Reizdarm ist eine chronische Störung des Verdauungstraktes

Jeder Mensch hat schon unter Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung oder Blähungen zu leiden gehabt. Treten diese Beschwerden aber chronisch und gehäuft auf, kann es sein, dass ein Reizdarm die Ursache des Problems ist. Dabei handelt es sich um eine unangenehmem, aber nicht gefährliche Beeinträchtigung.

Als Reizdarm, in der Medizin als Colon irritabile bezeichnet, ist eine Störung des Verdauungstraktes gemeint, die durch chronische Beschwerden gekennzeichnet ist. Dazu gehören Bauchschmerzen, Blähungen und unregelmäßiges Stuhlverhalten. Wer also regelmäßig und abwechselnd an Verstopfung und Durchfall zu leiden hat und keine anderen spezifischen Ursachen für das Problem zu finden sind, wird wahrscheinlich mit einem Reizdarm zu kämpfen haben. Die Beschwerden dauern in der Regel einen längeren Zeitraum an – oft auch ein ganzes Leben lang. Dabei ist allerdings zu betonen, dass ein Reizdarm im Gegensatz zu bösartigen Krankheiten wie Darmkrebs nicht mit schweren gesundheitlichen Folgen verbunden ist und auch die Lebenserwartung nicht einschränkt.
Dennoch ist das Allgemeinbefinden von Betroffenen natürlich beeinträchtigt. Frauen sind von diesem Phänomen häufiger betroffen als Männer. Charakteristisch für einen Reizdarm ist, dass eine ärztliche Untersuchung keine Organveränderung nachweisen kann, die auf eine andere Krankheit hinweist. Es ist typisch für einen Reizdarm, dass die Beschwerden zwischen dem 20. und dem 30 Lebensjahr auftreten. Somit tritt das Problem eher in einem jüngeren Lebensalter auf. Die genauen Ursachen können dabei in der Regel nur sehr schlecht ausgemacht werden. Meist handelt es sich aber um Funktionsstörungen des Verdauungstraktes. Aber man nimmt auch an, dass in vielen Fällen psychologische Ursachen mit dem Problem in Verbindung stehen. Typisch für einen Reizdarm ist, dass die Probleme nur tagsüber auftreten und nachts regelmäßig verschwinden.
Ein charakteristisches Merkmal ist außerdem, dass die Probleme nach dem Stuhlgang aufhören. Auch wenn es sich bei einem Reizdarm um keine gefährliche Krankheit handelt, sollte man bei den charakteristischen Anzeichen den Arzt aufsuchen. Denn ähnliche Anzeichen können auch auf andere, mitunter sehr viel schwerere Krankheiten verweisen. So kann es sich bei ähnlichen Symptomen auch um eine Laktoseintoleranz handeln. Diese äußert sich ebenfalls durch Magenschmerzen und Blähungen, tritt aber nur nach dem Verzehr von milchzuckerhaltigen Lebensmitteln auf. Weitere Möglichkeiten für Krankheiten, die teilweise ähnliche Symptome aufweisen, sind Morbus Crohn, Dickdarmentzündung und Darmkrebs. Die Probleme, die in Verbindung mit Reizdarm auftreten, sind allerdings sehr charakteristisch. Deswegen ist es für einen Fachmann auch nicht schwer, eine korrekte Diagnose zu erstellen.

Wie ein Reizdarm behandelt werden kann

Etwa die Hälfte aller Besuche bei einem Gastroenterologen, also einem Spezialisten für Magen-Darm-Krankheiten, gehen darauf zurück, dass die Betroffenen unter einem Reizdarm zu leiden haben. Diese Häufigkeit zeigt, dass der Reizdarm ein gesundheitliches Problem ist, das sehr häufig auftritt. Da es sich bei Reizdarm allerdings nicht um eine Krankheit im herkömmlichen Sinn handelt und die Beschwerden in der Regel auch nicht so behandelbar sind wie die anderer Krankheiten, sollte prinzipiell auf Medikamente eher verzichtet werden. In extremen Fällen werden dennoch vereinzelt Medikamente eingesetzt, um größere Beschwerden in den Griff zu bekommen. Bei Krämpfen etwa können krampflösende Medikamente eingesetzt werden. Bei starken Schmerzen können im Einzelfall auch Schmerzmittel eingesetzt werden. Da sich der Körper aber an die Medikation schnell gewöhnen kann, ist von ihnen generell eher abzuraten. Es sind auch oft psychologische Ursachen, die zu einem Reizdarm führen. Dadurch eignen sich oft auch alternative Methoden, um die Beschwerden zu lindern: Techniken zur Stressreduktion und Beruhigung, wie Autogenes Training und Meditation, sollten in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden.

Die richtige Ernährung bei einem Reizdarm

Es gibt auch keine bekannte Diät, die die Symptome von einem Reizdarm verschwinden lassen kann. Dennoch ist in vielen Fällen eine Nahrungsumstellung sinnig. Man sollte möglichst viel trinken und die täglichen Mahlzeiten in mehrere kleine Portionen einteilen. Nahrungsmittel, die Symptome von Reizdarm verstärken können, sollten dabei vermieden werden. Auch Genussmittel führen oft zu Magenproblemen. Dazu gehört vor allem Kaffee, Alkohol und Nikotin. Mit Gewürzen sollte man ebenfalls entsprechend vorsichtig umgehen. Generell gilt, dass alle Nahrungsmittel, die zu Blähungen führen können, mit Vorsicht zu genießen sind. Man kann sagen, dass alle generellen Tipps, die zu einer gesunden und schonenden Ernährung beitragen, auch für das Phänomen Reizdarm ihre Geltung haben. Vor allem Ballaststoffe sollten ausreichend mit der Nahrung aufgenommen werden. Das bedeutet, dass möglichst oft Getreide, Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen sollten. Wer unter seinen Blähungen leidet, sollte in diesem Zusammenhang zu Präparaten und Mittel aus der Naturheilkunde greifen: Kamille, Kümmel, Fenchel und Anis sind Kräuter, die seit langer Zeit gegen Blähungen eingesetzt werden. Auch Kräutertees können helfen. Allerdings muss betont werden, dass verglichen mit Darmkrebs ein Reizdarm ein harmloses Problem darstellt, das keine weiteren gesundheitlichen Komplikationen nach sich zieht.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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