Füße, Lack und Leder: Was, wenn mein Partner einen Fetisch hat?

Zu einer gelungenen Partnerschaft gehört auch eine glückliche Sexualität, darüber sind sich die meisten Menschen einig. Doch was, wenn sexuelle Vorlieben schwer oder gar nicht miteinander vereinbar sind? Oder der Partner von den jeweiligen Vorlieben gar nichts weiß? Ein heikles Thema, das heutzutage kein Tabu mehr sein sollte.

Oft wird über einen Fetisch, da es sich hierbei um weniger durchschnittliche sexuelle Vorlieben handelt, nicht von Anfang an offen gesprochen, so dass mancher Partner von bestimmten sexuellen Interessen überrumpelt werden kann. Zudem ist es allgemein weniger üblich, diese Vorlieben überhaupt öffentlich zum Thema zu machen.

Was ist unter einem Fetisch zu verstehen?

Erst einmal verstehen die meisten Menschen unter einem Fetisch eine bestimmte sexuelle Vorliebe, wobei es auch oft dem Klischee entspricht, dass ein Fetisch den Anklang an eine krankhafte oder gar perverse Neigung hat. Im Allgemeinen geht es beim Fetisch, im Gegensatz zu anderen sexuellen Spielarten und Formen, speziell um einen Faible für Gegenstände (oder einen ganz bestimmtes Körperteil). Dieser Fetisch steht hierbei für den Gegenstand der Begierde um den es sich handelt. Ob sich ein Fetischismus gar zu einer sexuelle Störung auswächst, ist eine äußert individuelle Frage und hängt in erster Linie wohl davon ab, ob der Fetischist sich in seiner Rolle und in seinem Leben, auch in seinem Alltag und in seiner Partnerschaft, wohlfühlt und andere mit seinem Fetisch nicht verletzt oder stört.
Allgemein überschneidet sich Fetischismus mit dem sogenannten Sadomasochismus oder anderen Spielarten und wird so auch häufig dieser Szene zugeordnet. Besonders bekannte und häufige Fetische sind Füße, Strümpfe, Schuhe oder Unterwäsche. Oft sind der Träger der Gegenstände, bestimmte Rollenspiele bzw. das Material der Kleidung oder der Gegenstände besonders vorrangig. Bekannt ist hier insbesondere die Vorliebe für Leder, Latex, Lack oder Gummi.

Der Umgang mit einem Fetisch in einer Partnerschaft

Sicherlich ist der Umgang mit einem Fetisch je nach Person und je nach Partnerschaft individuell sehr unterschiedlich und auch sehr davon abhängig wie lange sich die Partner schon kennen. Haben Sie sich vielleicht sogar bereits in einer besonderen Szene kennengelernt? Wird in der Partnerschaft offen über entsprechende Themen gesprochen? Ist der Fetisch oder die Vorliebe nur sehr einseitig ausgeprägt, das heißt eine Person möchte unter Umständen sehr häufig seinem Fetisch nachgehen, während der Partner ganz andere, damit nicht zu vereinbarende Vorstellungen und Träume hat?
Sollte Ihnen ein Partner oder eine Partnerin, egal in welchem Stadium einer Beziehung gestehen, einen bestimmte Fetisch zu haben, sollte man in erster Linie, auch wenn es vielleicht im ersten Moment sehr schwer fällt, die Offenheit und den Mut des Partners respektieren. In einem nächsten Schritt gilt es, in Ruhe und in aller Ehrlichkeit über alles zu sprechen und nicht sogleich alles zu ‚verteufeln‘ was vielleicht im ersten Moment merkwürdig oder ungewohnt erscheint. Beide Seiten müssen die Möglichkeit haben, Ihre Gedanken, Ängste und Vorlieben äußern zu können. Danach gilt es, sich Gedanken zu machen in welcher Form die Beziehung und die dazugehörige Sexualität für beide Partner möglichst befriedigend ausgelebt werden kann.
Fest steht: Niemand sollte in eine bestimmte sexuelle Richtung gedrängt werden. Ausprobieren kann man vieles, aber nur wenn beide Partner mit dem Fetisch möglichst entspannt und locker umgehen können. Sollten gar Ekelgefühle oder Angst vorherrschen, macht es sicherlich keinen Sinn, jemanden auf Zwang an einen Fetisch, welcher Form auch immer, heranführen zu wollen. Eine solche Partnerschaft ist nicht unbedingt zum Scheitern verurteilt, wird aber schweren Proben ausgesetzt sein, da der Fetisch entweder unterdrückt oder anderweitig ausgelebt wird.
Die schönste Nebensache der Welt sollte niemanden überfordern oder verzweifeln lassen. Generell gilt sowieso: So lange beide Spaß haben, ist innerhalb einer Partnerschaft alles erlaubt und normal. Außerdem ist wohl zu sagen: Je mehr Offenheit, desto besser! Nur die Vorlieben, die auch in irgendeiner Form kommuniziert werden, können auch wirklich ausgelebt werden. So dass eine solche Offenheit zu einer gelungenen Partnerschaft dazu gehören sollte. Und nur so sind letztendlich auch geheime Liebschaften oder sexuelle Unzufriedenheit zu vermeiden. Doch das wäre der absolute Optimalfall. Sicherlich weiß jeder wie individuell Sexualität sein kann und wie schwer es ist eine Partnerschaft zu führen, die in allen Bereichen perfekt ist.
Von daher kann es immer nur danach gehen, möglichst ehrlich miteinander umzugehen und immer zu versuchen, das größtmögliche Glück für seinen Partner oder Partnerin und für sich selber erreichen zu wollen. Dabei ist auch immer eine gute Prise Toleranz, Phantasie und auch Motivation von Nöten.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion

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