Meditation – mehr als nur „Om“ und Räucherstäbchen

Meditation – Jeder kennt das Wort und hat eine ungefähre Vorstellung davon. Aber nur wenige wissen, was es damit genau auf sich hat. Sind es wirklich nur Esoteriker, die meditieren, um ihr Bewusstsein in höhere Sphären zu schwingen? Und was genau heißt eigentlich „Om“?

„Namaste!“ Mit dieser Formel in Sanskrit begrüßen sich Anhänger von Yoga und Meditation zu Kursbeginn. Die genaue Bedeutung der Formel lautet „Ich ehre in dir den göttlichen Geist, den ich auch in mir selbst ehre – und ich weiß, dass wir somit eins sind.“ Meditation ist ursprünglich eine in östlichen Religionen geübte spirituelle Praxis, deren Ziel es ist, durch Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen den Geist zu sammeln. Meditative Praktiken sind auch Teil vieler anderer Religionen. In christlichen Traditionen ist das Ziel der Meditation das unmittelbare Erfahren des Göttlichen. Auch Tai Chi und Quigong enthalten meditative Elemente. Am bekanntesten ist aber die Meditation im Lotussitz aus dem Yoga.

Meditation als Weg nach innen

Yoga und Meditation haben sich in der westlichen Welt so weit verbreitet, dass der ursprüngliche, religiöse Inhalt oft verloren geht und nur noch der Gruß Namaste übrig geblieben ist. Der Focus der westlichen Meditation liegt häufig auf der Verbesserung des Wohlbefindens oder die Meditation beginnt und beendet eine Yoga-Stunde. Aber warum funktioniert Meditation? Warum fühlt man sich so viel besser, wenn man regelmäßig meditiert?
Meditation unterscheidet sich von anderen Entspannungstechniken vor allem durch ihr Ziel. In der Meditation geht es nicht vorrangig um Muskelentspannung. Die Körperhaltung ist bei der Meditation auch nicht völlig entspannt, wie es bei anderen Entspannungstechniken der Fall ist. Eine Grundspannung des gesamten Körpers ist in der Meditation erwünscht. Ziel der Meditation ist die gedankliche Leere. In der höchsten Stufe ist sie ein Zustand reinen Bewusstseins ohne Inhalt. Es braucht viel Zeit, um Meditation zu erlernen und sich und sein Bewusstsein weiter zu entwickeln.
Um das Bewusstsein auszublenden und nach innen zu horchen, benutzen viele Meditationstechniken Mantras. Ein Mantra ist ein Wort oder eine Silbe, die immer wieder aufgesagt oder auch nur gedacht werden. Eine dieser Silben ist zum Beispiel das bekannte „Om“. Es bedeutet in der reinen Übersetzung des Worts so viel wie „ich bin“. Seine Bedeutung geht jedoch weit darüber hinaus. Im Yoga ist Om eine heilige Silbe, die „Brahman“ symbolisiert. „Brahman“ ist ein Konzept des Göttlichen, das Ursprüngliche Sein, das über allen Göttern steht. In einigen Religionen manifestiert sich „Brahman“ als der höchste Gott. „Om“ ist das heiligste aller Mantras, in dem alle anderen Mantras enthalten sind. „Om“ repräsentiert das Wissen um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und vieles mehr. Man muss aber nicht über all diese Hintergründe Bescheid wissen, wenn man die positiven Kräfte der Meditation für sich entdecken will. Man muss sich auch nicht in den Lotussitz zwingen, wenn man dazu nicht beweglich genug ist. Körperspannung ja – Schmerzende Knie nein!

Eine kurze Anleitung zur Meditation

Das wichtigste ist, täglich zu üben auch wenn die Meditation nur 10 Minuten dauern kann. Zunächst braucht man ein ruhiges Plätzchen, an dem man wirklich ungestört ist. Dann sollte man eine bequeme Sitzhaltung finden, denn die wird für die Dauer der Meditation nicht verändert. Das muss nicht der Schneidersitz oder der Lotussitz sein. Man kann sich auch auf die Fersen setzen oder ein Meditationskissen zur Hilfe nehmen. Die Wirbelsäule sollte aber aufgerichtet und der Rücken nicht angelehnt sein. Die Handrücken oder Hände ruhen auf den Knien, Daumen und Zeigefinger können sich berühren. Atmen Sie ein paar Mal tief durch die Nase ein und aus und bringen sich ins Bewusstsein, warum Sie meditieren wollen. Richten Sie Ihren Blick auf einen Gegenstand auf dem Boden und spüren Sie nach innen. Lenken Sie dann Ihre volle Aufmerksamkeit auf das Kommen und Gehen des Atems. Früher oder später werden sich Gedanken und Bilder einschleichen, die den Geist beschäftigen. Lassen Sie diese einfach durch den Geist ziehen, ohne ihnen Beachtung zu schenken und kehren Sie beharrlich immer wieder zu Ihrem Atem zurück. Nach einer Weile wird sich der Geist völlig beruhigen. Man kann auch ein Mantra zur Hilfe nehmen, auf das man sich konzentriert. Das kann das „Om“ sein, das kann aber auch eine selbst gewählte Affirmation wie „Liebe“ oder „Frieden“ sein.
Täglich geübt kann Meditation zu Entspannung, innerer Ruhe, geistiger Kraft, Selbstvertrauen und Gleichgewicht verhelfen. Die eben beschriebene Meditation ist lediglich die Grundlage für verschiedene Meditationstechniken, die man am besten von einem Lehrer erlernt. Beherrscht man die Grundlagen, kann man sich an andere Techniken herantasten. Es gibt viel zu entdecken: Achtsamkeitsmeditation, transzendentale Meditation, Konzentrationsmeditation, Zen Meditation und viele mehr. Wichtig ist, einfach ohne Erwartungen mit dem Üben zu beginnen. Meditation ist kein Sport, in dem man in einer bestimmten Zeit ein gesetztes Ziel erreichen muss. Jeder übt mit seinem eigenen Tempo.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion

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