Kurzgefasst: Nikotin nicht alleiniger Auslöser der Sucht

Nikotin allein ist nicht für die Abhängigkeits- und Suchterscheinungen bei Rauchern verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gruppe von Wissenschaftlern um Jean-Pol Tassin vom College de France in Paris.

Anders als zum Beispiel Alkohol, löst Nikotin keinen für Suchter-scheinungen charakteristischen Mechanismus im Gehirn aus. Die süchtig machende Wirkung entstehe erst durch das Zusammenspiel mit anderen im Tabak enthaltenen Stoffen, so die Ergebnisse der Forscher.

Körperliche Sucht

Die Wissenschaftler entdeckten, dass der Suchtmechanismus vieler Drogen darauf beruht, dass sie zwei bestimmte Arten von Nervenzellen voneinander trennen, die sich gegenseitig regulieren und kontrollieren. Sie sind an einer Vielzahl wichtiger mentaler und körperlicher Prozesse beteiligt. Unter anderem regulieren sie den Schlafrhythmus, das Schmerzempfinden, das Hungergefühl und die emotionale Verfassung. Durch die Trennung dieser Zellen funktioniert die gegenseitige Kontrolle nicht mehr, und es entstehen typische Suchterscheinungen wie Schlaflosigkeit, Gereiztheit oder Appetitlosigkeit.

Nikotin alleine, so die Erkenntnis der Forschergruppe, führt jedoch nicht zu einer Trennung dieser Nervenzellen. Dieser Effekt tritt erst in Kombination mit anderen im Tabak enthaltenen Stoffen, den so genannten Mono-Amino-Oxidase-Inhibitoren, auf. Mithilfe dieser Erkenntnisse könnten neue Ansätze für Therapien zur Rauchentwöhnung entwickelt werden.

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