Auch Streiten will gelernt sein

 

Türen knallen, Tränen kullern und jeder hat Recht – so kann ein Streit aussehen. Aber muss das tatsächlich so sein? Kann es nicht auch anders funktionieren? Schließlich schießen die Emotionen nur so hoch, wenn einem etwas wichtig ist – entweder die Person oder die Sache, um die man streitet.

Wenn der Hexenkessel aus verletzten Gefühlen, Enttäuschung und Verzweiflung erst einmal überkocht, sind Hopfen und Malz verloren. Wie also den Streit zu einem versöhnlichen Ende bringen?

Beim Streiten macht der Ton macht die Musik

Alles, was wir tun und sagen, ist immer mit Körpersprache verbunden. So auch das Streiten – zum Beispiel mit Freunden, Familie, dem Partner oder auch dem Ex-Mann oder der Ex-Frau. Dabei äußert sich der Standpunkt einer Person nicht nur optisch in Körperhaltung und Mimik, sondern auch in der Stimmlage. Fühlt man sich doch gerade in einer Meinungsverschiedenheit missverstanden oder gar nicht erhört und für voll genommen, passiert es fast schon automatisch, dass man seine Stimme erhebt und anfängt zu schreien. Achten Sie bei der nächsten Auseinandersetzung darauf, sich nicht in diesen Sog ziehen zu lassen. Am besten, Sie atmen erst einmal tief durch – das senkt den Puls und gibt Zeit, nach den passenden Worten zu suchen.

So kann Streiten funktionieren

Ob in Familie, Freundschaft oder Partnerschaft – es ist nicht immer alles „Friede, Freude, Eierkuchen“. Sowohl in guten als auch schlechten Zeiten ist es wichtig, sich an bestimmte Verhaltensregeln zu halten. Ein Ehestreit muss nicht zwangsläufig seelische Wunden verursachen oder zur Trennung führen. Hier ein paar Tipps, wie man richtig Streiten kann, ohne bösartig zu verletzen und trotzdem ehrlich zu sein:

  • Vermeiden Sie ein aggressives Auftreten. Bemühen Sie sich um innere Ruhe und strukturiertes Vorgehen. Explosionsartige Auftritte sind fast immer zum Scheitern verurteilt.
  • Versuchen Sie, möglichst ohne Umschweife auf den Punkt zu kommen. Gibt es etwas allgemeines, was Sie grundsätzlich stört, versuchen Sie auch das so eng wie möglich zu fassen und möglichst prägnant und verständlich zu formulieren.
  • Bleiben Sie sachlich! Negative Äußerungen und Anschuldigen über ein anderes Thema sind hier fehl am Platz. Gibt es mehrere Punkte, die Sie stören, sprechen Sie diese nacheinander an – nicht alles auf einmal. Das überfordert Ihren „Streit-Partner“ und kann dazu führen, dass dieser dicht macht, bevor die Auseinadersetzung überhaupt begonnnen hat.
  • Achten Sie auf Ihre Formulierungen! Benutzen Sie eher „Ich empfinde“ als „Du hast“ oder „Du bist“. Vermeiden Sie Äußerungen wie „Nie hast Du“, „Immer bist Du“ oder „Andauernd machst Du“.
  • Geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit für eine Reaktion. Ein Streit ist kein Monolog – auch der „Streit-Partner“ hat ein Recht darauf, seine Meinung zu sagen und Argumente anzubringen.
  • Nehmen Sie das Gesagte von Ihrem „Streit-Partner“ auf. Ignorieren Sie die andere Seite nicht!  Häufig reicht das Verstehen oder das Hineindenken in den Anderen aus, um den Streit zu einem versöhnlichen Ende zu bringen.
  • Schlucken Sie nicht einfach etwas runter und fressen es in sich hinein. Was Sie bedrückt, sollte auch angesprochen werden. Versuchen Sie dabei, so gut es geht Ihre eigenen Gefühle zu beschreiben.
  • Seien Sie kompromissbereit! Das ist die beste Voraussetzung für einen konstruktiven und lösungsorientierten Streit. Wenn sich beide dazu bereit erklären, einen Schritt auf den anderen zuzumachen und sich eigene Fehler einzugestehen, findet sich fast immer eine Lösung.

Am besten führen Sie ein Streitgespräch im Stehen oder Sitzen und Sie sollten Ihr Gegenüber dabei vollständig im Blick haben. Telefon, SMS oder E-Mail sind für eine Auseinandersetzung weniger geeignet. Und wenn es am Schluss doch zu keiner Versöhnung kommen sollte – verzweifeln Sie nicht. Denn: Auch Streiten will gelernt sein! Versuchen Sie es einfach noch mal an einem anderen Tag zu einer anderen Zeit. Vielleicht gelingt es dann ja besser. Und das einmal Gesagte ist ja nicht verloren. Etwas bleibt von einem Gespräch immer hängen – und vielleicht reicht das auch schon aus, um kleine Dinge zu bewegen und zu verändern.

Autorin: Sabine Fischer, Platinnetz-Redaktion

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