Reflexzonenmassage – Eine Massage als Heilmittel?

Die Reflexzonenmassage zählt zu den alternativen Heilverfahren, ihre Wirksamkeit konnte bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Trotzdem hat sie ihre Daseinsberechtigung. Schließlich kann eine Massage mehr als nur ein Wohlgefühl verschaffen.

Was sind Reflexzonen und wie soll eine Massage wirken?

Die Theorie der Reflexzonen geht davon aus, dass auf der Fußsohle sämtliche Organe und Körperregionen repräsentiert sind. Der Fuß ist dabei in viele kleine Bereiche unterteilt, die jeweils auf eine Stelle des Körpers verweisen und mit ihm verbunden sind. Wenn also eine Stelle am Fuß bei einer Druckbehandlung Schmerzen auslöst, kann das auf die entsprechend „kranke“ Stelle im Körper verweisen. Und wenn nun dieser Bereich an der Fußsohle mit einer Massage behandelt wird, kann auch die zugehörige Stelle im Körper behandelt und idealerweise geheilt werden. Es gibt sogar richtige „Landkarten“, die auf dem Fuß die verschiedensten Bereiche des Körpers markieren.
Neben der Massage am Fuß bieten sich auch andere Körperregionen an. Etwa auf dem Ohr sollen, ähnlich wie beim Prinzip der Akupunktur, viele Punkte liegen, mit denen man etwa Schmerzen behandeln kann. Auch die Hände werden oft zur Reflexzonenmassage hergenommen.

Die Theorie der Reflexzonen in der Kritik

Beweise allerdings, dass die unterschiedlichen Bereiche an der Fußsohle mit anderen Körperteilen verbunden sind, gibt es keine. Anatomisch liegt kein Grund vor anzunehmen, dass eine Behandlung der Fußsohle auf irgendeine Art und Weise eine Wirkung auf andere Körperstellen haben könnte. Wie bei vielen alternativen Heilmethoden ist es vielmehr eine althergebrachte Tradition, mit der Mediziner aus China, Indien oder anderen Völkern schon seit langen Zeiten positive Erfahrungen gemacht haben und die heute wieder populär geworden sind. Daher muss man vorsichtig sein. Einerseits sollte man die Reflexzonenmassage keineswegs als Heilsbringer feiern und alle Hoffnungen in sie hineinlegen. Vor allem bei schwerwiegenden Leiden kann eine Massage höchstens als Unterstützung der konventionellen Medizin herangezogen werden. Auf der anderen Seite muss man eine Massage der Reflexzonen nicht grundsätzlich als Aberglaube verteufeln, schließlich haben Mediziner aus aller Welt viele Jahre lang gute Erfahrungen damit gemacht und eine gewisse Wirkung kann nicht abgestritten werden.

Massage für die Füße: So kann sie helfen

Denn die Reflexzonenmassage kann vielerlei Effekte haben, die zwar nicht medizinisch, aber doch therapeutisch genannt werden dürfen. Beispielsweise wird die Massage bei der Schmerztherapie eingesetzt. Wissenschaftler vermuten, dass der Druck, der bei einer Massage auf eine schmerzfreie Stelle ausgeübt wird, den Schmerz an einer andern Körperregion vorübergehend auslöschen kann. Das ist das Prinzip des sogenannten „Gegenreizes“, wenn der Reiz der Massage den Reiz des Schmerzes überdeckt.
Eine andere Möglichkeit, eine Massage der Reflexzonen für eine Therapie einzusetzen, ist, wenn ein Patient unter Durchblutungsstörungen leidet. Wer etwa ständig kalte Füße hat, leidet unter einer mangelnden Durchblutung der Füße, einem weit verbreiteten Phänomen. Durch eine Massage wird ein schnellerer Blutfluss angeregt und die Füße werden warm. Das funktioniert allerdings auch bei anderen Körperteilen, diese Erfahrung hat jeder schon gemacht, der sich vor Kälte die Hände reibt. Wenn die Hände dann warm werden liegt es an der verbesserten Durchblutung, die durch die Selbstmassage beschleunigt wird. Wie dieser Fall zeigt, stehen heilende Wirkungen meistens nicht im Zusammenhag mit den Reflexzonen. Es sind vielmehr die Auswirkungen der Massage selbst, die Schmerzen lindern und das Wohlbefinden steigern. Wer seinem Partner eine ausgiebige Massage an den Füßen gibt, kann ihm dadurch nicht nur etwas Gutes tun, sondern auch selbst einen therapeutischen Effekt erzielen.
Egal wie man zur Reflexzonenmassage steht und daran glaubt oder sie als Humbug abtut, eine gewisse Wirkung kann nicht abgestritten werden. Und selbst wenn die Fußreflexzonenmassage nur einen Placebo-Wirkung hat, also schlichtweg dadurch funktioniert, dass der Patient daran glaubt, selbst dann hat sie schon ihre Berechtigung.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion

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