Musik, die verbindet

Reifes Paar fröhlich tanzend

Für viele, ganz gleich ob Single, frisch verliebt oder lange verheiratet, gehört Musik zum Alltag dazu. Die verschiedensten Musikstücke begleiten durch den Alltag und sorgen dafür, dass vieles leichter von der Hand geht. Doch Musik ist nicht nur ein Zeitvertreib, Energiebringer und Entspannungsbegleiter. Sie ist auch eine Art Balsam für die Seele.

Studien haben gezeigt, dass Musik ganz unterschiedlich auf die Menschen wirkt. Erwachsene können dabei ebenso vom Musizieren profitieren wie Kinder, bei denen sich die verschiedenen Klänge und Instrumente positiv auf die soziale und geistige Entwicklung auswirken. Die vielfältige Wirkung hat dazu beigetragen, dass sich die Musik als therapeutisches Hilfsmittel etabliert hat und beispielsweise in Paarberatungen Einsatz findet.

Liebe beginnt oft mit einem speziellen Musikstück

Die meisten Paare haben es: ein Lied, das es mit den Anfängen der eigenen Beziehung verbindet. Dieses Lied lief beim ersten Kennenlernen, beim ersten Date oder auch während des ersten Kusses. Ein solches Lied brennt sich in der Regel im Gedächtnis der Paare ein und löst auch nach vielen gemeinsamen Jahren noch Emotionen bei Mann und Frau aus. So erinnern die Lieder an das erste magische Prickeln, können aber auch, wenn die Beziehung nicht mehr besteht, von einer gewissen Traurigkeit begleitet werden.

Dabei muss es sich bei Liedern, die ein Paar verbindet, übrigens nicht unbedingt um klassische Liebeslieder handeln. Auch unterhaltsame Popsongs oder Heavy-Metal-Hits haben das Potenzial, zum Lieblingslied eines Paares zu werden.

Älteres fröhliches Paar mit IPad in der Hand und Kopfhörer auf
Musik verbindet, egal in welchem Alter

Nicht nur die Anfänge einer Beziehung werden von Musik begleitet, sondern oftmals auch das Ende. So brennen sich Lieder, die während oder unmittelbar nach einer Trennung im Radio beispielsweise liefen, in die Erinnerung ein. Auch nach Jahren können diese dann noch bei den betroffenen Personen für Wut, Trauer und Ärger sorgen. Manche verbinden mit diesen Liedern aber auch eine Art Befreiungsschlag und blicken von da an positiv in die Zukunft.

Musik als Streitschlichter

Streit und Auseinandersetzungen gehören in einer Beziehung einfach dazu. Doch auch hier kann Musik eine wichtige Rolle spielen. Musik kann uns sowohl positiv stimmen, sie kann aber auch für neues Feuer sorgen. Gerade energiegeladene Musik kann einem Streit erst richtig einheizen und dann wiederum dafür sorgen, dass sich ein Paar in diesem verrennt. Ruhige Musik kann die aufgebrachten Wogen dagegen glätten und dafür sorgen, dass die Stimmung im Allgemeinen ein wenig ruhiger und ausgeglichener wird.

Immer mehr Therapeuten setzen Musik mittlerweile auch in der Paar- und Eheberatung ein. Hier werden durch die verschiedenen Musikstücke ganz unterschiedliche Ziele verfolgt. Zum einen kann die Musik genutzt werden, um ein Paar daran zu erinnern, was es verbindet und welche Gemeinsamkeiten es hat. Zum anderen wird Musik häufig eingesetzt, um eine Beziehung oder auch gewisse Situationen zu beschreiben. Musikstücke sorgen in der Therapie dafür, dass sich ein Paar wieder an positive, gemeinsame Erlebnisse erinnert oder sich auf die gemeinsamen Wünsche und Ziele besinnt. Jedes Lied hat eine gewisse Wirkung auf das menschliche Gehirn und die Gehirnströme.

Reife Frau spielt Gitarre
Viele Emotionen lassen sich mit Musik ausdrücken

Warum verbindet Musik Menschen?

Viele Paare vermuten in der Verbindung durch die Musik vor allem eine emotionale Bindung. Tatsächlich reagiert aber der gesamte Körper auf die Musik, wie Untersuchungen gezeigt haben. Durch die Musik verändern sich Herzschlag, Atemfrequenz und Blutdruck. Außerdem haben die Takte und Klänge Einfluss auf die Muskelspannung. Es ist also durchaus möglich, dass Musik entweder für eine angespannte oder eine lockere Haltung sorgt. Ein weiterer Aspekt, der vielen nicht bewusst ist, ist die Wirkung der Musik auf die Nebenniere. So sprechen die Takte sowohl die Hypophyse als auch die Nebenniere an.

Der Körper passt seine Hormonproduktion zudem an die Musikart an, die gehört wird. Wenn beispielsweise eher schnelle und aggressive Musik gehört wird, bildet der Körper bevorzugt Adrenalin. Er ist also in Alarmbereitschaft und zu Höchstleistungen bereit. Anders sieht es dagegen bei sanften Klängen aus. Diese regen den Körper zur Bildung von Noradrenalin an. Gerade in Stresssituationen, aber auch beim Streit zwischen einem Paar entfaltet Noradrenalin eine ausgesprochen positive Wirkung. Es entspannt und sorgt dafür, dass deutlich weniger Stresshormone ausgeschüttet werden. Weiterhin nimmt unter diesen Umständen im Körper die Bildung von Betaendorphinen zu. Die Betaendorphine kontrollieren den Schmerz, den der Körper empfindet. Umso höher die Konzentration ist, desto geringer ist letzten Endes das Schmerzempfinden.

