Kerzen des Anstoßes: Probleme beim Zusammenziehen vermeiden

Duftkerze. Allein dieses Wort löst bei den meisten Männern zuverlässig Hautausschlag aus. Die meisten Frauen dagegen halten Kerzen für eine absolut notwendige Sache, um ein kuscheliges Ambiente zu erzeugen. Dies ist nur ein Beispiel einer Stolperfalle beim Zusammenziehen mit dem Liebsten. 

Eine gemeinsame Wohnung mit dem Liebsten: Nebeneinander einschlafen, beieinander aufwachen, das Leben wirklich teilen. Nicht nur sonntags. Für viele Paare ist das eine schöne Vorstellung. Der Traum kann jedoch schnell zur Prüfung für die Liebe werden, wenn verschiedene Vorstellungen aufeinander prallen. Wenn zum Beispiel seine Einrichtung aus Chrom, dunklem Holz und Design in ihren Augen unbedingt das Aufstellen einer Armada von Kerzen und Duftpotpourris erfordert, um das ganze etwas wohnlicher zu machen. „Gruselig!“ denkt er. „Wir sind doch nicht auf dem Friedhof! Und was riecht hier eigentlich so streng nach Vanille?“ Beim Candlelight-Dinner lassen die meisten Männer sich Kerzen ja noch gefallen. Eine romantische Note kann man der flackernden Flamme ja nicht absprechen. Aber sonst halten sie die Sauerstoff-Killer eher für unnötige Staubfänger.

Warum Frauen Kerzen lieben

Frauen legen bei der Einrichtung ihrer Wohnung wesentlich mehr Wert auf Dekoration und Ambiente als Männer. Frauen wollen sich wohlfühlen und das können sie nur in einer schönen Umgebung. Und dazu gehören für viele Frauen eben unbedingt Vorhänge, Sofakissen, Blumen, Kerzen und ein guter Duft. Männer dagegen lieben es praktisch. Ihre Einrichtung soll funktional und von handwerklich guter Qualität sein. „Rumstellerchen“ finden die meisten Männer völlig überflüssig. In ihren Wohnungen soll es eher nach Tabak, Rasierwasser und Leder riechen als nach Vanille oder „oriental dream“ aus der Sprühflasche. An den romantischen Wochenenden, die er mit ihr in ihrer Wohnung verbracht hat, waren die weißen Möbel, pinkfarbenen Kerzen, intensiven Lilien und der alte Ohrensessel ihrer Großmutter irgendwie süß. Für sie dagegen wirkte seine Einrichtung männlich, stilvoll und elegant. Für einen Mann wirklich schön. Es fehlt nur ein wenig weiblicher Einfluss, um sich dort wohl zu fühlen. Nichts, was sich nicht mit ein paar Kerzen beheben ließe. Letztlich waren es aber fremde Welten für beide. Jeder konnte sich nach dem Wochenende wieder in sein eigenes Reich zurückziehen. Jetzt sollen diese Welten zusammengelegt werden. Logisch, dass sich da Probleme auftun.

Schatz, müssen wirklich alle Kerzen mit?

Auch wenn noch so viel Platz zur Verfügung steht, ist es grundsätzlich schwierig, in die bestehende Wohnung des Partners einzuziehen. In einem komplett eingerichteten Heim ist es fast unmöglich, dem anderen ausreichend Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Suchen Sie sich besser gemeinsam eine neue Wohnung, die Sie zusammen gestalten können. So muss niemand plötzlich seinen gewohnten Privatraum teilen. So hat ER nicht das Gefühl, sein Zuhause vor feindlicher Übernahme durch Kerzen und Dekoration schützen zu müssen. So hat SIE nicht das Gefühl, ihre Blümchentapete vor der Renovierung verteidigen zu müssen.
Viele Paare unterschätzen die Veränderung, die das Zusammenziehen für beide mit sich bringt. Stürzen Sie sich besser nicht aus einer romantischen Laune kopflos ins Abenteuer nach dem Motto „es wird schon irgendwie gehen“. Sprechen Sie vor der Wohnungssuche besser ausführlich darüber, wie die neue, gemeinsame Einrichtung aussehen soll. Wenn zwei Haushalte zusammengelegt werden, kommt man nicht umhin, einiges zu entsorgen. Um nicht in doppelten Haushaltsgegenständen zu ertrinken, sollte jeder nur das mitnehmen, was für ihn wirklich wichtig ist. Kein Haushalt braucht zwei Bügelbretter, zwei Mixer oder zwei Kaffeemaschinen. Hier sollten praktische Überlegungen im Vordergrund stehen. Welches der beiden Geräte ist neuer, funktionaler, wertvoller? Schwieriger wird es bei persönlichen Gegenständen. Auch da ist von beiden Kompromissbereitschaft gefordert. Vielleicht muss ja nicht die komplette CD-Sammlung mit, wenn es dafür in der neuen Wohnung keinen Platz gibt? Und vielleicht kann sie ihm zuliebe auf ihre kitschige Stehlampe und ein paar Kerzen verzichten? Jeder sollte sich vorher überlegen, welche Möbel ihm am Herzen liegen und auf welche er verzichten kann. Denken Sie immer daran, warum Sie das tun. Ist die Beziehung wichtiger oder der alter Ledersessel?
Kann man sich gar nicht einigen, sollte man darüber nachdenken, für jeden ein eigenes Zimmer einzurichten, in dem er sich ausleben kann. Dort kann er seinen alten Ledersessel und seine CD-Sammlung unterbringen, während sie es sich in ihrem Zimmer mit Kissen, Kerzen und Rumstellerchen so richtig kuschelig machen kann. So gibt es zwei kompromissfreie Zonen und Sie sind trotzdem nah beieinander. Jeder behält sein Stückchen Freiheit. Gerade wenn beide längere Zeit allein gelebt haben, ist eine gemeinsame Wohnung eine enorme Umstellung. Lieb gewonnene Gewohnheiten, der eingespielte Tagesablauf, alles gerät aus den Fugen. Das gemeinsame Zuhause schafft ein hohes Maß an Verbindlichkeit. Das ist schön, kann aber auch beängstigend sein. Wichtig ist, dass beide ein Stückchen Freiheit behalten und die Bedürfnisse beider Partner erfüllt werden. Liegt die Kompromissbereitschaft nur auf einer Seite, ist der Konflikt vorprogrammiert. Mit ein wenig gutem Willen lässt sich Streit leicht vermeiden. Schließlich ziehen Sie doch zusammen, weil Sie sich lieben. Da kann man doch auch ein paar Kerzen auf dem Tisch akzeptieren, oder?

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion

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