Großeltern und Enkelkinder – Erfahrungen weitergeben ohne Einmischung

Für viele Menschen geht ein Traum in Erfüllung, wenn sie Oma oder Opa werden. Doch ebenso wie bei der Elternschaft ist die Bewältigung dieser Rolle keineswegs angeboren. Man kann auf keine Erfahrungen zurückgreifen, zumal man nicht immer selbst mit Großeltern aufgewachsen ist.

Woher also die Erfahrungen nehmen? Hier eine kleine Hilfestellung, wie Sie Ihrer Rolle als Oma oder Opa gerecht werden, ohne dass Sie in Konflikt mit Ihren eigenen Kindern geraten.

Hilfe durch Erfahrung – das gesellschaftliche Bild von Großeltern

Noch bis vor ein paar Jahrzehnten wurde die Rolle von Großeltern in der Familie weniger positiv gesehen. Damals war das Bild der nachsichtigen und verwöhnenden Oma oder aber des strengen altmodischen Opas dominierend. Aus heutiger Sicht werden der Großelternschaft überwiegend gute Eigenschaften zugeschrieben. So stellen Oma oder Opa in der Familie aktive Interaktionspartner dar, die die Eltern unterstützen und entlasten können, Hilfestellungen bei Problemen anbieten und die körperliche sowie seelische Entwicklung der Enkelkinder fördern können. Kurz: Großeltern sind eine Bereicherung für die ganze Familie und tragen anerkannter Maßen zum Erfahrungsschatz der Kinder bei.

Trotz dieser gesellschaftlich geprägten Rollenbilder liegt es bei einem selber, wie man mit der neuen Situation umgeht. Denn jeder muss zwischen der Erwartungshaltung der eigenen Kinder und Enkelkinder seine eigene Rolle suchen und finden. Schließlich gibt es immer unterschiedliche Ansichten und Bedürfnisse bei allen Familienmitgliedern.

Wie geben Großeltern ihre Erfahrung am besten an die Enkelkinder weiter?

Großeltern werden gebraucht – aber auf andere Art und Weise als Eltern. Dessen müssen Sie sich stets bewusst sein. Die Erziehungsverantwortung liegt eindeutig bei den Eltern. Als Oma oder Opa unterliegen Sie dem „Gesetz der Nichteinmischung“. Diese Verhaltensregel besagt, dass Sie sich bei grundlegenden Erziehungsfragen und Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern heraushalten sollten. Will einem das nicht so recht gelingen, können Sie Ihre Tipps und Ratschläge in einem ruhigen Moment, „nett verpackt“ und in einer sachlichen Stimmlage äußern. Vermeiden Sie dabei am besten Begriffe wie „Du sollst…“, „Du kannst nicht…“ oder „Du musst…“. Geeigneter sind neutrale Formulierungen wie „es ist besser, wenn“ oder „man könnte“. Bleiben Sie möglichst diplomatisch und vermeiden Sie Dominanz!

Seien Sie als Oma oder Opa Bestandteil der Familie, ohne sich jedoch in alles einzumischen. Genießen Sie die besondere Stellung im Generationengefüge! Auch wenn dieses Miteinander stets eine Gratwanderung zwischen Integration und Laissez-faire darstellt. Bleiben Sie in Hilfestellung gegenüber der Familie Ihrer Kinder und springen Sie ein, wenn es sich ergibt oder die Situation es erfordert. Das sollte dann in einer engen und offenen Absprache mit den Eltern erfolgen. Um ein solches Verhältnis herzustellen, bedarf es natürlich einiger Zeit und Übung.

Unterstützen Sie Ihre Kinder! Schenken Sie zur Geburt z.B. einen Kinderwagen. Ermöglichen Sie den Eltern Ihrer Enkel mal einen freien Abend und passen Sie auf die Kleinen auf. Holen Sie die Enkel vom Kindergarten oder von der Schule ab, begleiten sie zum Ballett, Fußball oder Musikunterricht und helfen beim Vokabeln lernen. So können Sie Ihre Erfahrung an die nächste Generation weitergeben, selber neues Erleben und mit einer angemessenen großelterlichen Distanz direkt am Familienleben partizipieren.

Wichtig ist, dass Sie mit Freude bei der Sache sind. Strahlen Sie positive Energie aus, geht das auch auf die anderen über. Finden Sie Ihre Position in dem neuen Familiengefüge und stimmen Sie Ihr Handeln mit den Anderen ab. Und wenn es dann doch mal zu Reibereien kommt, verzweifeln Sie nicht. Niemand ist perfekt! Sehen Sie es sportlich und bilden Sie mit den Eltern Ihrer Enkel ein Team. Reden Sie offen miteinander! Dann klappt’s auch mit den Enkelkindern.

Autor: Sabine Fischer, Platinnetz-Redaktion

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