Ist Gläserrücken gefährlich oder unsinnig?

Vor allem in den 1980er Jahren war Gläserrücken im Rahmen einer okkulten Modewelle besonders unter Jugendlichen ein populäres Spiel. Auch wenn dieses Verfahren wissenschaftlich erklärt werden kann, bleibt es für viele Menschen interessant. Aber selbst von Esoterikfans wird das Spiel eher kritisch betrachtet.

Jeder hat wohl schon vom Gläserrücken gehört. Dabei sollen die Geister Verstorbener oder sonstige übersinnliche Wesen aufgerufen werden. Das Verfahren verläuft dabei folgendermaßen: Auf einem glatten Tisch wird ein Papier ausgebereitet, auf dem vorher die Buchstaben des Alphabets und die Zahlen von 1 bis 10 kreisförmig geschrieben worden sind. Zusätzlich sind im inneren Bereich des Kreises die Wörter ja und nein geschrieben. Zu Beginn der Sitzung wird in der Mitte des Kreises ein umgedrehtes Glas gestellt, das dann alle Beteiligten mit ihren Fingerspitzen berühren. Im Anschluss daran wird ein Geist befragt oder angerufen, worauf sich nach einer Zeit das Glas zu den Buchstaben oder Zahlen auf dem Tisch bewegen und damit gestellte Fragen beantworten soll. In der Regel funktioniert das Spiel tatsächlich, und das Glas rutscht nach einiger Zeit wie von Geisterhand über den Tisch, so dass Fragen tatsächlich beantwortet werden können. Aber selbst unter eingefleischten Esoterikern ist gerade das Gläserrücken eine stark kritisierte Prozedur. Das liegt vor allem daran, dass sie in der Regel – und gerade bei Laien – funktioniert und dadurch viele der Beteiligten fremden Kräften ausgeliefert sein können. Die psychologische Wirkung eines erfolgreichen Gläserrückens ist in der Tat enorm. Aber es gibt recht einleuchtende Erklärungen dafür, warum das Gläserrücken zumindest nicht mit Geistern in Verbindung stehen dürfte.

Gläserrücken und der Carpenter-Effekt

Eine wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen ist, dass, ähnlich wie beim Pendeln, durch unbewusste Muskelkontraktion das Glas in Bewegung gesetzt wird. Die Tatsache, dass beim Gläserrücken in der Regel eine ganze Gruppe von Menschen teilnimmt, verstärkt dabei die These noch. Dieser als Carpenter-Effekt bekannte Vorgang erklärt viele derartige Phänomene auf wissenschaftliche Weise. Dass ein Erfolg beim Gläserrücken auch starke psychologische Folgen für die Beteiligten hat, kann auch die weiteren übersinnlichen Phänomene erklären, die im Rahmen einer solchen Sitzung beschrieben worden sind. Solche wissenschaftlichen Erklärungen scheinen aber nicht dazu geeignet zu sein, das Interesse an solchen Verfahren zu lindern. Die Menschen glauben von Natur aus gern an übernatürliche Phänomene, und möglicherweise ist gerade in einer durch und durch technischen und wissenschaftlichen Welt das Bedürfnis nach unerklärlichen Phänomenen noch größer. Als Unterhaltung mit dem eigenen Unterbewusstsein mag das Gläserrücken – ähnlich wie das Pendeln – durchaus interessant sein. Dennoch sollte man solche Phänomene nicht zu ernst nehmen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

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