Zeckenbiss-Fieber: Eine gefährliche Infektionskrankheit

Borreliose und FSME sind bei weitem nicht die einzigen Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können. Das Zeckenbiss-Fieber tritt zwar nicht so häufig auf wie andere Infektionskrankheiten, ist allerdings eine Gefahr für die Gesundheit, die nicht unterschätzt werden sollte.

Zecken sind mehr als einfach nur unangenehme Zeitgenossen: Sie sind die Parasiten, die mit Abstand die meisten Krankheiten übertragen. Die populärste Übertragungskrankheit ist in diesem Zusammenhang wohl Borreliose, die vor allem in Deutschland und Mitteleuropa ein ernstes Problem darstellt. Aber Borreliose ist bei weitem nicht die einzige Krankheit, die von Zecken auf den Menschen übertragen wird. Weltweit werden etwa 50 verschiedene Krankheiten aufgelistet, die durch die Parasiten an den Menschen weitergegeben werden können. Durch Bakterien der Gattung Rickettsia wird die unter der Bezeichnung Zeckenbiss-Fieber bekannte Infektionskrankheit übertragen. Diese Bakterien ähneln in ihrem Verhalten den Viren und können sich auf raffinierte Weise dem jeweiligen Wirt gut anpassen.
Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Rickettsienarten, die traditionellerweise nach ihrem regionalen Vorkommen eingeteilt werden. Entdeckt wurde das Zeckenbiss-Fieber im Jahr 1907 vom amerikanischen Pathologen Howard Taylor Ricketts. Der Name der Krankheit ist auf ihren Entdecker zurückzuführen. Der Arzt infizierte sich selbst im Rahmen seiner Forschungstätigkeit in Mexiko und verstarb schließlich an der Krankheit. Die populärsten Formen von Zeckenbiss-Fieber sind Rickettsia rickettsii und Rickettsia conori. Folgen von Zeckenbiss-Fieber sind neben einer stark erhöhten Temperatur auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und deutlich erkennbare  Hautausschläge. Bei einigen Fällen von Zeckenbiss-Fieber kann es auch zu Lungenentzündung und Kreislaufversagen kommen. Die mit der Erkrankungen verbundenen Hautveränderungen haben dazu geführt, dass in Deutschland das Zeckenbiss-Fieber auch unter der Bezeichnung Fleckfieber bekannt ist.

Verbreitung von und Schutz vor Zeckenbiss-Fieber

Einige Arten von Zeckenbiss-Fieber treten ursprünglich nur in ganz bestimmten Regionen auf. Aber auch wenn beispielsweise Rickettsia africae, das südafrikanische Zeckenbiss-Fieber, hierzulande eigentlich nicht auftritt, kann die Infektionskrankheit natürlich von Urlaubern importiert werden. Zecken befallen sehr gern Hunde und andere Haustiere. Diese können auch das im südeuropäischen Raum verbreitete Zeckenbiss-Fieber in andere Regionen weitertragen. Generell kann man aber sagen, dass, obwohl sehr viele unterschiedliche Formen von Zeckenbiss-Fieber existieren, die Krankheitssymptome in der Regel einen ähnlichen Charakter aufweisen. Bei einigen Fällen von Zeckenbiss-Fieber existiert auch keine spezifische Therapie, so dass die Erkrankung mit normalen Antibiotika behandelt wird, was in der Regel auch erfolgreich ist. Es sind außerdem Fälle bekannt, bei denen Infektionen von Zeckenbiss-Fieber fälschlicherweise als Erkrankung an Borreliose angesehen wurden, dabei aber die Behandlung dennoch erfolgreich gewesen ist.
Das Aufkommen von Zeckenbiss-Fieber hängt dabei natürlich stark mit der Verbreitung von Zecken zusammen. Zeckenbiss-Fieber kann nur vermieden werden, indem man sich generell vor Zecken schützt. Eine Impfung gegen diese Krankheit ist nicht möglich. Man sollte sich aber auch vor den spinnenartigen Parasiten schützen, um die häufigeren Infektionskrankheiten, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden, zu vermeiden: Borreliose und FSME treten schließlich weitaus häufiger nach Zeckenbissen auf als das Zeckenbiss-Fieber.

Zeckenbiss-Fieber der Alten und Neuen Welt

Die Bezeichnung Zeckenbiss-Fieber der Neuen Welt kommt dadurch zustande, dass diese Variante der Krankheit fast ausschließlich in Nord- und Südamerika auftritt. Dort ist es auch unter der Bezeichnung "Rocky Mountain spotted fever" bekannt. Die Inkubationszeit liegt bei etwa sieben Tagen. Wird keine Therapie durchgeführt, so kann das Zeckenbiss-Fieber zwei Wochen lang anhalten. Bei dieser Form der Krankheit treten neben den Fiebererscheinungen auch Kopf- und Gliederschmerzen auf. Ein charakteristischer Hautausschlag bildet sich zunächst im Bereich der Handgelenke und weitet sich später zum Körper hin aus. Auch Bronchitis kann im Rahmen von einem Zeckenbiss-Fieber auftreten. Wenn ein Betroffener die Krankheit überstanden hat, ist er immun gegen den Erreger. Zeckenbiss-Fieber kann mit Antibiotika gut behandelt werden, wenn man rechtzeitig einen Arzt aufsucht.
Das in unseren Breitengraden bekannte Zeckenbiss-Fieber ist auch unter dem Namen Rickettsia conori oder Mittelmeer-Fleckfieber bekannt. Die zuletzt erwähnte Bezeichnung steht damit in Zusammenhang, dass es in mediterranen Gegenden am häufigsten auftritt. Vor allem bei schlechten Hygieneverhältnissen besteht die Gefahr einer Verbreitung von Zeckenbiss-Fieber. Allgemein wird geschätzt, dass nach dem Ersten Weltkrieg eine sehr große Anzahl Menschen an dieser europäischen Art von Zeckenbiss-Fieber verstorben ist. Ähnlich wie bei anderen Formen von Zeckenbiss-Fieber treten auch bei Rickettsia conori neben Fieber vor allem Kopf- und Gliederschmerzen auf. Zusätzlich erfolgt eine fleckige Verfärbung der Haut. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass es im Jahr 1999 zu einer epidemieartigen Ausweitung von Infektionen in Süditalien gekommen ist.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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