Lungenkrebs – Vorbeugung durch Rauchverbot!

Als Lungenkrebs bezeichnet man eine bösartige Neubildung entarteter Zellen der Bronchen oder Broncholen. Lungenkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen. In Deutschland erkranken pro Jahr über 46.000 Menschen daran, wobei hauptsächlich Männer betroffen sind.

Lungenkrebs kommt vor allem im höheren Alter vor, etwa 30 Prozent der weiblichen und ca. 20 Prozent der männlichen Patienten sind jünger als 60 Jahre. Lungenkrebs ist selten heilbar und bei Männern die häufigste, bei Frauen die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Bei Frauen nimmt die Zahl der Todesfälle allerdings weiter zu, während sie bei Männern leicht zurückgeht. Der gleiche Trend ist auch bei den Neuerkrankungen zu beobachten. Dieser Trend hängt damit zusammen, dass immer mehr Männer das Rauchen aufgeben, aber immer mehr Frauen damit anfangen. Denn die Hauptursache für Lungenkrebs ist aktives Rauchen.

Ursachen für Lungekrebs

Neben dem aktiven Rauchen, besteht aber auch durch Passivrauchen das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Ungefähr 80 Prozent der Nichtraucher kommen täglich mit Tabakrauch in Kontakt, was zu einem ca. 30 prozentig erhöhtem Lungenkrebsrisiko führt. Eine weitere Ursache für Lungenkrebs ist der Kontakt mit Asbest. Diese Tumorart entsteht erst nach etwa 15 bis 50 Jahren. Nach Schätzungen haben in Deutschland 500.000 bis 1.000.000 Arbeitnehmer einen asbestgefährdeten Arbeitsplatz, weshalb im Jahr 2020 mit einer Höchstzahl an Lungenkrebserkrankungen gerechnet wird.

Zusätzlich kann das Risiko durch eine hohe Schadstoffbelastung der Luft, wahrscheinlich vor allem durch Dieselruß, um das anderthalbfache steigen. Besonders Raucher sind dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt, an Lungenkrebs zu sterben. Das erhöhte Risiko besteht außerdem bei Personen, bei denen ein Elternteil bereits an Lungenkrebs erkrankt ist. Ebenso stellen Lungennarben ein erhöhtes Risiko dar, an Lungenkrebs zu erkranken, die zum Beispiel durch eine Tuberkulose entstehen.
Als erstes Symptom tritt bei Lungenkrebs meist Husten auf. Da dieses Symptom aber auch auf eine chronische Bronchitis hindeuten kann, wird Lungenkrebs oft erst sehr spät festgestellt. Häufig erst, wenn der Husten trotz einer Behandlung mit Antibiotika hartnäckig bleibt oder Blut im Auswurf entdeckt wird. Letzteres ist bereits ein Spätsymptom. Weitere, eher untypische Symptome für Lungenkrebs sind unter anderem Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Atemnot oder eine ständig erhöhte Körpertemperatur.

Die Behandlung von Lungenkrebs

Lungenkrebs wird je nach Erkrankung und Ausbreitung unterschiedlich behandelt. Unterschieden wird zwischen kleinzelligem und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Der kleinzellige Lungenkrebs wächst ziemlich schnell und breitet sich daher auch rasch im Körper aus. Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs wächst langsamer und verspricht deshalb bessere Heilungschancen. In diesem Fall kann die Behandlung durch eine Operation und Strahlentherapie sowie Chemotherapie erfolgen. Beim kleinzelligen Lungenkrebs ist eine Operation durch frühe Metastasen meist nicht möglich. Dann wird häufig eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie durchgeführt. Bei der Operation wird die Krebsgeschwulst zusammen mit einem Stück gesunder Lunge entfernt, worauf in manchen Fällen eine Chemotherapie folgt. Die Chemotherapie erfolgt in Form von Kapseln oder Tabletten, kann jedoch auch per Tropf oder Spritze durchgeführt werden.
Zurzeit untersuchen Forscher, wie effektiv eine zusätzliche Therapie mit Antikörpern bei Betroffenen mit fortgeschrittenem Lungenkrebs ist. Diese Antikörper verhindern eine Weiterleitung der Wachstumsimpulse ins Innere der Krebszellen. Für den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs ist das „small molecule“ Erlotinib seit Ende 2005 in Deutschland zugelassen, das selektiv innerhalb der Zelle den EGF-Rezeptor blockiert. Bei sogenannten Angiogenesehemmern handelt es sich um Antikörper, die das Wachstum der Blutgefäße hemmen, die den Tumor mit Blut versorgen. Davon ist der Antikörper Bevacizumab seit 2007 EU-weit für die Behandlung von Lungenkrebs zugelassen.

Ist eine erfolgreiche Behandlung nicht mehr möglich, geht es darum, die durch den Lungenkrebs verursachten Schmerzen zu lindern. Bei Atemnot wird durch ein Metallröhrchen die Luftröhre offen gehalten, die ansonsten durch den Tumor zuwächst. Eine weitere Möglichkeit ist, die Tumormasse durch Laser oder Bestrahlung von innen zu verkleinern. Knochenmetastasen, die Schmerzen verursachen, werden mit speziellen Medikamenten behandelt.
Insgesamt stehen die Heilungschancen bei Lungenkrebs schlecht, wobei sie bei kleinzelligem Lungenkrebs schlechter stehen als bei nicht-kleinzelligem. Immer wieder gelingt es jedoch, durch Chemotherapie oder Bestrahlung den Lungenkrebs zu bremsen und somit eine Lebensverlängerung zu erreichen. Bei einer Operation besteht im Prinzip die Chance auf vollständige Heilung, besonders bei kleineren Operationen, wenn der Tumor weit außen in der Lunge sitzt. Als generelle Vorbeugung gilt, das Rauchen striktest zu unterlassen.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion

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