Was tun, wenn der Partner sich gehen lässt?

Fettige Haare, ungewaschene Jogginghose und ein überquellender Mülleimer: Schön ist anders. Wenn der Partner plötzlich ein völlig neues, unattraktives Gesicht zeigt, wird das zur Belastungsprobe für die Partnerschaft. Warum lebt man auf einmal mit einem Chaoten und wie reagiert man?

Lässt der Partner sich plötzlich gehen, kann das sowohl auf unterschiedliche Art und Weise passieren als auch die verschiedensten Gründe haben. Psychologen wissen, dass für eine solche Veränderung nicht nur Beziehungsprobleme verantwortlich sein müssen. Auch ein geringes Selbstwertgefühl, Depressionen oder Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben können Auslöser sein.

Beim Partner mangelt es an Körperpflege

Dieser Punkt ist nicht zu verwechseln mit Dingen wie etwa einem Schlabber-Look, der einem vielleicht zu legere, der aber zumindest sauber und hygienisch ist. Lümmelt sich etwa ein Krawattenträger abends in Jogginghose und T-Shirt vor den Fernseher, müssen nicht gleich sämtliche Alarmglocken klingeln. Während es sich hier lediglich um eine Frage der Bequemlichkeit und Entspannung nach einem stressigen Arbeitstag handelt, die man in gewissem Maße tolerieren sollte, sind unhygienische Zustände nicht tragbar. Wird die Körperhygiene vernachlässigt, ist das für den Partner alles andere als akzeptabel. Denn die Körperpflege hat nicht nur etwas mit Achtsamkeit, Selbstwert und Selbstliebe zu tun, sondern auch mit Respekt und Rücksichtnahme dem Partner gegenüber. Je nach Ausmaß der Vernachlässigung kann man auf diese Weise nämlich sogar den Partner dazu bringen, dass dieser sich unfreiwillig vor einem ekelt.

Gründe für den Partner

Einer der Gründe für eine solche Veränderung könnte einfach der Beziehungsalltag sein. Ist das erste Verliebtsein vorbei und es knistert nicht mehr so wie früher, sieht man die Dinge nicht länger durch die rosarote Brille. Diplom-Psychologe Rudolf Stroß gibt ein Beispiel: Früher fand es der Mann niedlich, wenn seine Freundin nach dem Essen rülpste. Nach drei Jahren wird das an Charme verlieren. Im Laufe der Zeit lässt die Rücksicht, die man in einer Beziehung auf seinen Partner nimmt immer mehr nach. So kommt es, dass man auf Verhaltensweisen, die man früher toleriert hat, zunehmend genervt reagiert.
Paar- und Familientherapeutin Brigitte Johanna Will warnt jedoch davor, alle Veränderungen nur auf den Beziehungsalltag zurück zu führen. Ändern sich nämlich bestimmte Gewohnheiten des Partners schlagartig (vor allem wenn es von einem Extrem in das andere umschlägt), können andere Gründe dahinter stecken. Es könnte ein Zeichen dafür sein, dass jemand unglücklich ist – in der Beziehung oder in einem anderen Bereich seines Lebens. Im schlimmsten Fall sind solch plötzliche Veränderungen auch Symptome von Depressionen oder einer schweren Erkrankung.

Was man tun kann

Zunächst sollte man versuchen, dem Partner mit kleinen und subtilen Hinweisen zu zeigen, dass man seine Veränderung nicht akzeptieren möchte. So reicht am Anfang etwa eine Aussage wie: "Ich fände es schön /würde mich freuen, wenn Du heute einen Rock /schicke Hose anziehen würdest. Ich finde, darin siehst Du gut aus." Wenn diese Signale allein nichts bewirken sollte man mit seinem Partner ein offenes Gespräch führen. Hierbei muss man jedoch darauf achten, dass man nicht immer nur auf den "hässlichen Turnschuhen" oder dem "ausgebeulten T-Shirt" herumreitet, sondern sachlich bleibt, ohne die Dinge zu beschönigen. Man sollte ehrlich sagen, was einen stört oder warum man enttäuscht ist. Verletzungen und Vorwürfe muss man jedoch unbedingt vermeiden, denn das wird der Partner als Herabwürdigung seiner Person empfinden und wahrscheinlich nur verletzt und trotzig reagieren.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion

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