Jahr des Gorillas

Die Unesco hat 2009 zum Jahr des Gorillas erklärt und ich habe heute Morgen einen Artikel über die aktuelle Situation der Gorillas gelesen, der mich sehr berührt hat. Warum? Zum einen wegen der Ähnlichkeiten zwischen Gorillas und Menschen.

Sie sind sozial, sorgen füreinander, benutzen Werkzeuge, um sich zu helfen und sind so intelligent, dass sie sich selbst im Spiegel erkennen und Zeichensprachen lernen können. Besonders toll fand ich folgendes Beispiel: Ein Forscherteam beobachtete im kongolesischen Nationalpark ein Gorillaweibchen, das durch einen Teich waten wollte und dabei tief einsank. Daraufhin griff sich das Tier einen Stock und prüfte die Wassertiefe an einer anderen Stelle. Das ist sehr beeindruckend, oder?

Zum anderen hat mich dieser Artikel berührt, weil er wieder die Aggressivität und Zerstörungswut des Menschen zeigt. Es gibt nur noch ca. 700 Gorillas auf der Welt, etwa die Hälfte davon im Virunga-Nationalpark im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Normalerweise werden dort Touristen von Wildhütern zu den Gorillas geführt. Das damit eingenommene Geld dient dazu, den Schutz der Menschenaffen zu finanzieren. Aber seit Monaten haben Rebellen den Park besetzt, die Wildhüter sind geflohen – und die Gorillas blieben zurück. Seit Jahrzehnten wird der Kongo von gewalttätigen Auseinandersetzungen erschüttert. Die Region des Nationalparks ist reich an einem Erz, das für den Bau von Handys und Laptops benötigt wird und viel Geld bringt. Neben der Bevölkerung geraten in diesem Zusammenhang auch die Gorillas in Gefahr. Ohne den Schutz der Wildhüter sind sie Wilderern und Rohstoff-Räubern ausgesetzt. Zivilisten fliehen in die angrenzenden Wälder, wo sie Land roden, um ihre Familien zu ernähren. Damit wird auch der Schutzraum der Gorillas immer weiter zerstört. So sind die friedlichen Gorillas den Menschen völlig ausgeliefert und könne sich nicht gegen ihre Ausrottung wehren. Dabei muss ich an eine andere Gruppe von Lebewesen denken, die ebenfalls verschwunden ist: Die Neandertaler. Ihr Verschwinden soll einer Hypothese zufolge auch damit zusammen hängen, dass sie zu wenig aggressiv waren, um sich durchzusetzen…

verfasst von: Angelika Kallwass am 21.04.2009 um 13:19 Uhr, Quelle: SAT1-Website

„Zwei bei Kallwass“, Montag bis Samstag von 14 – 15 Uhr bei SAT1, produziert von der filmpool Film- und Fernsehproduktion GmbH.

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