Weltreise als Rentner – Darauf sollten Sie bei der Planung achten

Rentnerpaar auf Weltreise

Vor dem Ruhestand ist es nur wenigen Menschen möglich, sich den Traum von einer Weltreise zu erfüllen. Jedoch ist es auch als Rentner nicht zu spät, den langgehegten Wunsch wahr zu machen.

Die deutsche Bevölkerung wird immer älter, zudem sind auch viele Leute in höherem Alter noch lange Zeit äußerst aktiv. Grundsätzlich gelten die Deutschen als reiselustiges Volk. Im Durchschnitt werden pro Person 1,3 Urlaubsfahrten im Jahr gemacht. Menschen, die über ein Lebensalter von 65 Jahre und mehr verfügen, reisen sogar durchschnittlich 1,4 Mal jährlich.

Besonders intensiv lässt sich eine Reise zu zweit genießen. Auf organisierten Seniorenreisen lernt man unzählige Gleichgesinnte kennen und manchmal entdeckt man auch seine große Liebe. Noch schöner ist es, wenn ein vertrauter Freund oder Partner einen von Anfang an begleitet. Allein die Planung macht gemeinsam doppelt so viel Spaß. – Online hat jeder die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Es hat weder etwas mit dem Alter zu tun noch, ob man eine enge oder platonische Freundschaft sucht.

Die wichtigsten Fragen vor einer Weltreise

Eine Reise, vor allem um die ganze Welt, erfordert in jedem Fall eine gute Planung.

Verschiedene Fragen, darunter

  • Wie lange werde ich unterwegs sein?
  • Wie viel kostet mich die Weltreise?
  • Reicht mein Erspartes dafür aus?
  • Welche Ausweisdokumente sind nötig?
  • Sind Impfungen erforderlich?

sollte man sich in jedem Fall zuvor beantworten. Nachstehend haben wir einige Informationen rund um das Thema Weltreise im Rentenalter zusammengestellt.

Auswahl der Reiseart

Wer auf höchsten Komfort bedacht ist und sich um nichts kümmern möchte, bucht am besten eine organisierte Weltreise mit einem kompetenten Veranstalter. Übrigens sollte man beachten, dass der Begriff unterschiedlich definiert werden kann. In der Regel versteht man darunter auch das Bereisen von mehreren Kontinenten. Denn tatsächlich die ganze Welt zu sehen, ist nur schwer möglich. Am häufigsten werden Kreuzfahrten für Weltreisende angeboten. Da es sich meistens um All-inclusive-Offerten handelt, kann man bereits im Vorhinein gut abschätzen, welche Kosten auf einen zukommen.

Rentner, die mehr auf Flexibilität als auf Luxus Wert legen, haben verschiedene Möglichkeiten, darunter mit

  • einem Round-the-world-Ticket, das Reisenden die Umrundung der Welt ermöglicht,
  • öffentlichen Zügen und Bussen oder
  • dem eigenen Wohnmobil

unterwegs zu sein. Da bei dieser Variante die Gesamtreisekosten nur schwer vorhersehbar sind, darf das dafür vorhandene Budget nicht zu knapp bemessen werden. Der Vorteil ist, dass man nach und nach das Geld benötigt, sodass auch die monatlichen Rentenzahlungen dafür genutzt werden können.

Finanzierung einer Weltreise ohne Eigenkapital

Die Niedrigzinspolitik ermöglicht vielen Menschen, sich durch eine Darlehensaufnahme auch einmal eine größere Ausgabe leisten zu können. Durch die geringen Zinssätze stehen niedrigere Gesamtkosten und Monatsraten im Raum. Was viele ältere Menschen nicht wissen: Auch für Rentner ist es möglich, einen Kredit aufzunehmen. Banken und Sparkassen bestimmen jeweils individuell die Altersobergrenze eines Kreditnehmers. Meist liegt diese erst bei 75 Jahren. Jedoch kommt es auch auf die Höhe der Darlehenssumme an. Beispielsweise ein Kleinkredit wird häufig auch an Menschen über 80 vergeben. Wobei der Betrag durchaus auch 10.000 Euro und mehr betragen kann. Vermehrt geht es bei dieser Kreditart darum, dass der Kunde die Gesamtschuld innerhalb von 72 Monaten abtragen kann.

Rentnerpaar sitzt auf einem Segelschiff
Auch im Rentenalter ist es möglich, sich kleine Träume mit einem Kredit zu erfüllen.

Reduzierung der laufenden Kosten zuhause während der Weltreise

Wer lange unterwegs ist, sollte nicht vergessen, dass zahlreiche laufende Kosten in der Heimat weiterhin anfallen und gedeckt werden müssen.