Allein die wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung der Musik zeigt, wie vielseitig diese Spuren am Körper hinterlässt. In den letzten Jahren haben auch die Mediziner die positive Wirkung der Musik erkannt und versuchen diese heute mehr denn je gezielt einzusetzen. Zum einen hat sie sich, wie bereits erwähnt, zu einem probaten Mittel bei verschiedenen Paartherapien und Eheberatungen entwickelt. Zum anderen nutzen Mediziner sie aber auch in der Schmerztherapie, wo sie schmerzstillende Medikamente unterstützen kann. Auch bei Schlaganfallpatienten hat sich der Einsatz von Musik in den letzten Jahren als unterstützende Behandlung bewährt.

Musik fördert die soziale Entwicklung

Ein weiterer Punkt, der zeigt, dass Musik verbindet, ist ihr Einfluss auf die soziale Entwicklung eines Menschen. Insbesondere in Kindestagen sorgt Musik dafür, dass die Weichen für eine positive soziale Entwicklung gestellt werden. Da Musik die soziale Kompetenz fördert, sollte gerade dem Musikunterricht in den Schulen deutlich mehr Aufmerksamkeit zuteilwerden. Wie vielfältig der positive Einfluss der Musik dabei ist, hat eine Untersuchung an verschiedenen Berliner Grundschulen belegen können.

Eine Gruppe Jugendlicher musiziert miteinander
Beziehungen stärken und fördern durch gemeinsames musizieren

Demnach hat durch einen ausgedehnten Musikunterricht in den Grundschulen die Zahl der Schüler, die von den anderen aus den Gruppen ausgegrenzt wurden, deutlich abgenommen. Im gleichen Zug stieg aber auch der Anteil der Kinder, die positiv von den anderen angenommen wurden und nicht mit Ablehnung zu kämpfen hatten. Der Anteil dieser Jungen und Mädchen war an den untersuchten Schulen sogar doppelt so hoch wie an anderen. Darüber hinaus hat der Musikunterricht das gesamte Schulklima deutlich verbessern können. So war die Stimmung an den Schulen im Allgemeinen deutlich weniger aggressiv.

Gemeinsames Musizieren verbindet

Musik verbindet aber nicht nur durch den gemeinsamen Musikgeschmack, den Menschen miteinander teilen. Auch das gemeinsame Musizieren mit Klavier, Gitarre und Co. stärkt die Verbindung, die Menschen zueinander haben. Mit ein wenig Fantasie lassen sich allerdings direkt Instrumente kaufen, die auch für das gemeinsame Spiel konzipiert sind, sei es zu zweit am Klavier, gemeinsam mit zwei Gitarren und viele weitere Kombinationen. Dafür geeignete, größere Instrumente wie ein Klavier sind nicht gerade kleine Anschaffungen – doch unter Beachtung der häufigsten Stolperfallen lassen sich gebrauchte Instrumente in einem guten Zustand finden, ohne das Portemonnaie zu sehr zu belasten. Auch ein tolles Geschenk für Enkel!

Das gemeinsame Musizieren hat einen ganz besonderen Effekt auf das Miteinander. So stärkt es aufeinander zu hören, wodurch wiederum eine bessere Wahrnehmung des Gegenübers erreicht wird. Während des gemeinsamen Singens und Musizieren wird das menschliche Gehör empfindsamer für den Stimmklang des anderen. Das heißt aber auch, dass es mit der Zeit leichter fällt, anhand der Stimme auch die Stimmung des Einzelnen zu beurteilen. Darüber hinaus sorgt das gemeinsame Musizieren, ganz gleich ob nun in der Beziehung, der Familie im Allgemeinen oder eben auch im Freundeskreis dafür, dass sich die Stimmung positiv verändert. Grund ist die mit dem Ergebnis einhergehende Motivation.

Welchen Einfluss hat Musik auf das Gehirn

Die Auswirkungen auf die soziale Kompetenz sowie das Verständnis von Empfindungen ist die eine positive Seite, die mit der Musik einhergeht. Die andere Seite bezieht sich auf das Gehirn. Tatsächlich wirkt sich Musik nämlich nicht nur auf die Hormonbildung aus, sondern auch auf die Vorgänge im Gehirn. Für das Gehirn stellt es eine ganz besondere Herausforderung dar, Musik zu verarbeiten. Jedes Lied enthält eine Vielzahl an Informationen, die das Gehirn in dieser Form erst einmal verarbeiten muss. So müssen die Melodien ebenso verarbeitet werden wie die unterschiedlichen Tonhöhen. Eine weitere, besondere Anstrengung für das Gehirn ist zudem die Reihenfolge der Töne, die in einem Musikstück vorkommen.

Älteres Paar liegt im Bett und der Mann spielt Gitarre
Ein gewidmetes Lied ist eine wunderbare Liebserklärung

Gerade die Verarbeitung der Reihenfolge stellt eine besondere Herausforderung dar, denn zum einen muss das Gehirn Töne, die gleichzeitig ankommen, so sortieren und einstufen, dass es die damit einhergehenden Akkorde erkennt. Zum anderen muss es aber auch die Schallposition sowie die Quelle des Schalls einschätzen und verarbeiten.

Das Gehirn teilt all diese Aufgaben auf die verschiedenen Gehirnhälften auf. Dabei erfolgt die Aufgabenverteilung meist gegensätzlich. Das Besondere ist dabei die Schaltung von Nervenzellen. Beim Musikhören werden Nervenzellen immer wieder neu geschaltet und miteinander verknüpft. Diese Verknüpfungen bleiben auch nach dem Musikhören erhalten.

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