So verändert sich der Körper im Alter

Das Bild zeigt die linke Gesichtshälfte einer Frau mittleren Alters mit kurzen grauen Haaren

Falten, graue Haare, schlechteres Sehvermögen – sie alle sind typische Anzeichen dafür, dass der Körper altert. Das geschieht nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, der sich über viele Jahre hinweg zieht, aber erstaunlich früh beginnt: Schon ab 25 fängt der Körper an zu altern – es gibt also keinen Grund, sich ab den 40ern Sorgen um Falten und andere Alterserscheinungen zu machen, der Prozess ist dann schon längst im Gange. Doch was genau passiert im Körper, wenn wir älter werden?

Falten bilden sich

Viele Anzeichen des Alters sind für Außenstehende kaum oder gar nicht zu sehen. Dagegen lassen sich andere Anzeichen nur schwer verbergen, wenn nicht gerade chemische Hilfsmittel genutzt werden. Dazu gehört die Faltenbildung, die tatsächlich schon recht früh beginnt. Bereits ab dem 25. Lebensjahr fängt die Haut an, kleine Falten zu bilden. Besonders die Gesichtsfalten fallen auf.

Doch wie entstehen Falten?

Die Haut verliert im Alter an Elastizität und Spannung. Das liegt daran, dass wichtige Proteine, die die Haut straff halten, abnehmen: Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure. Denn mit zunehmendem Alter werden die Zellen, in denen die Proteine gebildet werden, träge und teilen sich nicht mehr so oft. Dadurch entstehen weniger Kollagen- und Elastinfasern, die Haut erschlafft und wirft Falten.

Ganz verhindern lässt sich dieser Prozess nicht. Früher oder später setzt die natürliche Hautalterung bei jedem ein. Allerdings kann man dafür sorgen, dass der Prozess nicht noch durch äußere Einflüsse wie Stress, Alkohol und Nikotin beschleunigt wird.

Auch das Bindegewebe wird mit zunehmendem Alter schwächer – es ist nicht mehr so straff und es kommt zu Cellulite an den Oberschenkeln. Generell wird die Haut trockener und pflegebedürftiger, vor allem im Zusammenspiel mit den Wechseljahren.

Die Haare werden grau

Obere Gesichtshälfte eines Mannes mittleren Alters mit leicht grauen Haaren.
Das erste graue Haar! – Kein Grund zur Panik!

Graue Haare sind ebenfalls ein recht offensichtliches Zeichen des Alters. Spätestens ab dem 50. Lebensjahr ist das Haar bei den meisten Menschen von grauen Strähnen durchsetzt. Bei einigen Menschen, vor allem Männern, ergraut das Haar aber schon viel früher – bei manchen sogar schon mit Anfang 20. Dieses vorzeitige Ergrauen, wie das Phänomen genannt wird, heißt im Fachjargon Canities praecox. Dafür haben andere noch mit über 50 ihre natürliche Haarfarbe.

Wann das Ergrauen der Haare einsetzt, ist also sehr unterschiedlich. Das liegt daran, dass es genetisch bedingt ist. Im Durchschnitt zeigen sich die ersten grauen Haare zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Der sichtbare Teil der Haare besteht aus mehreren Schichten verhornter Zellen. An den Haarwurzeln sitzen unter anderem pigmentbildende Zellen (Melanozyten), die das Pigment Melanin herstellen. Dieses wird in die Hornschichten eingelagert und verleiht dem Haar seine Farbe.

Im Rahmen des natürlichen Alterungsprozesses lässt die Aktivität der Melanozyten nach: Sie bilden immer weniger Melanin und sterben schließlich ab. Im nachwachsenden Haar wird das fehlende Pigment durch Luftbläschen ersetzt und erscheint deswegen weiß.

Die Sinnesleistung lässt nach

Grauhaariger Mann mit schwarzer Brille liest
Wenn die Sehleistung nachlässt…

Auch die Sinnesorgane sind vor dem Altern nicht gefeit. Das macht sich besonders bei den Augen bemerkbar, denn zu den Sehschwächen, von denen die Augen von Geburt an oder im Laufe des Lebens betroffen sein können, kommt im Alter die sogenannte Alterssichtigkeit (Presbyopie) hinzu. Die Altersweitsichtigkeit ist ein natürlicher Prozess, der jeden Menschen betrifft – auch die mit normaler Sichtigkeit.

Der Prozess beginnt im Grunde schon ab dem Kindesalter, doch erst ab etwa dem 40. Lebensjahr macht sich die Presbyopie bemerkbar: Zeitungen, Bücher und Speisekarten müssen immer weiter weggehalten werden, um sie lesen zu können. Das liegt daran, dass die Linse an Elastizität verliert. Das bedeutet, sie kann sich nicht mehr so flexibel auf unterschiedliche Entfernungen einstellen. Mit einer Gleitsichtbrille lässt sich das aber gut beheben. Solche Brillen ermöglichen ein stufenlos gutes Sehen, sowohl in der Ferne und in der Nähe als auch im Bereich dazwischen.

