Fronleichnam

Heute möchte ich mal wieder etwas zu einem Feiertag schreiben, denn Donnerstag ist ja Fronleichnam. Woher kommt der eigentlich? Der römisch-katholische Feiertag Fronleichnam, das `Hochfest des Leibes und Blutes Christi´ wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert.

Der Name Fronleichnam stammt von `fron´ (Herr) und `lichnam´ (Leib), weist auf die Elemente des Abendmahls hin und geht auf das letzte feierliche Mahl Jesus von Nazareths mit seinen zwölf erstberufenen Jüngern am Vorabend seines Todes zurück. Das Fest Fronleichnam wurde zunächst 1246 in der Diözese Lüttich eingeführt aufgrund der Visionen, die Juliana von Mont Cornillon seit 1209 hatte. 1264 führte Papst Urban IV. dieses Fest für die gesamte römisch-katholische Kirche ein.

Seine Beliebtheit hängt wohl auch mit den reichlich geschmückten Prozessionen zusammen, die durch die Städte führen. Übrigens gibt es die Fronleichnamsprozession nicht nur für Fußgänger. Am Chiemsee, auf dem Staffelsee bei Murnau und in Köln gibt es zu Fronleichnam Schiffsprozessionen. Und als Kölnerin möchte ich doch erzählen, dass eine der bekanntesten und ältesten Schiffsprozessionen die „Mülheimer Gottestracht“ auf dem Rhein in Köln-Mülheim ist. 😉 Dort fährt ein `Sakramentsschiff´, begleitet von kleinen und großen Schiffen, von der ehemals selbständigen Stadt Mülheim bis an die alte Stadtgrenze von Köln, während vom Rheinufer Böllerschüsse das Allerheiligste grüßen.

Als Kind habe ich in Mülheim gewohnt und Fronleichnam war immer ein ganz besonderer Tag. Aber zunächst zur interessanten Legende, wie diese Schiffsprozession entstanden sein soll: `Eines Tages brach ein unbekannter Räuber in die Pfarrkirche St. Clemens ein und stahl die wertvollen Kelche, Monstranzen usw. Auf einem Boot versuchte er über den Rhein zu entkommen, doch wurde das Boot wie von unsichtbarer Kraft auf der Mitte des Flusses festgehalten. Der Dieb stürzte in die Fluten und tags darauf, nachdem der Kirchenraub entdeckt war und das Boot mit den gestohlenen Gütern gefunden war, wurden die wertvollen sakralen Gegenstände unter Begleitung vieler Schiffe wieder in die Clemenskirche zurückgebracht. Zur Erinnerung und zum Dank an die wundervolle Bewahrung der Kircheneinrichtung wird fortan zu Fronleichnam eine festliche Prozession auf dem Schiff durchgeführt.´

Die Stimmung war immer sehr fröhlich – vielleicht lag das auch daran, dass nach der Prozession die Kirmes eröffnet wurde. 😉 Als kleines Kind mischte sich in meine Freude aber auch ein bisschen Neid: Zum einen auf die Kommunionskinder, die in ihren weißen Kleidchen auf einem Prozessionsschiff mitfahren durften und zum anderen auf die Waisenkinder, die Fronleichnam freien Eintritt auf der Kirmes hatten. Vor allem, weil ich mein ganzes Kirmesgeld für Lose ausgab, um meiner Mutter Blumen mitbringen zu können – und somit kein Geld mehr zum Karussellfahren hatte…     

Was machen Sie an Fronleichnam? Wie wird dieser Tag bei Ihnen gefeiert?
P.S.: Ich merke gerade, dass der Text etwas lang geworden ist. Da sind wohl meine Fronleichnamserinnerungen mit mir durchgegangen!  😉

 verfasst von: Angelika Kallwass am 09.06.2009 um 12:41 Uhr, Quelle: SAT1-Website

"Zwei bei Kallwass", Montag bis Samstag von 14 – 15 Uhr bei SAT1, produziert von der filmpool Film- und Fernsehproduktion GmbH.

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