Langeweile und Leidenschaft: Enger verknüpft als man denkt

Keine neue Erkenntnis: Die Leidenschaft füreinander lässt im Laufe einer Beziehung nach. Das Frisch-verliebt-sein weicht dem Alltag und die Lust wird weniger. Das bedeutet jedoch nicht, dass Langeweile im Bett einkehren muss. Doch was kann man dagegen tun und welche Rolle spielt die Langeweile beim Sex außerdem auch noch?

Erotik und Sex werden schon längst nicht mehr im stillen Kämmerlein thematisiert, sondern sind gesellschaftlich anerkannt – dies sieht man allein an der steigenden Anzahl der Sexratgeber in den letzten Jahren. So ist Sexualität auch ein Thema, das in vielen Umfragen immer wieder unter den verschiedensten Gesichtspunkten beleuchtet und erforscht wird. Wer macht es wann, wie oft und mit wem – doch eine Frage war bis vor Kurzem noch nicht beantwortet: Warum macht man es eigentlich?

Frauen haben Sex aus Langeweile

Na klar, Frau hat Sex,  weil sie Kinder oder auch einfach nur Spaß haben will – von wegen! Wie amerikanische Psychologen in einer Studie heraus fanden, gibt es etwa 200 Gründe für eine Frau, mit einem Mann zu schlafen. Dabei sind die Hauptgründe nicht unbedingt Lust und Leidenschaft, wie Psychologin Cindy Meston weiß: "Die meisten Frauen finden ihre Bettgefährten sexuell gar nicht attraktiv."
Während Mann meistens dann Sex hat, wenn er Lust hat, gibt es Momente, in denen einige Frauen nur mit dem Partner schlafen, um ihn zufrieden zu stellen oder ihn vom Fremdgehen abzuhalten. Ganze 84 Prozent der 1000 befragten Frauen gaben an, mit ihrem Partner Sex zu haben, damit er sie nicht weiter bedrängt und auch bereit ist, im Haushalt mit zu helfen. Eine von zehn Frauen bedankt sich bei ihrem Mann mit Sex für Geschenke, Blumen oder andere Aufmerksamkeiten. Auch Langeweile wurde als Grund für Sex mit dem Partner genannt. "Ich habe Sex aus Langeweile. Es ist leichter als Streiten und ich bin beschäftigt", gibt eine der befragten Frauen an. Immerhin ein Drittel der Befragten gab an, Spaß am Sex zu haben und sich aus Leidenschaft verführen lassen.
Sex ist also gerade für Frauen hin und wieder nicht mehr als ein Mittel zum Zweck. Egal ob aus Langeweile oder als Dank – einige der Befragten gaben offen zu, dass Sex für sie nicht immer pure Lust und Leidenschaft bedeutet. Das trifft vor allem dann zu, wenn man sich in einer langjährigen Beziehung befindet.

Fantasie gegen die Langeweile

In reiferen Jahren verändert sich das Sexualleben – das heißt aber noch lange nicht, dass das Bedürfnis nach Sexualität, Liebe und Zärtlichkeit abnimmt. Trotzdem kehrt gerade bei langjährigen Beziehungen oft irgendwann so etwas wie Eintönigkeit und Langeweile im Bett ein. Doch mit ein bisschen Fantasie und Abwechslung lässt sich da schnell Abhilfe schaffen, denn der Mangel daran ist oft der Grund für Langeweile im Bett.
Experten wissen: Der fehlende Ausgleich zwischen dem, was man will und dem, was man hat, zerstört das Spannungsfeld zwischen zwei Liebenden und sorgt für Eintönigkeit. Bei diesem Problem kann nur Ehrlichkeit weiter helfen. So müssen die Partner über ihre Wünsche und Bedürfnisse miteinander sprechen, damit das Liebesleben nicht der Langeweile zum Opfer fällt. Eine Studie der Universität Göttingen hat gezeigt, dass nur 35 bis 44 Prozent der sexuellen Wünsche auch tatsächlich ausgelebt werden. Das liegt zum größten Teil daran, dass andere, geheime Wünsche nie geäußert werden. Doch der Partner kann ja schließlich keine Gedanken lesen, also muss man ihm schon sagen, was man möchte, damit er es auch tun kann. Dabei spielt gerade bei längeren Beziehungen die Fantasie eine große Rolle, denn die sorgt dafür, dass es Abwechslung statt Langeweile im Bett gibt. Fantasie bedeutet nicht unbedingt, dass ein Paar ausgefallene Rollenspiele betreiben muss – es reichen meist Kleinigkeiten, die dafür sorgen, dass keine Eintönigkeit im Liebesleben auftritt.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion

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