Dazu gehören unter anderem regelmäßige Ausgaben für

  • die Wohnungs- oder Hausmiete,
  • das Wohneigentum,
  • Versicherungen,
  • Autosteuern und
  • Verträge, beispielsweise für das Handy oder ein Fitnessstudio.

Letztere lassen sich teilweise für einen bestimmten Zeitraum aussetzen. Auch über einen Autoverkauf oder die Abmeldung eines Fahrzeuges kann man nachdenken. Letztere erfordert jedoch einen privaten Platz wie beispielsweise eine Garage, an dem das Fahrzeug ohne Nummernschilder abgestellt werden kann. Eine Alternative zur Kostenreduzierung ist außerdem, Wohneigentum für die Zeit der Abwesenheit zu vermieten. Mit der monatlichen Mieteinnahme können die anfallenden Zahlungen für die Grundsteuer, Müllabfuhr, Gebäudeversicherungen etc. abgedeckt werden.

Im Übrigen dürfen auch Mieter ihre Wohnung für die Zeit ihrer Abwesenheit untervermieten, wenn dies nicht explizit im Mietvertrag ausgeschlossen ist. Auf jeden Fall sollte man den Vermieter über die beabsichtigte Untervermietung informieren. Er hat das Recht, sowohl den Namen des Betreffenden als auch die Gründe für den kurzzeitigen Mieterwechsel zu erfahren. Gleichfalls darf die Anzahl der neuen Wohnungsbewohner das zulässige Maß nach öffentlichem Recht nicht überschreiten. Dies bedeutet, dass nicht mehr Bewohner einziehen dürfen als Wohnräume vorhanden sind. Generell gilt: Der Vermieter kann aus Willkür einen Untervermietungsantrag nicht ablehnen. Sollte dies geschehen, steht dem Mieter ein Sonderkündigungsrecht zu. Weiterhin kann er Klage bei Nichtgewährung einreichen.

Versicherungsschutz auf der Weltreise

Ist ein längerer Aufenthalt im Ausland geplant, empfiehlt es sich in jedem Fall, die Police der Krankenversicherung genau zu studieren. Denn viele Verträge decken einen Langzeitaufenthalt außerhalb Deutschlands nicht ab. Bestenfalls vereinbart man ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Dort erfährt der Versicherungsnehmer nicht nur, was die eigene Krankenversicherung abdeckt, sondern kann sich ggfs. auch über Alternativen beraten lassen. Eventuell muss eine extra Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Darüber hinaus entscheiden sich manche Rentner auch für eine Reiserücktritts-, Unfall- und Reisehaftpflichtversicherung. Aufgrund der Tatsache, dass im höheren Alter das Risiko einer Erkrankung oder Verletzung steigt, stellen diese eine sinnvolle zusätzliche Absicherung dar.

Ausweisdokumente

Bei einer Weltreise verlässt man naturgemäß die Europäische Union. Während dort der Personalausweis ausreicht, ist für die Einreise in die meisten außereuropäischen Ländern ein Reisepass erforderlich. Hierfür entstehen zum einen nicht unerhebliche Gebühren, die man bei seiner Reiseplanung berücksichtigen sollte. Zum anderen dauert die Ausstellung des Dokumentes bis zu acht Wochen. Es ist also wichtig, den Reisepass rechtzeitig zu beantragen. Im Notfall, beispielsweise, wenn er kurzfristig verloren geht, gibt es noch den vorläufigen Reisepass. Er wird schneller ausgefertigt, gilt jedoch nur für ein Jahr. Außerdem hat er in einigen wenigen Ländern keine Gültigkeit. Für eine Reise um die Welt ist es grundsätzlich empfehlenswert, sich anstatt eines 24-seitigen, einen 48-seitigen Pass ausstellen zu lassen.

Visumspflicht

Steht fest, welche Länder man besuchen möchte, sollte man sich für jedes einzelne über eine etwaige Visumspflicht informieren. Die Bestimmungen ändern sich manchmal, deshalb ist auf Aktualität zu achten. Zurzeit (Stand 2020) können Deutsche mit dem Reisepass in 177 Länder ohne Visum einreisen. Keiner anderen Nation ist dies möglich. Je nach Destination muss das Visum entweder vor dem Reiseantritt in der Heimat eingeholt werden oder man erhält es direkt am Flughafen des Ziellandes. Für die USA und Kanada benötigen Reisende eine elektronische Einreisegenehmigung. Visumspflichtige Länder sind momentan:

Ägypten, Australien, China, Gambia, Indien, Indonesien, Israel, Jordanien, Kambodscha, Kanada, Kenia, Kuba (Touristenkarte), Malediven, Myanmar, Oman, Philippinen, Russische Föderation, Sri Lanka, USA, Venezuela, Vietnam.

