Lungenentzündung – ein nicht zu unterschätzendes Risiko

Die Lungenentzündung ist die am häufigsten zum Tode führende Infektionskrankheit in den Industrieländern. In Deutschland erkranken etwa zehn von 1000 Menschen daran. In 90 Prozent der Fälle sind Bakterien verantwortlich, besonders sogenannte Pneumokokken sind häufige Ursache für diese Erkrankung.

Eine Lungenentzündung kann aber auch andere Ursachen haben. Ätzende Reizstoffe, zum Beispiel Gase, eingeatmete Fremdstoffe, Medikamente, eine Strahlentherapie oder sogar das Einatmen von Mageninhalt können eine Lungenentzündung hervorrufen. Auch bestimmte Herzerkrankungen, in Folge derer sich Wasser in der Lunge sammeln kann, können zu einer Lungenentzündung führen. Besonders Menschen, die mit einer bestimmten Krankheit vorbelastet sind, sind gefährdet zu erkranken, zum Beispiel HIV-Patienten, alkoholkranke Menschen oder Patienten mit chronischer Bronchitis sowie Diabetes mellitus.

Symptome einer Lungenentzündung

Je nach allgemeinem Gesundheitszustand oder Erreger kann sich eine Lungenentzündung von Person zu Person unterschiedlich äußern. Bei der bakteriell verursachten Lungenentzündung treten typische Symptome wie plötzlicher Schüttelfrost, hohes Fieber, Husten und Atemnot sowie Schmerzen beim Atmen auf. Dazu kommt Husten, der anfangs trocken ist, bei dem nach einer Weile jedoch gelber, grüner, brauner oder rostfarbener Schleim abgehustet wird. An einer Lungenentzündung erkrankte Menschen haben aufgrund der Luftnot eine sehr schnelle und angestrengte Atmung. Außerdem kann der Sauerstoffmangel Lippen und Fingernägel bläulich färben.

Eine durch Viren oder Parasiten verursachte Lungenentzündung beginnt dagegen meist mit leichtem Fieber ohne Schüttelfrost. Der Husten ist trocken und wird nur von geringem schleimigen Auswurf begleitet. Eine Bereits vorhandene chronische Bronchitis oder Asthma verschlechtern sich durch eine Lungenentzündung noch zusätzlich.

Eine durch Bakterien verursachte Lungenentzündung ist meist leicht an diesen typischen Symptomen zu erkennen. Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung, wird die Lunge zunächst abgehört und anschließend ein Röntgenbild angefertigt. Durch die Röntgenaufnahme kann herausgefunden werden, ob tatsächlich eine Lungenentzündung vorliegt und welches Ausmaß die Erkrankung hat. In selteneren Fällen ist auch eine Computertomografie zur Untersuchung notwendig.

Dazu geben bakterielle Untersuchungen Hinweise auf die Ursache einer Lungenentzündung. Auswurf und Schleim werden dabei auf Erreger untersucht. Auch durch bestimmte erhöhte Werte im Blut können Hinweise auf eine Lungenentzündung gegeben werden.

Therapie bei einer Lungenentzündung

Für Patienten mit einer Lungenentzündung werden Bettruhe und körperliche Schonung verordnet. Betroffene sollten viel trinken, besonders nach der Verschreibung von schleimlösenden Medikamenten. Dazu wird eine Lungenentzündung fast immer mit Antibiotika behandelt. Jüngere Betroffene können in der Regel zu Hause behandelt werden, wenn sie keinerlei Begleiterscheinungen aufweisen. Sollte die Lungenentzündung große Teile der Lunge erfasst haben oder schwere Symptome verursachen, ist eine Behandlung im Krankenhaus notwendig. Auch Menschen mit einer Immunschwäche, einem schlechten Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen oder Komplikationen müssen in der Klinik behandelt werden.

Bei jungen und gesunden Menschen heilt eine Lungenentzündung in der Regel wieder aus, allerdings können sich Betroffene noch Wochen später schwach fühlen und zu Hustenanfällen neigen. Im Allgemeinen ist eine Lungenentzündung jedoch nicht zu unterschätzen und sollte ernst genommen werden. Gerade bei älteren Menschen sowie Herz- oder Lungenkranken und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Erkrankung lebensbedrohlich sein.
Um einer Lungenentzündung vorzubeugen, kann man sich gegen Pneumokokken impfen lassen. Impfen lassen sollten sich alle Menschen, die älter als 65 Jahre alt sind und häufig an Infekten der oberen Luftwege leiden, Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Menschen, die an chronischen Krankheiten wie Bronchitis, Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus leiden oder denen die Milz entfernt wurde.
Da der Körper auch durch das Grippe-Virus anfälliger für eine Lungenentzündung wird, wird ebenfalls eine Grippe-Impfung empfohlen.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion

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