Natürliche Hilfe gegen Winterblues

Mit der Kälte kommt die Dunkelheit – bei vielen Menschen legt sie sich wie ein Schatten auf die Seele. Der Winterblues beginnt meist im Herbst und dauert bis zum Frühjahr an. Während sich manche einfach nur ein wenig mehr zurückziehen, fallen andere in eine schwere Krise.

Genau genommen handelt es sich dann um die saisonal abhängige Depression (SAD), die das Wohlbefinden stark einschränkt. Bei solchen Depressionen ist unbedingt ärztliche Hilfe notwendig. Wer dagegen zu leichterem Winterblues neigt, kann seine Stimmung mit einfachen Mitteln aufhellen.
Bei Winterblues und SAD fehlt dem Körper Sonnenlicht. Das Gehirn bildet dann eine nicht ausreichende Menge des Gehirnbotenstoffs Serotonin. Die Folge sind Schlafstörungen, Müdigkeit und Reizbarkeit. Schwere Mangelzustände führen zu Depressionen. Forscher haben nachgewiesen, dass Serotonin auch mit dem Reizdarm-Syndrom, Angststörungen und Suchterkrankungen zusammen hängt. Tageslicht fördert die Bildung von Serotonin, Dunkelheit hemmt sie.

Winterblues: Eine Frage der Konstitution

Einige Menschen neigen mehr als andere zu Winterblues und Depressionen, andere erscheinen seelisch unerschütterlich. Tatsächlich haben Menschen unterschiedlich hohe Serotonin-Spiegel im Blut. Wie hoch dieser ist, scheint angeboren zu sein. Doch beeinflussen auch Umstände wie Stress, Ernährung oder die Jahreszeit die Serotonin-Konzentration im Blut.

Einige Nahrungsmittel wie Walnüsse oder Bananen enthalten Serotonin. Gibt es daher eine Diät, die uns glücklich macht? Jein. Tatsächlich ist der Serotonin-Gehalt in Lebensmitteln viel zu gering, um eine erkennbare Wirkung zu zeigen. Auch ist das Serotonin-Molekül zu groß, um über das Blut ins Gehirn gelangen zu können. Doch wer ausreichend Tryptophan zu sich nimmt, hilft dem Körper, den wichtigen Gehirnbotenstoff Serotonin zu produzieren. Tryptophan ist ein Eiweiß-Baustein, welcher für die Serotonin-Herstellung benötigt wird. Weil der Körper Tryptophan nicht selbst bilden kann, ist es ein essentieller Nahrungsbestandteil.

Dem Stimmungstief davonlaufen

Dem Wintertief lässt sich auch davonlaufen. Studien belegen, dass Sport antidepressiv wirkt. Besonders Ausdauersport und Bewegung an der frischen Luft fördert unser Wohlbefinden und erhöhen den Serotonin-Level. Als Nebeneffekt des Winterspaziergangs oder der herbstlichen Radtour steigt die Laune. Auch erhellt selbst ein bedeckter Himmel die Stimmung durch eine Extra-Portion Licht.

Wem es am natürlichen Tageslicht mangelt, kann sich mit einer Lichttherapie behelfen. Allerdings genügt es nicht, sich unter eine Halogenleuchte zu setzen und auf Erleuchtung zu hoffen. Ein Arzt berät Sie, welches Licht die richtigen Wellenlängen und vor allem die geeignete Stärke aufweist, um zu helfen.

Medikamentöse Behandlung

Nur in schweren Fällen einer Winterdepression verschreibt der Arzt Antidepressiva. Diese verstärken die Wirkung des Serotonins im Gehirn und erhöhen den Serotonin-Spiegel. Antidepressiva müssen sehr genau angepasst werden, da sie mit Nebenwirkungen einher gehen können. Als sanfte Medizin gilt Johanniskraut. In der Vergangenheit als leichte Kräutermedizin verkannt, wirkt es deutlich antidepressiv.

Mittlerweile empfehlen Ärzte Johanniskraut zur Behandlung leichter bis mittelstarker Depressionen. Auch hilft es bei nervösen Störungen und Ängstlichkeit. Es muss jedoch über mehrere Wochen regelmäßig eingenommen werden, bis die Wirkung einsetzt. Johanniskraut ist allgemein sehr gut verträglich, kann jedoch die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Bevor mit der Kur begonnen wird, sollte der Arzt befragt werden, ob es zu Wechselwirkung mit anderen Medikamenten kommen kann.

 

Links und Quellen:

www.apomio.de

Baenkler, H.W. et al.: Innere Medizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2009

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde et al.: Unipolare Depression. www.depression.versorgungsleitlinien.de (Stand: 11/2009)

www.medproduction.de

Mehler-Wex, C.: Depressive Störungen. Springer Verlag, Heidelberg 2008

Mutschler, E.; Geisslinger, G.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008

 

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