Analog zur Presbyopie gibt es die Presbyakusis, die Altersschwerhörigkeit. Denn auch die Ohren lassen in ihrer Funktionalität mit zunehmendem Alter nach. Diese Hörminderung tritt etwa ab dem 50. Lebensjahr auf. Betroffene haben Schwierigkeiten, Unterhaltungen in einem lauten Umfeld zu verstehen, leise Geräusche oder hohe Töne nehmen sie kaum oder gar nicht mehr war und Fernseher und Radio müssen immer lauter gestellt werden. Nicht selten treten zusätzlich Ohrgeräusche (Tinnitus) auf. Die Altersschwerhörigkeit entwickelt sich in der Regel schleichend, daher kann es lange dauern, bis Betroffene sie bemerken.

Der Hormonhaushalt verändert sich

Frau mittleren Alters fächerst sich mit orangen Fächer Luft zu
Hitzewallungen – nur eines der vielen Anzeichen für die Wechseljahre

Schon ab dem 30. Lebensjahr produziert der Körper weniger Hormone, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Die Produktion des weiblichen Hormons Östrogen sinkt erneut mit 35. Bei Männern sinkt mit zunehmendem Alter der Testosteronspiegel. In den 40ern oder 50ern kommen Frauen wie Männer schließlich in die Wechseljahre. Diese Veränderungen beeinflussen den Stoffwechsel und die Libido.

Die Wechseljahre beginnen bei Frauen meist recht plötzlich und es stellen sich die typischen Symptome ein. Dazu gehören Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Durch den sinkenden Östrogenspiegel lässt die Monatsblutung nach und oft werden die Haare dünner. Bei manchen Frauen kommt es außerdem zu einer Perimenopause, die Stimmungsschwankungen und Angstgefühle auslösen kann. Insgesamt fallen die Symptome unterschiedlich stark aus: Manche Frauen haben große Beeinträchtigungen, während andere kaum betroffen sind.

Bei Männern können ebenfalls unangenehmen Veränderungen auftreten. Dazu gehören Gewichtszunahmen, vor allem im Bauchbereich, Probleme beim Muskelaufbau und Muskelerhalt, Stimmungstiefs und Erektionsstörungen. Die Wechseljahre sind bei Männern aber nicht so intensiv wie die Auswirkungen der Wechseljahre bei Frauen. Es ist vielmehr ein Prozess, der schleichend eintritt und nur wenige Männer sind von den Beschwerden betroffen.

Der Stoffwechsel verlangsamt sich

Im Laufe des Lebens wird der Stoffwechsel träge, man braucht also nicht mehr so viel Energie wie noch vor ein paar Jahren. Die Muskeln können die Energie nicht mehr so effizient verbrennen, gleichzeitig nimmt die Muskelmasse ab.

Vor allem ab 50 wandelt sich das Verhältnis von Körperfett und Muskelanteil zugunsten des Fetts, selbst bei schlanken Menschen. Organe wie Niere und Leber funktionieren nicht mehr so schnell und die Entgiftung des Körpers verläuft schleppender. Das bedeutet für den Körper:  Der Energieverbrauch geht runter, das Gewicht dafür rauf. Man muss im Alter also umso mehr auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten, um nicht zuzunehmen.

Dazu kommt aber, dass es mit zunehmendem Alter schwerer wird, Muskelmasse aufzubauen bzw. zu erhalten. Deswegen ist es umso wichtiger, regelmäßig Sport zu treiben und die Muskeln zu trainieren.

Vorteile, die das Alter mit sich bringt

Im Alter verändert sich vieles, aber es wird lange nicht alles schlechter. Im Gegenteil: Es hat viele Vorteile, älter zu werden. Ein gewisses Alter erreicht zu haben, bedeutet schließlich auch eine gewisse Lebenserfahrung. Mit 50 kann man auf einen ganz anderen Erfahrungsschatz zurückgreifen als mit 20. Das bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens: die Partnerschaft, den Alltag mit der Familie, den Beruf und die Freizeit.

Mit zunehmendem Alter weiß man, wie man bestimmte Dinge angehen muss, was man will und was nicht. Viele Dinge wie die Suche nach sich selbst oder dem Partner fürs Leben sind erledigt, oft auch die Familienplanung oder Großprojekte wie der Bau des Eigenheims. Es kehrt wieder mehr Ruhe in das Leben, in den Alltag ein.

Durch die Erfahrungen geht man im Alter viele Dinge ruhiger an und reagiert in stressigen Situationen gelassener. Davon profitieren auch die Menschen im sozialen Umfeld. Mit dieser entspannten Einstellung fällt es leichter, die Dinge von ihrer positiven Seite zu betrachten und das Leben zu genießen.

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