Wiederentdecken, austauschen, weitergeben: „Altes Wissen“ neu belebt

Zero Waste,  also „kein Müll“ und Urban Gardening, das „Gärtnern in der Stadt“, sind als neue Trends in aller Munde. Junge Menschen entdecken das für sich, was früher ganz selbstverständlich von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde. Wie sich Müll vermeiden und aus dem eigenen Garten leckeres Obst und Gemüse ziehen lässt, wissen Oma und Opa am besten. Besonders im privaten Bereich greifen Menschen inzwischen wieder verstärkt auf die Erfahrungen früherer Generationen zurück. Ob Garten, Küche, Heilkunst oder Handwerk: So manche Familie hütet die Aufzeichnungen und das Wissen der Großeltern oder Urgroßeltern heute wie einen Schatz.

Interesse an Wissen und Talente der älteren Generationen

Niemand kocht und backt so lecker wie Oma. Für jedes Haushaltsproblem hat sie einen Trick parat. Umweltfreundlich und günstig. Einiges erfreut sich unter der Bezeichnung „Life Hacks“, auf Deutsch „Lebenskniffe“, im Internet großer Beliebtheit.

Vieles was früher selbstverständlich war, hat heute Konjunktur. Die Menschen interessieren sich verstärkt dafür, Dinge wieder selbst zu machen. Mit den eigenen Händen. Das kommt dem wachsenden Wunsch nach Selbsterfahrung, Selbstversorgung und Entschleunigung entgegen.

Die Mobilität ist heute höher als früher. Viele Eltern ziehen mit ihren Kindern Arbeit und Karriere-Möglichkeiten hinterher. Manche verlassen ihre Heimatländer und fangen in der Fremde neu an. Dadurch haben Kinder weniger Kontakt zu ihren Großeltern als früher. Zwar ist die permanente Betreuung kleiner Kinder durch Oma und Opa nicht die beste Wahl, wie Studien zeigen. Aber von regelmäßigen Kontakten profitieren dennoch beide Generationen.

Austausch zwischen den Generationen

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Ohne diese Berührungspunkte geht viel „altes Wissen“ verloren. Es kann nicht mehr wie früher ganz selbstverständlich in der Familie weitergegeben werden. Wir werfen einen Blick auf die Bedeutung „alten Wissens“ und seinen Status als Kulturgut. Dank Internet ist es heutzutage möglich, die Erkenntnisse älterer Generationen für die Nachwelt zu erhalten, weiterzugeben und dadurch für die Nachkommen zu erhalten.

Ganz nebenbei bedeutet der Blick in das umweltfreundliche Leben und Wirtschaften von früher auch eine neue Wertschätzung der älteren Generationen: Oma und Opa mögen in Sachen Digitalisierung Nachholbedarf haben. In der Küche, im Garten und beim Heimwerken macht ihnen dafür niemand so schnell etwas vor.

Das Wissen der Generationen: Was ist überhaupt „altes Wissen“?

Ist die Rede von „altem Wissen“, kommen uns meistens Kochrezepte, Heilkräuter und Haushaltstipps in den Sinn. Der Erfahrungsschatz, den uns unsere Vorfahren hinterlassen haben, ist jedoch wesentlich vielseitiger. Er entstand in entbehrungsreichen Zeiten und ist teilweise geprägt von Kriegserfahrungen.

In der Regel handelt es sich um Dinge, die mit den Sinnen erlebt und angewandt werden. Anders gesagt: „Altes Wissen“ ist praktisches Alltagswissen, das jeder Mensch gewinnbringend einsetzen kann. Dazu zählen unter anderem…

  • die Kraft von Musik, Düften und Farben
  • das Wissen um Heilbäder und Heilkräuter
  • Wetterkunde
  • Kochen und Backen
  • Einkochen und Vorratshaltung
  • Körperpflege und Hygiene
  • Gärtnern ohne Chemie und
  • Altenpflege und Kinderbetreuung
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Dieses Wissen wird im Idealfall von einer Generation an die andere vermittelt. Kinder lernen Fähigkeiten wie kochen, backen, Haushaltsführung und Gärtnern durch den Umgang mit ihren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Sie orientieren sich ganz selbstverständlich an diesen Vorbildern. Möglicherweise erzählen Oma und Opa auch gern „von früher“ oder vermitteln Wissen über Lieder, Reime und Geschichten. Ältere Vorfahren besitzen einen riesigen Wissensschatz.