Ist nur ein kurzer Aufenthalt oder Zwischenstopp auf einem Flughafen in einem der zuvor genannten Länder beabsichtigt, kann teilweise die Visumspflicht entfallen.

Empfohlene Impfungen

Ebenso wie in Bezug auf die Visumspflicht sind auch die Bestimmungen für den Impfschutz in jedem Land verschieden. Es gibt jedoch Immunisierungen, die Ärzte allen Menschen über 60 anraten. Sie weisen darauf hin, dass die eigenen Abwehrkräfte im Lauf der Zeit schwächer werden. Viele von ihnen sind zwar grundimmunisiert, jedoch wurden die Auffrischungsimpfungen nicht mehr durchgeführt. Der eigene Impfpass gibt Aufschluss darüber.

Zum eigenen sowie dem Schutz vom Partner, den Kindern und Enkeln sollten über 60-Jährige in jedem Fall

  • Wundstarrkrampf (Tetanus),
  • Virusgrippe (Influenza),
  • Lungenentzündung (Pneumokokken),
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis),
  • Keuchhusten (Pertussis) sowie
  • Diphtherie (Racheninfektionskrankheit)

durch eine Impfung auffrischen lassen. Weiterhin wird Rentnern für die Weltreise generell eine Immunisierung gegen Hepatitis A, Typhus, Tollwut und Frühsommer-Meningoenzephalitis empfohlen. Bei letzterer handelt es sich um eine durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung. Die Kosten für die vorgenannten Impfungen übernehmen die meisten Krankenkasse. Wer jedoch beispielsweise eine Malaria-Prophylaxe benötigt, muss oft in die eigene Tasche greifen. Diese fällt mit 50 bis 100 Euro ins Gewicht.

Sonstige Punkte zur perfekten Planung einer Weltreise

Auch wer lange Zeit unterwegs ist und einfach seine Reise genießen möchte, sollte für Angehörige trotzdem jederzeit erreichbar sein. Bestenfalls führt man ein Smartphone mit sich. Damit lassen sich Telefonanrufe und auch E-Mails empfangen, die heutzutage die wichtigsten Verbindungsmittel darstellen. Wer selbst aus weiter Ferne Anrufe nach Deutschland tätigt, sollte daran denken, dass die Gebühren oftmals deutlich höher liegen. So kann schnell aufgrund eines nur wenige Minuten dauernden Gesprächs ein ordentliches Sümmchen zusammenkommen. Insbesondere bei Vertragshandys ist es von Wichtigkeit, dass die Zahlung der monatlichen Rechnungen auch bei Abwesenheit sichergestellt ist. Sonst steht man schnell ohne Kontakt in die Heimat dar.

Zudem ist eine Kreditkarte heute unverzichtbar. Man kann sogar sagen, dass eine Weltreise ohne dieselbe nahezu unmöglich ist. Es empfiehlt sich, zwei Karten mitzunehmen, die an verschiedenen Plätzen aufbewahrt werden. Im Fall eines Verlustes oder einer Beschädigung der Kreditkarte, übersenden die meisten Banken ein neues Exemplar auch ins Ausland. Verfügen sie von Vornhinein über zwei Karten, lässt sich der Ankunft gelassen entgegensehen. Im Fall von Diebstahl oder dem Verlorengehen muss die Geldkarte baldmöglichst gesperrt werden. Dafür steht die Rufnummer 0049 116-116 vom Ausland aus zur Verfügung.

Tipps für das Gepäck

Entscheidet man sich zur Weltentdeckung per Kreuzfahrtschiff, stellt viel Gepäck in der Regel kein Problem dar. Ganz im Gegenteil, Kapitänsdinner und weitere exklusive Veranstaltungen erfordern sogar eine große Anzahl an verschiedensten Kleidungsstücken. Bei sorgfältigem Packen passt auch in ein Wohnmobil einiges rein. Wie sieht es aber aus, wenn man als Backpacker unterwegs ist? In diesem Fall heißt es: Reduzieren, wo es nur geht. Es hat sich bewährt, eine vielfältig kombinierbare Auswahl zu treffen. So sind Hosen mit Reißverschlüssen, die sich sowohl auf Shorts- als auch Knielänge kürzen lassen, für eine lange Reise prädestiniert. Dies gilt gleichfalls für Jacken, die aus einer dünneren und einer dickeren Variante bestehen und sich einzeln tragen lassen. Achtet man zusätzlich darauf, dass sich alle Kleidungsstücke farblich miteinander kombinieren lassen, benötigt man gleich weniger Hosen, T-Shirts und Co.

Ein kleiner Trick: Bestenfalls reist man dem Sommer hinterher, dann fällt das benötigte Gepäck deutlich kleiner aus.

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