Kann eine Beziehungspause die Beziehung retten?

Was ist das Geheimnis einer intakten Beziehung? Kann theoretisch nicht jede Partnerschaft glücklich sein, wenn nur beide daran arbeiten? Das Problem gescheiterter Partnerschaften ist oft, dass irgendwann kein Kompromiss mehr möglich scheint. Kann hier eine Beziehungspause die Beziehung retten?

Der Schlüssel zur glücklichen Partnerschaft: Nur ein Mythos oder gibt es ihn wirklich? Paartherapeuten sind sich einig, dass einer der entscheidenden Faktoren für eine glückliche Beziehung gemeinsame Interessen sind. Denn verbringt man nur wenig Freizeit gemeinsam, entfremdet man sich schnell voneinander. Gerade die tägliche Routine führt oft dazu, dass man den anderen nicht mehr als geliebten Partner, sondern als Selbstverständlichkeit ansieht. Ist man an diesem Punkt, ist die Partnerschaft bereits in eine gefährliche Schieflage geraten, doch gerade in einem solchen Fall kann eine Beziehungspause die Beziehung oft noch retten

Durch eine Beziehungspause den Partner zurückgewinnen

Gerade wenn der Alltag das größte Problem in der Beziehung ist, kann eine Pause voneinander gut tun. Routine innerhalb der Beziehung kann etwas sehr schönes sein, das Vertrauen, Sicherheit und Gemeinsamkeit schafft – doch sie kann auch dazu führen, dass man sich schnell nichts mehr zu sagen hat, schon von Kleinigkeiten genervt ist und sich unverstanden fühlt. In einer solchen Situation fallen Gespräche über das Problem meist schon sehr schwer, weil sich in der Regel beide Partner benachteiligt fühlen und sich bei beiden bereits einiges an Missmut angesammelt hat. In einer solchen Situation kann eine Beziehungspause helfen, sich darüber klar zu werden, was man am Partner hat und wo man sich selbst falsch, unfair oder unangemessen verhalten hat. Kommen beide während der Beziehungspause zu dem Ergebnis, dass sie ihren Partner noch immer lieben und für eine gemeinsame Zukunft auch bereit sind Kompromisse einzugehen, hat eine glückliche Zukunft gute Chancen. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man den Partner zurückgewinnen muss, denn dort anzuknüpfen, wo man aufgehört hat, wird nicht funktionieren. Jeder muss den Partner zurückgewinnen, indem man gemeinsam Kompromisse aushandelt, an die sich jeder auch wirklich halten will. Das, was einem am Partner am besten gefällt, sollte man in den Vordergrund stellen und darauf aufbauend gemeinsame Aktivitäten planen. Denn gerade nach einer Beziehungspause ist es wichtig, gemeinsam Zeit zu verbringen, gemeinsame Interessen zu finden und auszuleben und für den anderen gerne auch mal einen Kompromiss einzugehen.

Ist die Freundschaft kaputt, lässt sich keine Beziehung retten

Partner sollten auch Freunde sein. Natürlich kann es neben der Beziehung auch andere, sehr gute Freundschaften geben, doch auch der eigene Partner muss ein guter Freund sein. Man muss sich in einer Beziehung gerne austauschen – über alltägliche wie über wichtige Dinge. Zudem sollte einem die Meinung des Partners wichtig sein – große Entscheidungen sollten gemeinsam getroffen werden. Geht die Freundschaft kaputt, lässt sich meist auch die Liebe nicht mehr retten. Freundschaft ist ein wesentlicher Grundstein einer Beziehung, hat man das Gefühl, dass die Freundschaft kaputt ist, ist es meist schon zu spät. Denn eine Beziehungspause kann die Beziehung retten, solange es oberflächliche Probleme gibt. Fehlt jedoch das grundliegende freundschaftliche Gefühl füreinander, lässt sich dies auch durch die größte Arbeit an sich selbst nicht mehr herstellen.

Ist eine Beziehungspause ein Freifahrtschein?

Die Situation scheint wie aus einer gängigen Hollywood-Liebeskomödie: Ein Paar legt eine Beziehungspause ein in der Hoffnung, ihre Beziehung retten zu können. Und kurz nach dieser Trennung auf Zeit landet einer von beidem mit jemand Dritten im Bett. Ist das nun fremdgehen oder nicht? Über diese Definition lässt sich mit Sicherheit streiten, doch eins ist klar: Die Beziehung retten kann man so sicher nicht. Denn eine Beziehungspause sollte niemals als „Ausrede“ für eine eigentliche Trennung herhalten. Die Beziehungspause unterscheidet sich von der Trennung ganz klar dadurch, dass sich beide Partner einig sind, die Beziehung retten zu wollen und nicht nur dem Treueschwur zu entkommen. Zwar muss nicht jede Beziehung an einem Seitensprung zerbrechen, doch die Gefahr, dass das verlorene Vertrauen sich nicht wieder herstellen lässt, ist groß. Und ohne gegenseitiges Vertrauen ist eine Beziehung zum Scheitern verurteilt.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion

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