerzreize oder sprachliche Äußerungen, werden vom Arzt am Unfallort getestet. Die festgelegte Anzahl von Punkten für eine bestimmte Reaktion wird mit denen der anderen Reaktionen addiert und ergeben den Schweregrad. Der schlechteste Wert ist 3, bei dem es sich also um ein schweres Schädel-Hirn-Trauma handelt, der beste Wert ist 15, also ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma.

Durch den Schlag auf den Kopf kommt es zu vorübergehenden Fehlfunktionen der Nervenzellen, Störungen des Bewusstseins, Gedächtnislücken und Verwirrtheit. Dabei werden zwar auch Nervenzellen zerstört, im Normalfall entsteht aber kein bleibender Schaden.

Eine Gehirnerschütterung kann nicht nur durch einen Schlag auf den Kopf verursacht werden, auch eine starke Beschleunigung, Abbremsung oder Drehung des Schädels kann eine Gehirnerschütterung zur Folge haben. Beim Unfall kommt es zu einer für wenige Sekunden bis hin zu 15 Minuten andauernden Bewusstlosigkeit mit anschließenden Kopfschmerzen. Zusätzliche Begleiterscheinungen können Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sein. Die Gedächtnislücke besteht entweder für die Zeit vor oder nach dem Unfall. Sie sollte jedoch nicht länger als 30 Minuten vor dem Unfall oder eine Stunde nach dem Unfall bestehen.

Generell sollte im Falle einer Bewusstlosigkeit oder eines Verdachts auf Gehirnerschütterung nach einem Unfall der Arzt aufgesucht werden. Nur so kann herausgefunden werden, ob schwere Hirnverletzungen ausgeschlossen werden können.

Behandlung einer Gehirnerschütterung

Um schwere Hirnverletzungen auszuschließen, muss der Arzt eine Computertomografie durchführen. Zuvor wird der Patient neurologisch und chirurgisch untersucht und bestimmt, ob bei ihm besondere Symptome vorliegen. Hat der Patient Beschwerden, obwohl das CT-Bild unauffällig ist, wird eine Kernspin-Tomografie verordnet.
Eine Blutuntersuchung wird häufig gemacht, um den Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen auszuschließen.

Patienten mit Gehirnerschütterung werden meistens für mindestens 24 Stunden nach dem Unfall zur Beobachtung im Krankenhaus behalten. Zeigen sich bei einer Person keine Anzeichen einer tieferen Kopfverletzung, einer Bewusstlosigkeit oder Gedächtnislücken, kann sie nach der Untersuchung nach Hause entlassen werden. Doch auch hier gilt für Betroffene, sich einige Tage zu schonen, in denen beispielsweise Fernsehen, Computerarbeit oder -spiele, langes Lesen und Sport vermieden werden. Wird diese Schonfrist eingehalten, verschwinden die Symptome einer Gehirnerschütterung im Regelfall meist von selbst.

Eine Gehirnerschütterung kann in seltenen Fällen einige Monate andauern, das heißt die Symptome verschwinden erst nach dieser Zeit. Typisch lang anhaltende Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Müdigkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Konzentrationsschwierigkeiten.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion

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