Helena Blavatzky – Okkultistin und spirituelles Medium

In der modernen Esoterik ist Helena Petrowa Blavatsky noch mehr als 100 Jahre nach ihrem Tod eine der bekanntesten Figuren überhaupt. Als Gründerin der theosophischen Gesellschaft und auch als spirituelles Medium erlangte sie enorme Berühmtheit. Dabei war sie ebenso einflussreich wie umstritten.

Die Lebensgeschichte der Schriftstellerin und Esoterikerin Helena Petrovna Blavatsky könnte spektakulärer nicht sein: Die gebürtige Russin kam 1831 als Kind eines deutschen Offiziers und einer damals bekannten russischen Romanautorin zur Welt. Schon als Kind begann sie sich für die Spiritualität zu interessieren. Später machte sie innerhalb adliger Kreise erste Erfahrungen mit okkulten und esoterischen Themen, die schon in der damaligen Zeit sehr populär gewesen sind. Sie heiratete mit 17 Jahren einen sehr viel älteren russischen Offizier, verließ ihn aber schon nach wenigen Monaten und zog nach Konstantinopel. Was in der folgenden Zeit mit ihr geschah, ist nicht gut überliefert und Gegenstand vieler Legenden, die sie zu einem großen Teil selbst in die Welt gesetzt hat. So will sie Afrika, Europa, Amerika und Asien besucht haben, was ihr als spirituelles Medium zugute gekommen sein soll. 1875 gründete Sie die theosophische Gesellschaft, eine enorm einflussreiche Organisation, der im Lauf der folgenden Zeit eine ganze Menge bekannter Esoteriker und Okkultisten angehörten. Auch als Schriftstellerin tat sie sich immer wieder hervor. Im Jahr 1877 veröffentlichte Blavatsky mit „Isis entschleiert“ ihr bekanntestes und wohl auch wichtigstes literarisches Werk. Das Buch beschreibt ausführlich Blavatskys eigene Form von esoterischer Lehre. Es ist mit einer Fülle klassischer Zitaten angereichert, was ganz zum Selbstverständnis der Autorin als spirituelles Medium passt. Im Jahr 1891 starb Blavatsky in London.

Blavatsky als spirituelles Medium

Ein spirituelles Medium, in der jüngeren Zeit auch Channel genannt, ist ein Mensch, der die Gabe hat, mit übernatürlichen Wesen zu kommunizieren. In dieser Hinsicht nimmt Helena Blavatsky eine Vorreiterrolle ein: Um die Mitte des 19. Jahrhunderts interessierte sie sich verstärkt für Séancen und Geisterbeschwörung, was damals eine allgemeine Modewelle gewesen ist. Als spirituelles Medium arbeitete Blavatsky ab 1870 zunächst in Kairo, dann in Paris und schließlich in New York, wo sie letzten Endes auch berühmt geworden ist. Darüber, ob es sich bei Madame Blavatsky um ein Genie oder eine Betrügerin handelt, ist sich die esoterischen Welt heute noch nicht einig: Die einen verehren sie als geniale Okkultistin und spirituelles Medium, die anderen sehen in ihr nur eine Betrügerin, deren Ruhm auf gelungene Selbstvermarktung zurückgeht. Ihre Lehre, die Theosophie, ist auch in heutiger Zeit sehr einflussreich.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion
Datum: 17. Juni 2010

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