Mandelentzündung ist infektiös

Eine Mandelentzündung ist eine schmerzhafte Entzündung der Mandeln. In der Medizin wird sie auch Tonsilitis genannt. Die Mandelentzündung ist eine Erkrankung, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden kann, das bedeutet durch Husten oder Niesen. Am häufigsten sind Kinder im Schulalter betroffen.

Eine Mandelentzündung wird meistens durch Bakterien, vor allem Streptokokken ausgelöst. Eine akute Streptokokken-Tonsilitis ist 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung nicht mehr ansteckend. Typische Merkmale sind hohes Fieber und ein gestörtes Allgemeinbefinden mit Schluckbeschwerden. Bei der Mandelentzündung sind die Mandeln, auch Tonsillen oder Gaumenmandeln genannt, entzündlich geschwollen. Sie sehen hochrot aus und haben weiße bis gelbliche Beläge, die entweder streifenartig, punktförmig oder zusammenhängend sind. Außerdem sind die Lymphknoten im Kieferwinkel geschwollen, was sehr schmerzhaft ist und die Sprechweise beeinflusst. Ein weiteres unangenehmes Begleitsymptom ist Mundgeruch.

Behandlung bei akuter und chronischer Mandelentzündung

Bei der Mandelentzündung wird zwischen einer akuten und einer chronischen Mandelentzündung unterschieden. Bei akuter Mandelentzündung erfolgt die Behandlung durch Verabreichung von Antibiotika, das über einen Zeitraum von zehn Tagen und maximal zwei Wochen eingenommen werden muss. Eine akute Entzündung der Mandeln kann aber auch ein Begleitsymptom anderer Erkrankungen sein. Zum Beispiel Scharlach, Pfeifferisches Drüsenfieber, Tuberkulose oder Leukämie sind Krankheiten, die einer Mandelentzündung ähneln.
Handelt es sich um eine häufig wiederkehrende Mandelentzündung, spricht man von einer chronischen Erkrankung. Dies ist dann der Fall, wenn etwa drei bis sechs Mal im Jahr antibiotikapflichtige Mandelentzündungen auftreten. In diesem Fall kann die Krankheit nur noch durch eine Entfernung der Mandeln behandelt werden. Auch, wenn es durch die angeschwollenen Mandeln zu Atemnot kommt, werden die Mandeln operativ entfernt. Die operative Entfernung der Mandeln wird in der Medizin als Tonsillektomie bezeichnet. Die Tonsillektomie ist der häufigste operative Routineeingriff im HNO-Bereich.

Eine alternative Behandlung zur Tonsillektomie ist die Tonsillotomie. Dabei handelt es sich um die operative Teilentfernung der Mandeln, die mit dem Laser oder mittels Radiofrequenz-Coblation ambulant durchgeführt wird. Bei chronischer Mandelentzündung wird die Tonsillotomie jedoch nicht angewandt, da dabei nur ein Teil der Mandeln entfernt wird und es durch die entstehenden Vernarbungen zu gefährlichen Abszessen am nicht entfernten Mandelrest kommen könnte.

Mandelentzündung durch Kontakt mit Bakterien

In den sechziger Jahren wurden die Mandeln häufig bereits im Kindesalter entfernt, ohne dass eine Mandelentzündung diagnostiziert wurde. Heute weiß man, dass die Mandeln bei Kindern eine wichtige Abwehrfunktion im Immunsystem erfüllen. Eine Tonsillektomie sollte daher möglichst nicht vor dem sechsten Lebensjahr vorgenommen werden. Mandeln dienen zur Abwehr von Krankheitserregern, aus diesem Grund kommt es jedoch auch häufig zur Mandelentzündung. Sie sind die erste Station des Körpers, an der sich Bakterien ansammeln. Mandeln haben spaltförmige Einsenkungen, sogenannte Krypten. In diesen Einsenkungen sammeln sich in kleinen Mengen bakterielle Speisereste an. Dazu kommen von Seiten der Mandel noch weiße Blutkörperchen und Epithelzellen, das sind Gewebezellen des Körpers. Das Gemisch aus Bakterien, weißen Blutkörperchen und Epithelzellen nennt man Detritus. Es sammelt sich in den Krypten und wird regelmäßig entfernt, so dass die für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlichen weißen Blutkörperchen immer wieder neue Bakterien "kennenlernen" können.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion

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