Allergien durch Duftstoffe: Wenn der Körper Alarm schlägt

Gerade wenn es wärmer wird, erwacht der Wunsch nach einem Sommerparfum oder einer neuen Körperlotion. Doch Hautärzte warnen vor dem übermäßigen Gebrauch von Duftstoffen. Denn der Trend geht zu Hautirritationen und Allergien, die durch die vielen Inhaltsstoffe dieser Produkte ausgelöst werden.

Parfum besteht beispielsweise aus Alkohol und verschiedenen Duftstoffen. Kosmetika und Waschmittel sind generell mit sehr vielen Zusatzstoffen, wie Farbstoffe und Konservierungsstoffe angereichert. Diese können jederzeit eine allergische Hautreaktion auslösen. Denn wenn man zusätzlich noch Bodylotion, im Sommer auch noch Sonnenmilch, Deodorant, Duschgel, Shampoo, Waschmittel, Make-up und verschiedenste kosmetische Produkte mit Duftstoffen verwendet, ist der Körper mit einer Vielzahl an Zusatzstoffen beschäftigt. Denn diese Stoffe sind ja meist nicht natürlich, sondern pure Chemie für die Haut und können zu einer großen Belastung werden.

Allergien und ihre Auslöser

Aber wie entsteht eine allergische Hautreaktion eigentlich? Das Immunsystem ist darauf ausgerichtet, köperfremde Stoffe und Schädlinge aufzuspüren und möglichst unschädlich zu machen. Dafür sind Antikörper zuständig. Wenn eine Überreaktion auf bestimmte unnatürliche, chemische Stoffe entsteht, dann nennt man das Allergie. Das ist nichts anderes als eine Überreaktion des Immunsystems, welche man nicht ignorieren kann und als Alarmsignal verstanden werden muss. Der Körper kommt mit der Überreizung durch die verschiedenen Stoffe nicht mehr zurrecht. Es handelt sich allerdings bei Allergien um Überreaktionen, das heißt, der Körper reagiert auch auf Stoffe, die nicht lebensbedrohlich sind. Die Abwehrreaktion des Körpers macht aber krank und belastet die Betroffenen sehr. Denn die Symptome äußern sich vielfältig. Hier kann es zu Allergien, also Hautirritationen, Ausschlägen und Entzündungen kommen. Aber auch die Schleimhäute und Bronchien können stark betroffen sein. Hinzu kommt: Das Immunsystem hat ein Gedächtnis und merkt sich die Stoffe auf die es überreagiert hat. Das führt dazu, dass beim erneuten Kontakt mit dem Stoff der Körper sofort und sehr viel heftiger mit einer Allergie reagiert.

Allergien aufgrund der Überlastung durch Duftstoffe

Unter Duftstoffen versteht man alle Stoffe, die man mit dem Geruchssinn wahrnehmen kann. Es geht hier um die positiven Duftstoffe, also solche, die beim Menschen eine angenehme Reaktion hervorrufen. Ähnlich wie die Aromastoffe bei Lebensmitteln handelt es sich bei den Duftstoffen um Stoffgemische. Diese spielten schon in der Urzeit des Menschen ein Rolle, denn Heilkunde, Schönheitspflege und Rituale, bei denen solche Substanzen verwendet wurden, gibt es in der menschlichen Kultur schon sehr lange. Allerdings sind die Stoffe heute rein chemische Stoffe, deren Auswirkung auf den menschlichen Körper nicht ohne weiteres missachtet werden können. Nicht ohne Grund gibt es aufwendige Tierversuche und Tests, um bei kosmetischen Produkten und Parfums Nebenwirkungen, also auch eine allergische Hautreaktion, möglichst zu verhindern.
In der Duftindustrie werden heute rund 3000 Duftsubstanzen verwendet und miteinander vermischt. Hier unterscheidet man natürliche und tierische Produkte, ätherische Öle und synthetische Stoffe. Viele dieser Duftmischungen können Allergien auslösen, also zu Hautreaktionen und Ausschlägen führen. Diese sogenannten Kontaktallergien haben sehr stark zugenommen. Generell kann man beim Hautarzt feststellen lassen, ob man Allergien gegen Duftstoffe hat und wenn ja, gegen welche Stoffe man allergisch reagiert. Generell raten Hautärzte, auf Duftstoffe wie Raumlampen zu verzichten und auch den Gebrauch von Parfums bei Überempfindlichkeit zu vermeiden. Neben der Nickelallergie ist die Duftstoffunverträglichkeit die zweithäufigste Allergieform in Deutschland und rund 1 Millionen Deutsche sind davon betroffen.
Bei der Herstellung von Parfums werden bis zu 4000 verschiedene Chemikalien verwendet. Einigen davon wird sogar zugeschrieben, krebsauslösend zu sein oder neben Allergien auch Asthma zu fördern. Das steht ganz im Gegensatz zu der Strategie der Hersteller von Produkten wie Kosmetik, Wasch- und Putzmitteln. Hier wird mit so vielen Duftstoffen wie möglich gearbeitet und die meisten Menschen verfahren beim Kauf dieser Produkte auch nach dem Grundsatz: Was gut riecht, muss gut sein! Dabei verdrängen sie aber, dass diese guten Gerüche auch die Gesundheit schädigen können. Frauen leiden statistisch gesehen häufiger unter einer Duftstoffallergie, allerdings benutzen diese auch wesentlich häufiger die angesprochenen Produkte. Oft treten Allergien gegen Duftstoffe bei Eichenmoos, Zimtöl und Nelkenöl auf. Diese Stoffe sind in vielen Parfums, Deos und Reinigungsprodukten enthalten, manche von ihnen auch in Naturkosmetik Parfum. Achten Sie bei einer Überempfindlichkeit also auch hier auf die Inhaltsstoffe.
Wenn Sie bei sich oder Ihren Kindern Allergien gegenüber Duftstoffen vermuten, sollten Sie unbedingt einen Hautarzt aufsuchen. Hier können erstens die Allergien festgestellt werden und zweitens kann dieser Sie ausführlich zu den Produkten beraten, die Sie verwenden können. Denn es gibt eine Vielzahl an Produkten im Kosmetikbereich und auch Parfums auf dem Markt, die versprechen natürlich zu sein und angeblich dermatologisch getestet sind oder für Allergiker geeignet. Aber auch auf diese Produkte kann man allergisch reagieren. Lassen Sie sich von Produktangaben nicht täuschen und lassen Sie sich eher einmal in der Apotheke oder beim Hautarzt ausführlich beraten. Achten Sie darauf, welche Inhaltsstoffe bei den Produkten angegeben sind und inwiefern Naturkosmetik Parfum wirklich parfumfrei bzw. duftstofffrei ist, um Allergien zu vermeiden.
Menschen, die auf Duftstoffe allergisch reagieren, bleibt nichts anderes übrig, als auf Parfums gänzlich zu verzichten, auf Naturkosmetik Parfum auszuweichen und bei Kosmetika und Waschmitteln in jeglicher Form auf Produkte zurückzugreifen, die parfümfrei sind. Jeder, der diese Produkte einmal ausprobiert hat, weiß, dass diese zwar etwas teurer, aber dafür sehr hochwertig sind. Auch für Nicht-Allergiker eignen sie sich und man merkt recht schnell, dass die meisten Deodorants und Dusch- und Waschgels ohne Parfum genauso funktionieren und man als gesunder Mensch dann auch nicht stinkt. Heute neigt man dazu, sich eher mit Düften zu überladen, ähnlich der Reizüberflutung vieler anderer Bereiche unseres Lebens auch. Aber das ist gar nicht nötig und kann sogar krank machen.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion

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