Während die Eltern häufig gestresst und in Alltagssorgen verstrickt sind, strahlen Großeltern Ruhe und eine gewisse Abgeklärtheit aus. Sie bleiben ruhiger, gelassener. Kinder profitieren von dieser Stabilität. Ganz nebenbei vermitteln Großeltern Werte und erhalten Traditionen durch Rituale am Leben.

Schnelllebiger Wandel und Wissensflut heute

Globalisierung, Digitalisierung und der technische Fortschritt verändern unser Leben rasend schnell. Unser in Schule und Studium erworbenes Wissen verliert dadurch immer schneller an Wert. Wir sind gefordert, lebenslang zu lernen und uns permanent weiterzuentwickeln. Anders ist es nicht möglich, mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt zu halten.

Wichtige Ressourcen, um in der heutigen Zeit bestehen zu können: Problemlösekompetenzen, Kreativität und Flexibilität. Allerdings fällt es Menschen zunehmend schwerer, aus der Informationsflut, die auf uns einprasselt, das Wesentliche herauszufiltern. „Altes Wissen“, Alltagswissen, ist häufig verloren gegangen:

  • Wenige sind noch in der Lage, ein Gerät selbst zu reparieren. Selbst bei kleinen Problemen wird heute lieber neu gekauft.
  • Socken stopfen? Hosen flicken? Was kaputt ist, wird umgehend entsorgt. Bekleidung ist zu einem Wegwerf-Artikel geworden, wie eine Studie der Umweltorganisation Greenpeace belegt.
  • Heimische Obst- und Gemüsesorten sind vielen jungen Menschen fremd. Sie sind unsicher bei der Zubereitung und greifen verstärkt auf Fertigprodukte zurück.
  • Immer weniger Eltern schaffen es, täglich frisch zu kochen. Bei neun von zehn Kindern steht alle drei Tage ein Fertiggericht auf dem Tisch. Dadurch verlieren Kinder den Bezug zu Lebensmitteln. Sie haben keine Ahnung, wo die Produkte herkommen, wie sie angepflanzt oder zubereitet werden.
  • Junge Menschen haben Schwierigkeiten damit, Singvögel zu erkennen, Bäume zu identifizieren oder Essbares von Ungenießbarem aus dem Wald zu unterscheiden.

Die Bedeutung „alten“ Wissens

Schneller, weiter, lauter… So erscheint manch einem sein (unfreiwilliger) Lebensstil. Wer Karriere machen und sich etwas leisten können möchte, stellt dafür die Gesundheit hinten an. Viele Arbeitnehmer erscheinen trotz Krankheit am Arbeitsplatz. Fast ein Viertel verzichtet auf die Pause und arbeitet einfach durch.

Jeder zweite fühlt sich von Burnout bedroht. Das sind alarmierende Zahlen! Nicht selten bremst irgendwann die Erschöpfungsdepression oder eine andere Krankheit den hektischen, nach Materiellem strebenden Alltag. Wer direkt oder indirekt betroffen ist, fängt oft an, das eigene Leben zu hinterfragen. Aber auch andere einschneidende Ereignisse, wie der Tod eines geliebten Menschen, der Jobverlust oder eine Trennung führen dazu, dass Menschen ihre Lebensgestaltung überdenken.

In einer solchen Situation erscheint altes Kulturgut, wie Kochen, Handarbeiten, Heilpflanzen sammeln oder Gärtnern häufig als Rettungsanker. Diese Tätigkeiten entschleunigen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, Körper und Geist in Einklang zu bringen, achtsam zu sein und sich gesünder zu ernähren.

Der Wunsch, der in stressgeplagten Menschen häufig aufkeimt: einfacher, aber bewusster Leben. „Altes Wissen“ ist sinnlich erfahrbar. Es bringt Menschen wieder mit sich, ihrer Körperlichkeit und unserer Umwelt in Verbindung. Wir sind ein Teil der Natur. Das erkennen viele Menschen erst, wenn ihnen ihre Endlichkeit vor Augen geführt wird. Dann treten das Streben nach materiellem Besitz, Geld und Statussymbolen in den Hintergrund.

Wiederentdeckung „alten Wissens“ als Boom

Die Vermarktung „alten Wissens“ ist überaus profitabel: Zahlreiche aktuelle Bücher, Websites und YouTube-Videos widmen sich Großvaters Gartentipps, Omas Nähtricks sowie Anleitungen fürs Heimwerken und Handarbeiten.

Erhaltung „alten Wissens“ als Kulturgut

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Vereine und die Kreisvolkshochschulen haben sich dem Schutz unseres Kulturguts ebenfalls angenommen: Es gibt in zahlreichen Orten Kurse, in denen alte Handarbeitstechniken, das Herstellen von Naturmedizin, Naturkosmetik und traditionelles Handwerk gelehrt werden. Vor allem Stricken und Häkeln erleben seit Jahren einen regelrechten Boom. Und nicht nur Frauen, sondern auch Kinder und Männer lassen die Nadeln klappern und stellen sich selbst Mützen, Taschen und Pullover her.

Mit Eifer werden heute wieder alte Gemüsesorten im Einklang mit der Natur angebaut: Mangold, Pastinaken oder das Wurzelgemüse Topinambur sind wieder im Kommen. Bedingt durch die Industrialisierung der Landwirtschaft wurden diese alten Kulturpflanzen weitgehend von ertragreicheren Gemüsesorten verdrängt. Aber auch vermeintliche Unkräuter erleben eine Renaissance: Sie finden Verwendung in Salaten, Tees und Heilsalben.

Einen gewisser Grad an Selbstversorgung ist für viele heute erstrebenswert. Von und mit der Natur zu leben, Dinge selbst herstellen, Nahrung anzubauen und weitestgehend auf Materielles zu verzichten, scheint immer mehr Menschen ein echtes Bedürfnis zu sein. Wer sich entschieden hat, nachhaltig zu leben, kann auf überliefertes Wissen unmöglich verzichten. In folgende Lebensbereiche lässt sich „altes Wissen“ hervorragend integrieren:

  • Ernährung: Rezepte, Anbau, Vorratshaltung
  • Hygiene: Haushalt, Wäsche waschen, Körperpflege
  • Bauen und Wohnen: alte Baumaterialien, Dämmmaterial, Herstellung von Möbeln und Teppichen
  • Kleidung: Spinnen, Weben, Handarbeiten allgemein
  • Gesundheit: Heilpflanzen, Räuchern, Energiearbeit, Massagen und vieles alternative Heilmethoden mehr

Ist „altes Wissen“ überholt oder ewig gültig?

Die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Mercedes Bunz fragt in ihrem Buch “Die stille Revolution” zu Recht, ob verlässliches Wissen heutzutage überhaupt noch besteht. Was jetzt noch als Fakt gilt, kann in kürzester Zeit widerlegt werden, wenn neue Erkenntnisse hinzukommen.

„Altes Wissen“ kann ein Stück weit Halt und Orientierung bieten. Vieles, was seit Generationen funktioniert, ist weitgehend universell einsetzbar und hat nach wie vor Gültigkeit: Lebensmittel verbrauchen, Reste verwerten und möglichst nichts wegwerfen gehört ebenso dazu wie das Putzen mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln wie Essig und Soda.

Anderes muss möglicherweise irgendwann korrigiert werden. Im Bereich der Lebensmittel halten sich beispielsweise bestimmte Ernährungsirrtümer hartnäckig. Ein Grund: Sie werden innerfamiliär falsch weitergegeben. Da zeigt, dass es wichtig ist, „altes Wissen“ kritisch zu hinterfragen und neue Erkenntnisse nicht zu ignorieren.

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Was auch berücksichtigt werden sollte, ist, dass hinter manchen Traditionen Esoterik und Aberglauben stecken: Seit den 1980er Jahren gärtnern Menschen verstärkt nach dem Mondkalender. Einerseits bringt der Mondkalender aus der Buchhandlung Hobbygärtner immerhin dazu, die notwendigen Gartenarbeiten zur richtigen Zeit auszuführen. Andererseits gibt es keine wissenschaftliche Grundlage für den vermeintlichen Einfluss des Mondes.

Wer sich beim Anlegen eines Nutzgartens eine reichhaltige Ernte wünscht, sollte sich vor allem an der Bodenbeschaffenheit, dem Wetter und den üblichen Abläufen im Garten orientieren. Das ändert nichts daran, dass das Wissen früherer Generationen uns in der heutigen Zeit helfen kann, wieder bewusster und mehr im Einklang mit der Natur zu leben.

Der Umgang mit „altem Wissen“

Vieles, was für unsere Vorfahren selbstverständlich war, lässt sich ohne großen Aufwand in unseren Alltag integrieren.

Heilpflanzen gegen Beschwerden

An der Wirksamkeit unterschiedlichster Heilpflanzen besteht grundsätzlich kein Zweifel. Schließlich werden die Substanzen auch für Medikamente eingesetzt. Hier begegnen sie uns eben meist in anderer Form als Tabletten oder fertige Salben. Doch auch die Schulmedizin nutzt einige Kräuter in einer ursprünglicheren Form, etwa als Tee. Beispielsweise raten Hausärzte zu Johanniskraut bei Stimmungstiefs. Gegen allerlei Volksleiden wie Verstopfung, Magen- und Darmbeschwerden und Übelkeit werden Teemischungen mit Schafgabe &. Co. offiziell in der Apotheke verkauft.

Heimwerken

Auch das (professionelle) Handwerk hat das „alte Wissen“ wiederentdeckt. Öko-Baumaterialien sind wieder gefragt. Für ein gesundes Wohnklima lohnt es sich, sich mit den Erkenntnissen über alte Baustoffe und Dämmmaterial zu befassen. Do-It-Yourself (DIY) ist inzwischen nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande ein Trend. Die Menschen wollen wieder selbst Hand anlegen und aktiv werden.

Im Zuge der Digitalisierung verbringen wir einen Großteil unseres Lebens hinter Bildschirmen, an Smartphones oder mit dem Tablet. All das sind passive Aktivitäten. Der Trend, Dinge selbst zu machen, erfasst nicht nur Handarbeiten wie Stricken, Sticken und Stopfen, sondern auch den Bereich des Heimwerkens. Dahinter steht der Wunsch, etwas zu tun, zu schaffen und zu hinterlassen.

Kochen und Putzen

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Ein Bereich, in welchem das Wissen unserer Vorfahren besonders geschätzt wird, ist der Haushalt. Kochen und Putzen interessiert Singles genauso wie Paare und Familien. Lokale und saisonale Produkte sind im Rahmen eines nachhaltigen Lebensstils und einer gesunden Ernährung wieder gefragt. Gleichzeitig steigt das Interesse an verschiedenen Methoden zum Haltbarmachen, um die Zutaten auch im restlichen Jahr nutzen zu können.  

Viele Menschen wünschen sich zudem eine gesunde Sauberkeit und möchten so wenig Chemikalien wie möglich in ihrem Zuhause einsetzen. Wer sich mit natürlichen Möglichkeiten befasst, kann zudem eine Menge Geld sparen. Nachfolgend sind einige Tipps zu bewährten Hausmitteln zusammengefasst, die auch ohne Vorkenntnisse sofort umsetzbar sind:

  • Wäsche waschen: Textilien lassen sich ohne zusätzliches Waschpulver oder Weichspüler in der Maschine mit Waschnüssen, Efeublättern oder Kastanien waschen. Auch geriebene Kernseife ersetzt teures, die Umwelt belastendes Waschmittel.
  • Putzen: Kernseife, die in kleine Stücke geschnitten oder gerieben und mit Wasser aufgekocht wird, ergibt einen hervorragenden Allzweckreiniger. Ein paar Tropen eines ätherischen Öls verstärken die Wirkung, vernichten Bakterien und sorgen für frischen Duft. Zum Reinigen verschmutzter Backbleche leistet Kaffeesatz gute Dienste.
  • Gerüche bekämpfen: Frisch gemahlenes Kaffeepulver vertreibt Gerüche aus Kühlschrank, Taschen, Schuhen und Schubladen.
  • Abflüsse freimachen: Backpulver in Verbindung mit Apfelessig befreit Abflüsse sogar von hartnäckigen Verstopfungen.

Altes Wissen selbst wiederentdecken

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Es gibt verschiedene Gründe, die Menschen dazu bewegen, sich „altem Wissen“ zuzuwenden und Dinge verstärkt selbst zu machen. Einer davon ist der Wunsch nach einem umweltfreundlichen, nachhaltigen Leben. Manche Menschen wenden sich von industriellen Produkten ab, um den Kontakt mit Chemikalien zu vermeiden:

  • Sie stricken, nähen, filzen und häkeln ihre Kleidung lieber selbst, statt industriell gefertigte Ware zu tragen.
  • Zum Waschen und Putzen kommen natürliche Mittel zum Einsatz.
  • Frisches Gemüse und Salat wächst in Bio-Qualität im eigenen Garten.
  • Kosmetik und Körperpflegemittel mit teilweise bedenklichen Inhaltsstoffen weichen selbst zusammengestellten Bio-Produkten.

Andere suchen ein erfüllendes Hobby als Ausgleich zum fordernden Berufsalltag. Dazu kommt die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten nachhaltig und sinnvoll zu beschäftigen. In Volkshochschulkursen oder privat im Freundes- und Familienkreis binden sie Bücher, probieren Rezepte aus oder fertigen Kleidungsstücke wie Socken, Pullover und Jacken in Handarbeit.

Auch dabei zeigt sich: Wer auf das Geld achten muss, kann den einen oder anderen Euro durch den Einsatz „alten Wissens“ sparen.

„Altes Wissen“ mit anderen teilen und austauschen

Wenn mehrere Generationen zusammenleben, wird der Wissensschatz automatisch von Alt zu Jung weitergegeben. Allerdings sinkt die Zahl der Großfamilien. Längst nicht alle Menschen im Alter von Urgroßeltern oder Großeltern haben Urenkel beziehungsweise Enkel, denen sie etwas beibringen und mit auf den Weg geben könnten.

Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, das eigene Wissen an anderen Menschen weiterzugeben und sich mit ihnen darüber auszutauschen. Das Internet spielt eine große Rolle, wenn es darum, geht Tipps über Kochen, Backen, Dekorieren, Reparieren und insgesamt über ein autarkes Leben zu finden und auszutauschen.

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  • Facebook-Gruppen und Diskussionsforen widmen sich Themen wie Kochen, Backen, Vorratshaltung und Sparsamkeit.
  • Websites, Blogs und YouTube-Videos präsentieren „altes Wissen“ in zeitgemäßer Form.
  • Zahlreiche E-Books komprimieren die Tipps und Tricks unserer Vorfahren und geben Anleitungen für den Haushalt oder handwerkliche Tätigkeiten.

Auch in der realen Welt gibt es etliche Möglichkeiten, „altes Wissen“ mit Gleichgesinnten zu teilen:

  • Volkshochschulkurse zu Handwerken und Handarbeiten finden sich in fast jedem Ort. Vom Nähen über Sticken bis zum Filzen ist alles mit dabei.
  • Museen und Mittelaltermärkte bieten „altes Wissen“ zum Anfassen: Interessierte können nicht nur altem Handwerk, Bierbrauern, Bäckern, Handlesern und anderen zusehen, sondern die alte Kunst selbst ausprobieren.
  • Vereine verbinden Jung und Alt bei gemeinsamen Aktivitäten.
  • In der Familie und mit Freunden lassen sich bewährte Techniken, etwa zum Handarbeiten oder Gärtnern, gemeinsam entdecken und pflegen.

„Altes Wissen“ weitergeben

Was die Menschheit heute kann und weiß, ist aus den Erfahrungen und dem Wissen der vorangegangenen Generationen gewachsen. Es sind Dinge, die in der Praxis durch die Praxis gelernt werden. Der Wissenstransfer funktioniert bis heute auf diese Weise: Eltern und Großeltern geben praktisches Alltagswissen an Kinder weiter. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig der Kontakt mit unterschiedlichen Generationen für Kinder ist.

Geschichtsbücher konzentrieren sich auf allgemeine Fakten. Die Kulturwissenschaften nehmen Einzelschicksale in den Blick und bewahren die Erfahrungen und das Brauchtum früherer Zeiten.

Aber es ist etwas anderes, mit gelebtem Wissen aufzuwachsen und es von Kindesbeinen an zu verinnerlichen, als es später als Erwachsener in Büchern nachzulesen. Fest steht, dass wir von „altem Wissen“ einiges zum Thema Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit lernen können. Wer Kenntnisse in diesem Bereich weitergibt, trägt zum Umweltschutz bei und unterstützt Konzepte wie Zero Waste und Urban Gardening. Das erhält nicht nur ein Stück menschliches Kulturgut, sondern ein Stück Natur.

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